Pressemitteilungen 2026

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Eduard Gummich präsentiert zum Stiftungsjubiläum ein Objekt der Schlossberg-Brauerei

Zum 25-jährigen Bestehen der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde stellen die Vorstandsmitglieder ein Objekt aus der Museumssammlung vor. Eduard Gummich hat sich dabei für den Schlüssel zum Eiskeller der ehemaligen Schlossberg-Brauerei in Bremervörde entschieden.

Die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde wurde 2001 von Dr. Elfriede Bachmann, der Stadt Bremervörde und dem Landkreis Rotenburg (Wümme) gegründet. Die Stiftung betreibt und erhält das Bachmann-Museum Bremervörde als wissenschaftliche, kulturelle und gemeinnützige Einrichtung. Die Arbeit der Stiftung wird von dem Vorstand und dem Kuratorium begleitet. In dieser Reihe stellen sich die Mitglieder des Vorstands vor und präsentieren ein Objekt aus der Sammlung des Bachmann-Museums.

Eduard Gummich hat als Bürgermeister von Bremervörde 2001 die Stiftungsurkunde mit unterzeichnet und war bis zum Ende seiner Amtszeit 2014 Mitglied im Kuratorium der Stiftung. Seitdem engagiert er sich ehrenamtlich im Vorstand.

Eduard Gummich steht vor einer weißen Wand und hält einen großen Eisenschlüssel in die Kamera
Der imposante Schlüssel zum Eiskeller der Schlossberg-Brauerei ist mit einer Länge von 30 Zentimetern mit Abstand der größte Schlüssel in der Sammlung des Bachmann-Museums. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

„Ich interessiere mich sehr für die Stadt- und Regionalgeschichte. Darum war es mir auch immer schon ein Anliegen, das Bachmann-Museum zu erhalten. Durch mein Ehrenamt im Stiftungsvorstand kann ich diese wichtige Institution auch nach meiner Zeit als Bürgermeister weiter unterstützen und gleichzeitig weiter mit meinem Interesse für die Geschichte verbunden sein“, erzählt Gummich.

Die Stiftung sei gegründet worden, um die wertvollen Sammlungen zu erhalten und das Museum attraktiver zu gestalten. So kann die Stiftung als gemeinnützige Institution die finanziellen Mittel des Museums für Vermittlungsangebote und Veranstaltungen durch Fördergelder aufstocken. In den vergangenen 25 Jahren haben vielfältige Angebote für die Menschen der Region stattgefunden, beispielsweise die Kunsthandwerkermärkte oder das Steinzeitlager mit Programmen für Schulklassen. „Das Bachmann-Museum bewahrt die Geschichte der Region und ist nicht nur für die Menschen in Bremervörde und im Landkreis wichtig, sondern strahlt über die Landkreisgrenzen hinaus, was sich an der Herkunft unserer Besucher deutlich ablesen lässt“, sagt Eduard Gummich über die Bedeutung des Museums.

Als Objekt aus der Sammlung hat sich der ehemalige Bremervörde Bürgermeister einen imposanten Eisenschlüssel ausgesucht, der den Zugang zum Eiskeller der ehemaligen Schlossberg-Brauerei in Bremervörde ermöglichte. Diese befand sich auf der Ecke Großer Platz und Amtsallee. Die Besitzer der 1851 gegründeten Brauerei errichteten 1852 an der heutigen Straßenecke Amtsallee und Am Mahlersberg den Eiskeller. „Ich finde es total spannend, dass die Brauereimitarbeiter im Winter große Eisblöcke aus der Oste geschlagen und in den Keller gebracht haben und das Eis auch über den Sommer erhalten blieb“, erzählt Gummich. „Kein Wunder, dass das wertvolle Bier während der Gärung im Eiskeller durch ein großes Schloss, zu dem dieser Schlüssel gehörte, geschützt wurde.“ Bei warmen Temperaturen funktionierte der Gärprozess nicht und das Bier wurde schlecht.

Mit dem Aufkommen von Kältemaschinen verloren die Eiskeller ab Ende des 19. Jahrhunderts ihre Bedeutung. Der Bremervörder Eiskeller wurde 1932 abgerissen und noch im selben Jahr übergab die Ehefrau des Brauerei-Besitzers den Schlüssel an August Bachmann, der das wichtige Objekt für die Technik- und Wirtschaftsgeschichte des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks in seine Sammlung aufnahm. Der Schlüssel erinnert auch daran, wie sich das Stadtbild von Bremervörde immer wieder verändert, denn heute verweist nur noch ein unscheinbarer Erdhügel auf den Eiskeller und die Brauerei, die in den 1920er Jahren geschlossen wurde. „Das Tolle ist aber, dass es heute wieder ein Bier mit dem Namen ‚Schlossberg Bräu Bremervörde‘ gibt, das einen Bezug zu diesem Teil der Regionalgeschichte herstellt“, berichtet der ehemalige Bürgermeister.

(11.08.2026)

Dr. Stefan Hesse präsentiert zum Stiftungsjubiläum einen bedeutenden Moorfund

Zum 25-jährigen Bestehen der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde stellen die Vorstandsmitglieder ein Objekt aus der Museumssammlung vor. Dr. Stefan Hesse hat sich dabei für ein unscheinbares Stofffragment entschieden, das für das Bachmann-Museum und für die Forschung eine große Bedeutung hat.

Die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde wurde 2001 von Dr. Elfriede Bachmann, der Stadt Bremervörde und dem Landkreis Rotenburg (Wümme) gegründet. Die Stiftung betreibt und erhält das Bachmann-Museum Bremervörde als wissenschaftliche, kulturelle und gemeinnützige Einrichtung. Die Arbeit der Stiftung wird von dem Vorstand und dem Kuratorium begleitet. In dieser Reihe stellen sich die Mitglieder des Vorstands vor und präsentieren ein Objekt aus der Sammlung des Bachmann-Museums.

Dr. Stefan Hesse hält eine kleine Pappschachtel in die Kamera.
Dr. Stefan Hesse präsentiert vorsichtig das Stofffragment der Moorleiche. Dieser ist sehr empfindlich und wird daher nur zu Forschungszwecken aus seiner aufwändigen und sicheren Verpackung genommen. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

Seit 2003 ist Dr. Stefan Hesse Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde. Neben organisatorischen Aufgaben übernimmt er die Vorbereitung sowie die Leitung der Sitzungen und dokumentiert die Beschlüsse. Zusammen mit einem weiteren Vorstandsmitglied vertritt er die Stiftung juristisch. Der Kreisarchäologe des Landkreises Rotenburg (Wümme) ist ein wichtiges Bindeglied zwischen der Stiftung und dem Landkreis. „Die Archäologie im Landkreis ist ein wichtiger Teil der Denkmalpflege. Die archäologische Sammlung des Museums und die Funde, die wir bei den Ausgrabungen machen, ergänzen sich. Außerdem liefert die moderne Archäologie viele Erkenntnisse zu den Objekten, die das Bachmann-Museum für die Öffentlichkeit erfahrbar macht. Daher ist diese enge Zusammenarbeit für beide Seiten sehr wichtig“, meint Hesse.

Der Vorstandsvorsitzende findet, dass unsere Region das Bachmann-Museum braucht, in dem geschichtliches Wissen in Form von Objekten bewahrt wird. „Zwischen den beiden großen historischen Zentren Bremen und Hamburg hat auch unsere eher ländlich geprägte Region eine wechselvolle und spannende Geschichte. Das Bachmann-Museum Bremervörde zeigt mit seinen Sammlungen die geschichtliche Bedeutung des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks auf. Es gibt der Region Geschichte und macht sie sichtbar“, erklärt der Kreisarchäologe.

Das Foto zeigt ein kleines, braun-rotes, gewebtes Stück Wolle
Das kleine Stück Stoff ist etwa 4 x 4 cm groß. Durch die lange Lagerung im Moor sind die Fäden aus Schafswolle braun verfärbt. Foto: Kreisarchäologie Rotenburg (Wümme)

Dr. Hesse hat sich als Objekt aus der Sammlung des Museums ein auf den ersten Blick unscheinbares, aber auch sehr empfindliches Stofffragment ausgesucht. Es ist aus Wolle gewebt und stammt von der Kleidung einer Moorleiche, die ein Torfstecher 1754 im Rieper Moor bei Stemmen fand. Die Geschichte ihrer Entdeckung ist außergewöhnlich, denn sowohl Fundort als auch Funddatum wurden damals durch einen Karteneintrag exakt dokumentiert. Die Moorleiche wurde untersucht und anschließend neu bestattet, so war es lange Zeit üblich. Zuvor wurden Proben von der Kleidung genommen. „Dieses kleine Stückchen Stoff ist eine dieser Proben und gelangte zusammen mit einem zweiten über mehrere Stationen schließlich durch August Bachmann in die Museumssammlung. Moderne wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der Stoff und damit auch die Moorleiche aus dem 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus stammt und von einem Mantel stammen könnte, der über einen langen Zeitraum getragen worden war“, erklärt Hesse.

Das kleine Wollfragment macht deutlich, dass auf den ersten Blick unscheinbare Objekte durch ihre Erforschung eine große Bedeutung für das Museum und für die Geschichte des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks bekommen können. Diese Objekte zu bewahren und weiter zu erforschen ist die Aufgabe des Bachmann-Museums und von Dr. Stefan Hesse, der als Kreisarchäologe und Vorstandsvorsitzender der Stiftung schon auf zukünftige Forschungsergebnisse zu dem Stoffrest gespannt ist.

(28.07.2026)

Vor 25 Jahren wurde die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde gegründet

Im Juni 2001 unterzeichneten Vertreter des Landkreises Rotenburg (Wümme) und der Stadt Bremervörde zusammen mit Dr. Elfriede Bachmann die Stiftungsurkunde der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde. Damit bekam das größte Museum des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks eine neue Organisationsform. Im Rahmen der 50. Sitzung des Stiftungsvorstands, die fast genau 25 Jahre nach der Gründung stattfand, blickten die Mitglieder zurück.

In den Räumen des Bachmann-Museums unterzeichneten im Juni 2001 der Oberkreisdirektor Dr. Hans-Harald Fitschen, der ehrenamtliche Landrat Reinhard Brünjes, Dr. Elfriede Bachmann und der Bremervörde Bürgermeister Eduard Gummich die Stiftungsurkunde der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde. Der Zweck der Stiftung ist, das Bachmann-Museum als wissenschaftliche, kulturelle und gemeinnützige Einrichtung in Bremervörde zu betreiben und auf Dauer zu erhalten. Finanziell getragen wird die Stiftung bis heute zum größten Teil vom Landkreis Rotenburg (Wümme), aber auch von der Stadt Bremervörde.

Dr. Hans-Harald Fitschen, Reinhard Brünjes, Dr. Elfriede Bachmann und Eduard Gummich sitzen an einem Tisch und schauen in die Kamera.
Unterzeichnung der Stiftungsurkunde in den Räumen des Bachmann Museums im Jahr 2001 (v.l.): Dr. Hans-Harald Fitschen, Reinhard Brünjes, Dr. Elfriede Bachmann und Eduard Gummich. Foto: Bremervörder Zeitung (Klöfkorn)

Die zentralen Aufgaben der Stiftung sind das Bewahren, Ergänzen und Erforschen der Museumsobjekte sowie das Vermitteln regionaler Geschichte an die Öffentlichkeit. August Bachmann (1893-1983) hatte seine Sammlung zur Geologie, Archäologie, Geschichte und Volkskunde im zentralen Elbe-Weser-Dreieck über viele Jahrzehnte hinweg aufgebaut und dabei jedes Objekt sorgfältig dokumentiert. Ab 1960 sammelte auch der Landkreis Objekte zur regionalen Geschichte, Volkskunde und Kunst. Beide Sammlungen befinden sich heute im Eigentum der Stiftung, die damit über die größte Sammlung zur Geschichte des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks verfügt. Damit ist das wertvolle museale Kulturgut der Region für die Zukunft gesichert.

Der Vorstand des Bachmann-Museums Bremervörde steht auf einer grünen Wiese vor dem Museumsgebäude.
Die aktuellen Vorstandsmitglieder und ihre Stellvertreter (v. l.): Volker Kullik, Ellen Horstrup, Dr. Torsten Lühring, Dr. Stefan Hesse, Eduard Gummich, Frank Pingel, Hinrich Brandt und Meike Mittmann. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

Eine wichtige Rolle in der Stiftungsarbeit spielt nach dem Kuratorium als höchstes Gremium der Vorstand, der die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich vertritt. Der Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse, der seit 2003 Vorsitzender des Vorstands ist, kennt die Stiftung und die Entwicklung des Museums in den letzten 25 Jahren sehr gut. „Die Stiftung Bachmann-Museum, so wie sie sich heute darstellt, ist mit der Institution von vor 25 Jahren kaum zu vergleichen“, stellt er fest. „Bei der Gründung hatten alle Beteiligten den Wunsch geäußert, dass das Museum mehr von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Mit vielen Angeboten wie zum Beispiel Sonderausstellungen und Führungen durch die Ausstellung, Vorträgen, Programmen für Schulklassen, Kunsthandwerkermärkten und Konzerten konnte das Museumsteam unsere Institution zu einem bedeutenden kulturellen Ort im Elbe-Weser-Dreieck weiterentwickeln.“ Bis zu 15.000 Menschen besuchten das Museum pro Jahr bis zur Räumung des Museumsgebäudes wegen der zukünftigen Sanierung.

Die prägende Persönlichkeit der Stiftung war Dr. Elfriede Bachmann (1936-2023), die Tochter des Sammlungsgründers. Die langjährige Museumsleiterin war als Mitstifterin Teil des Kuratoriums, bot auch nach ihrer Pensionierung Vorträge und Führungen an und unterstützte die Stiftungsmitarbeitenden mit ihrem Wissen. Durch die Übertragung ihrer Sammlungen und umfangreiche finanzielle Zuwendungen aus ihrem privaten Vermögen stärkte sie das Fundament der Stiftung. Aus ihrem Nachlass übertrug Dr. Elfriede Bachmann zudem das sehr umfangreiche Archiv und die Bibliothek der Familie Bachmann an die Stiftung. Dadurch ist das Wissen über die Sammlungsobjekte und die Geschichte der Region gesichert. Die Stiftung hat im Zuge einer Satzungsänderung daher beschlossen, mit dem Namen Bachmann-Museum neben August Bachmann auch Dr. Elfriede Bachmann und ihr Wirken zu ehren.

In vielen Bereichen hat sich das Museum in den letzten Jahren viel positiver entwickelt, als wir es uns bei der Gründung der Stiftung vorstellen konnten“, urteilt Eduard Gummich, der als Bremervörder Bürgermeister viele Jahre Mitglied im Kuratorium war und sich heute als stellvertretender Vorstandsvorsitzender in der Stiftung engagiert. „Das ist vor allem den Geschäftsführern und den weiteren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung zu verdanken. Ihre Arbeit zu begleiten und zu unterstützen ist für alle Vorstandsmitglieder eine große Freude. Wir alle zusammen arbeiten aktuell daran, dass das Museum mit einer attraktiven, modernen neuen Ausstellung wieder seine Türen öffnen kann.“

Aktuell steht die Stiftung vor großen Herausforderungen. Seit 2023 ist die Ausstellung des Museums geschlossen, da das Museumsgebäude an der Amtsallee in Bremervörde saniert werden muss. Der Landkreis als Eigentümer der Gebäude und die Stiftung als Betreiberin des Museums setzen in einem gemeinsamen Großprojekt die Sanierung und den Umbau des Gebäudes sowie die Entwicklung einer neuen, zeitgemäßen Ausstellung um. Parallel wird ein neues Depot für die Museumsobjekte errichtet.

(22.07.2026)

Das Museumsgebäude vom Park aus gesehen mit Gerüst.
Die Gerüste am Museumsgebäude werden derzeit für Untersuchungen der Bausubstanz genutzt. Die Arbeiten bereiten die Sanierung des Gebäudes durch den Landkreis vor. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

Kochbücher aus der Sammlung des Bachmann-Museums erzählen Auswanderungsgeschichte

 „Das ‚Weiße Haus‘ Kochbuch“ lautet der Titel zweier Bücher aus der Sammlung des Bachmann-Museums. Sie dokumentieren Verbindungen zwischen den USA und dem Elbe-Weser-Dreieck.

Amerikanischer Toast. Mit einem tüchtig geschlagenen Ei vermischt man eine Tasse süße Milch und ein wenig Salz. Gutes leichtes Brod wird in Scheiben geschnitten und in die Mischung getaucht, so lange, daß diese ziemlich gut eindringen kann. Dann bräunt man sie auf einem heißen mit Butter bestrichenen griddle, oder in einer starken eisernen Bratpfanne auf dem Ofen.“ Dieses und andere Rezepte sind Teil eines Küchen- und Haushaltsratgebers mit dem werbestarken Titel „Das ‚Weiße Haus‘ Kochbuch“ aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.

Das Cover des "Das Weiße Haus Kochbuch" zeigt rechts oben eine Zeichnung des Kapitols und links unten eine Zeichnung des Weißen Hauses. Die Schrift ist in Fraktur und verschnörkelt gedruckt.
Das „Weiße Haus Kochbuch“ von 1901 zeigt auf seinem Titel Zeichnungen des Kapitols (oben rechts) und des Weißen Hauses in Washington D.C. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

Autoren und Zielgruppe

Die US-amerikanische Kochbuchautorin Fanny Lemira Gillette veröffentlichte das Buch erstmals 1887 in englischer Sprache. Es richtete sich an Hausfrauen in den Vereinigten Staaten. Der Bezug zum Weißen Haus war ursprünglich eine Marketingstrategie, denn abgesehen von einigen Fotos verschiedener First Ladies enthält das Kochbuch kaum Informationen zum Regierungssitz.  An den späteren Ausgaben war Hugo Ziemann beteiligt, der als leitender Angestellter im Haushalt des Weißen Hauses exklusive Inhalte beisteuern konnte – darunter einen Menüplan für ein Festessen mit 1.000 Personen. Hedwig Voß übersetzte das Koch- und Hausbuch 1899 ins Deutsche, um die wachsende Zahl deutschsprachiger Einwanderinnen und Einwanderer in den USA gezielt anzusprechen.

Aus den USA nach Bremervörde

Die beiden Exemplare in der Sammlung des Bachmann-Museums haben aus US-amerikanischen Haushalten den Weg ins zentrale Elbe-Weser-Dreieck gefunden. „Wie genau die Bücher nach Bremervörde gelangten, lässt sich bislang leider noch nicht eindeutig klären. Möglich ist, dass sie als Geschenk oder im Rahmen eines Nachlasses von ausgewanderten Familienmitgliedern in die Region kamen“, erklärt Meike Mittmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bachmann-Museum.

Amerikanische Zutaten und deutsche Traditionen

Viele Menschen verließen um 1900 ihre Heimat in der Hoffnung auf ein besseres Leben, vor allem in Richtung der Vereinigten Staaten. Neben diversen Rezepten enthält das Kochbuch Tipps zu Haushalt und Gesundheit sowie Menüpläne aus dem Weißen Haus und Hinweise zu Festessen. Es vereint dabei amerikanische und internationale Küche. Die deutsche Ausgabe wurde zudem um ein Kapitel zur „Deutschen Kost“ ergänzt. So wird sichtbar, wie neue Einflüsse aufgenommen und zugleich vertraute Traditionen bewahrt wurden.

Ein Kochbuch für ein neues Leben

Das Kochbuch zeigt anschaulich, wie sich das Ankommen in den USA insbesondere im Alltag der Einwanderinnen bemerkbar machte. In der deutschen Ausgabe werden die amerikanischen Bezeichnungen der Speisen und Zutaten angegeben. Auch Gewichte und Maßeinheiten werden erklärt. Das erleichterte Einkauf und Spracherwerb in der neuen Heimat. Das im oben genannten Rezept „griddle“ bezeichnet beispielsweise eine Grillplatte, die über offenes Feuer gelegt wurde.

Ausstellung im Kreis- und Kommunalarchiv

Vom 8. bis 10. März beteiligt sich das Kreis- und Kommunalarchiv des Landkreises Rotenburg (Wümme) in Bremervörde unter dem Motto „Alte Heimat – neue Heimat“ mit einer Ausstellung am bundesweiten „Tag der Archive“. Gezeigt werden neben historischen Quellen des Archivs die vorgestellten Kochbücher und andere überraschende Objekte aus der Sammlung des Bachmann-Museums zur Geschichte der Auswanderer in die USA. „Wir freuen uns sehr, dass wir einige unserer Objekte im Rahmen einer Ausstellung präsentieren können“, sagt Museumsleiterin Ellen Horstrup. Da das Museum derzeit wegen anstehender Sanierungsarbeiten geschlossen ist, bietet die Ausstellung eine Gelegenheit, Sammlungsobjekte sichtbar zu machen.  

Kurzinfos zur Ausstellung

Die Ausstellung widmet sich der Auswanderung aus den Ämtern und Kreisen Bremervörde, Rotenburg und Zeven im 19. und 20. Jahrhundert und ist vom am 8. März von 10 bis 17 Uhr sowie am 9. und 10. März von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 8. März, findet ein Aktionstag mit Führungen statt. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Internetseite des Kreis- und Kommunalarchivs. Der Eintritt ist frei.

Unser Tipp: Das Buch wurde von den Smithsonian Libraries digitalisiert und im Internet Archive öffentlich zur Verfügung gestellt.

Ein aufgeschlagenes, altes Buch, in Frakturschrift gedruckt.
Im Kapitel „Toast oder geröstetes Brod“ findet sich das Rezept „Amerikanischer Toast“. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

(27.02.2026)

Textilrestauratorinnen sichten und reinigen historische Kleidung

Das Bachmann-Museum Bremervörde bewahrt etwa 950 Kleidungsstücke. Das Museumsteam und zwei Textilrestauratorinnen haben in den vergangenen Monaten in einem großen und aufwändigen Projekt alle Objekte in Augenschein genommen. Außerdem wurde jedes Kleidungsstück gereinigt und neu verpackt. Die Heinz-Wieker-Stiftung hat die Arbeiten durch eine Spende ermöglicht. Das Projekt ist Teil der Museumsaufgabe, alle Sammlungsbereiche in den kommenden Jahren auf den Umzug in das zukünftige Zentraldepot vorzubereiten.

Drei Frauen in Schutzausrüstung begutachten ein historisches Brautkleid in einem Karton.
Miriam Gáyer, Eva Kümmel und Beate Tamchina (v. l.) begutachten ein aufwändig genähtes Brautkleid nach der Reinigung in seiner neuen Verpackung. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

Während das Bachmann-Museum Bremervörde weiterhin für Besucher geschlossen hat, geht die Arbeit mit den Sammlungsobjekten für das Museumsteam weiter. „Die großen Umlagerungen aus unserem Museumsgebäude haben wir inzwischen erfolgreich abgeschlossen. In den kommenden Jahren werden wir unseren gesamten Sammlungsbestand auf den Umzug in das zukünftige Zentraldepot vorbereiten. Dabei konzentrieren wir uns auf Objektgruppen“, erklärt die Museumsleiterin Ellen Horstrup. In den letzten Monaten lag ein Schwerpunkt auf etwa 950 Textilien aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Neben Trachten aus dem zentralen Elbe-Weser-Dreieck mit den zugehörigen Tüchern und Bändern gehören Uniformen, Alltagskleidung und sogar ein kleines Konvolut an Puppenkleidung dazu.

Die Objekte sind ein wichtiger Teil der regionalgeschichtlichen Sammlung. Denn Bekleidung schützt nicht nur vor der Witterung, sondern unterscheidet sich von Person zu Person. Sie verändert sich im Laufe der Zeit, wird je nach Anlass und persönlichem Geschmack angepasst und ist daher etwas, das jeden Menschen bis heute individuell auszeichnet. Sie zeigt auch, wer zu welcher sozialen Gruppe gehört. Die Kleidersammlung verrät daher sehr viel über die Menschen und ihre Zeit, aber auch über gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Veränderungen im Elbe-Weser-Dreieck in den letzten Jahrhunderten.

Der Bestand im Bachmann-Museum ist über viele Jahrzehnte hinweg zusammengetragen worden, was auch für alle anderen Sammlungsbereiche des Museums typisch ist. Im Depot lagerten die Textilien bisher sorgfältig verpackt in großen Kartons. Einige Stücke kamen verstaubt oder im getragenen Zustand in die Sammlung. Umso wichtiger war es, die Objekte nicht nur zu sichten, sondern auch von Expertinnen behutsam reinigen zu lassen.

Eine Frau in Schutzausrüstung reinigt Trachtenschleifen mit einem Pinsel.
Textilrestauratorin Eva Kümmel bei der Reinigung von Trachtenschleifen. Sie trägt zum Schutz vor Staub während ihrer Arbeit einen Schutzanzug und eine belüftete Schutzmaske. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

Die Diplom-Textilrestauratorin Eva Kümmel aus Lübeck und ihr Team nahmen alle Textilien in den Blick – neben vielen interessanten Objekten auch ein eindrucksvolles Brautkleid aus dem Ende des 19. Jahrhunderts ebenso wie ein historischer Herrenanzug. „Alle Kleidungsstücke sind in einem wirklich guten Zustand, das ist für eine Textilsammlung, die über einen so langen Zeitraum entstanden ist, nicht selbstverständlich. Hier haben die Verantwortlichen im Museum schon seit Jahrzehnten beeindruckende Arbeit geleistet und auf diesen interessanten Bestand gut aufgepasst“, urteilt die Textilrestauratorin.

Speziell für die Textilien baute das Museumsteam in den Räumen des Museums eine sogenannte Arbeitsstraße auf. „So konnten wir den großen Bestand an mehreren Stationen parallel Schritt für Schritt bearbeiten“, verrät Miriam Gáyer. Gáyer verfügt über einen Bachelorabschluss in Konservierung und Restaurierung für Holzobjekte, Möbel und Materialkombinationen und ist seit 2025 für den Bereich der Restaurierung am Bachmann-Museum tätig. In einem ersten Schritt begutachtete Textilexpertin Eva Kümmel den Zustand der Kleidungsstücke, bevor diese mit einem speziellen Staubsauger und Bürsten vorsichtig von trockenem Schmutz befreit wurden. Bei stärkeren Verschmutzungen kam anschließend in einem zweiten Schritt Reinigungsalkohol zum Einsatz.

Danach wurden sie von Lothar Safier übernommen, dem Sammlungsverwalter des Bachmann-Museums. Er fotografierte jedes Objekt, vergab Inventarnummern und pflegte Informationen wie Material, Maße und genaue Bezeichnung der Kleidungsstücke in die digitale Museumsdatenbank ein. „So konnten wir Lücken in der Inventarisierung schließen, haben gleichzeitig ein aktuelles Foto für jedes Objekt ergänzt und können zukünftig über unsere Standortverwaltung jedes Kleidungsstück am Lagerort wiederfinden“, erklärt Safier.

An der letzten Station verpackte das Restauratorenteam die Objekte in spezielle Textilkartonagen. Sie sind groß und flach, sodass die Kleidungsstücke ungefaltet liegen können. Denn jede Falte birgt die Gefahr, dass die empfindlichen Fasern der Stoffe im Laufe der Zeit brechen und dadurch Löcher entstehen. Am Ende des Projektes waren alle Textilien platzsparend und transportsicher in rund 120 Kartons verpackt. Sie sind derzeit eingelagert und warten nun auf ihren Umzug in das zukünftige Zentraldepot.
Das Projekt wurde durch eine Spende der Heinz-Wieker-Stiftung ermöglicht. Diese hat dazu beigetragen, dass das Team des Bachmann-Museums Bremervörde einen weiteren wichtigen Schritt gemacht hat, um die Sammlung dauerhaft zu erhalten. „Es ist ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass es diesem empfindlichen Sammlungsbestand gut geht“, betont Museumsleiterin Ellen Horstrup. „Wir werden weiterhin sehr genau darauf aufpassen und können hoffentlich bald das ein oder andere Objekt in der neuen Dauerausstellung des Museums zeigen.“

Eine schwarze Herrenanzugjacke liegt in einem Archivkarton.
Die Textilien – hier eine Herrenanzugjacke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – wurden fachgerecht ausgepolstert, verpackt und eingelagert. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

(17.02.2026)