Pressearchiv

Im Pressearchiv sind alle Mitteilungen unseres Museums ab dem Jahr 2014 zusammengestellt. Die Berichte des laufenden Jahres finden Sie im Bereich Aktuelles.

Kontakt für Fragen und Hinweise:

Saskia Otten
Telefon: 04761-983 4606 | Mail: saskia.otten(at)lk-row.de

Expertentag im Kreisarchiv

Fachleute ordnen alte Handschriften sowie geologische und archäologische Funde der Besucher ein

Am Sonntag, den 2. November 2025, findet im Kreisarchiv in Bremervörde wieder ein Expertentag für Geologie, Archäologie und alte Handschriften statt. Von 14 bis 17 Uhr laden die Fachleute aus dem Kreisarchiv des Landkreises Rotenburg und aus dem Bachmann-Museum Bremervörde ein, Funde und alte Dokumente vorzulegen und diese erläutern zu lassen.

Fast in jedem Haushalt sind alte handschriftliche Briefe, Tagebücher oder Poesiealben, Urkunden und Postkarten zu finden. Doch die alten deutschen Schriften sind oft schwer zu lesen. Mit diesen Herausforderungen kennen sich die Mitarbeiter des zentralen Archivs des Landkreises Rotenburg aus. Bei der Entzifferung und der zeitlichen Einordnung der Dokumente bieten Kreisarchivar Sönke Kosicki, Archivmitarbeiterin Anke Schriefer und Historiker Dr. Henning Müller an diesem Tag ihre Unterstützung an. Außerdem geben sie Tipps, wie die interessanten alten Handschriften zuhause gut aufbewahrt werden können.

Ob Fossilien, Steinwerkzeuge, Münzen oder Keramikscherben – überall im zentralen Elbe-Weser-Dreieck finden sich Spuren der Erd- und Menschheitsgeschichte. Manchmal sind sie in Steinhaufen an Feldrändern verborgen, werden am Wegesrand zufällig beim Spazierengehen aufgelesen oder treten beim Umgraben im eigenen Garten zu Tage.

Einen detaillierten Blick auf geologische Funde wirft der langjährige Museumsleiter und Geologe Ulrich Schliemann. Die Archäologin Meike Mittmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, beschäftigt sich an diesem Tag mit den archäologischen Objekten und verrät: „Die Funde, die uns die Menschen mitbringen, können sehr vielfältig sein: aus Stein, Metall, Keramik, Holz oder Knochen“. Wie alt diese Funde sind und was sie über die Geschichte unserer Region verraten, können die beiden Fachleute oft schon auf den ersten Blick erkennen.

Das Kreisarchiv ist am Veranstaltungstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Besucher werden gebeten, nur einzelne Funde und Handschriften mitzubringen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bei Fragen erreichen sie das Kreisarchiv unter:  04761/983 51 15, kreisarchiv@lk-row.de und das Bachmann-Museum unter 04761/983 46 03, museum@lk-row.de.

Unsere Tipps: Das Bachmann-Museum ist bei der Veranstaltung mit einem Büchertisch vertreten. Besucher können dort Bücher zur Geschichte, Archäologie, Geologie der Region und die Schriften des Bachmann-Museums erwerben. Darüber hinaus steht nicht nur die regionalgeschichtliche Bibliothek des Kreisarchivs an diesem Tag für alle Interessierten offen, sondern es können auch Rechercheanfragen jeglicher Art an das Archiv gerichtet werden.

Ulrich Schliemann (rechts) ist behilflich, wenn Besucher beim Expertentag im Kreisarchiv mehr über geologische Funde wissen möchten. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

Helfen beim Expertentag beim Entziffern und bei der zeitlichen Einordnung alter Dokumente: Der Historiker Dr. Henning Müller (links) und Kreisarchivar Sönke Kosicki. Foto: Kreisarchiv

(15. Oktober 2025)

„In der Fremde – ,Auf Ziegelei‘ im Elbe-Weser-Raum“

Dr. Horst Rößler referiert am 30. März im Bachmann-Museum Bremervörde

Am Sonntag, den 30. März 2025, lädt das Bachmann-Museum Bremervörde wieder zu
einem seiner Sonntagsvorträge ein. Der Bremer Historiker Dr. Horst Rößler, der seit
vielen Jahren zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen unserer Region
im 18. und 19. Jahrhundert forscht, spricht unter dem Titel „In der Fremde – ‚Auf Ziegelei‘ im Elbe Weser-Raum (1815-1914)“ über ein wichtiges Kapitel der Wirtschaftsgeschichte.
Bereits seit dem Mittelalter wurden in Norddeutschland aus Ton gebrannte Ziegel hergestellt.
Die dafür notwendigen Tonvorkommen waren an vielen Stellen gut erreichbar. Mauerbacksteine und Dachziegel zu verwenden, war allerdings kostenintensiv, daher wurden zunächst besonders Kirchen, Klöster und repräsentative Gebäude aus Backsteinen erbaut. „Im 19. Jahrhundert erlebte die Ziegelherstellung im Zuge von Urbanisierung und Industrialisierung im Elbe-Weser-Dreieck einen starken Aufschwung“, erläutert Dr. Rößler. Nicht nur in den
großen Städten Hamburg und Bremen, sondern auch in den Orten im zentralen Elbe-WeserDreieck wuchs die Zahl der Einwohner rasant an und damit verbunden auch der Bedarf an leicht verfügbaren Baumaterialien. Um die Feuergefahr zu reduzieren, wurden Gebäude sowohl in den Orten als auch auf dem Land mehr und mehr aus massivem Mauerwerk mit Ziegeldächern errichtet.
„Für viele Bauern wurde die Ziegelei zu einem attraktiven wirtschaftlichen Standbein, das
neben der eigentlichen Bewirtschaftung der Höfe zusätzliche Gewinne versprach. Auch im
Raum Bremervörde-Zeven-Rotenburg war in dieser Zeit das ‚Ziegelbrennen‘ von großer Bedeutung“, berichtet der Historiker aus seiner Forschung.
Heute erinnern vielerorts nur noch Straßennamen, aus den Ziegeltongruben entstandene
Seen oder die Ziegelei Bevern als Denkmal der Industriekultur an diesen wichtigen Aspekt
der Wirtschaftsgeschichte. Wann die Betriebe entstanden, an welchen Orten sie sich ansiedelten und wie die Ziegel produziert wurden, erläutert Dr. Rößler in seinem Vortrag. Dabei gilt sein Augenmerk besonders den Arbeitern, die „auf Ziegelei“ die Baumaterialien herstellten. Sie kamen fast immer als Saisonarbeiter aus dem Fürstentum Lippe und verbrachten die Zeit vom Frühjahr bis in den Herbst als willkommene Spezialisten in der Fremde im ElbeWeser-Dreieck. Unter sehr harten Arbeits- und Lebensbedingungen verdienten sie in den Ziegeleien den Lohn für die Ernährung ihrer Familien. Mit dem Übergang von den traditionellen Handstrichziegeleien zu modernen Dampfziegeleien, für die ein großer Kapitaleinsatz nötig war, fand die Zeit der bäuerlichen Ziegeleien und der lippischen Ziegler im Elbe-WeserDreieck ihr Ende.
Der reich bebilderte Vortrag findet am 30. März um 14 Uhr im Veranstaltungsraum des
Bachmann-Museums, Amtsallee 8 in Bremervörde, statt. Eintritt: 5 Euro. Anmeldung wird
empfohlen (E-Mail: museum@lk-row.de, Telefon 04761/983 46 03). Spontane Teilnahme ist
ebenfalls möglich. Die Ausstellung ist derzeit geschlossen. Am Veranstaltungstag sind
Haupteingang, Veranstaltungsraum, Museumsshop und Toiletten geöffnet.

Der Bremer Historiker Dr. Horst Rößler hält am 30. März einen Vortrag im BachmannMuseum Bremervörde. Sein Thema: „In der Fremde – ‚Auf Ziegelei‘ im Elbe Weser-Raum (1815-1914)“. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde
Die Rückseite des Museumsgebäudes mit unverputztem Mauerwerk aus Backsteinen. Foto:
Bachmann-Museum Bremervörde

(5. März 2025)

 

Von der großen Hochzeitstruhe bis zum kleinen Salzkasten

Restauratoren bereiten Holzobjekte für die Umlagerung vor

Es ist die größte Umlagerung in der Geschichte des Museums: Für die anstehende Sanierung durch
den Landkreis Rotenburg (Wümme) räumt die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde das
Museumsgebäude. Etwa 60.000 Objekte werden eingelagert, bis das neue Zentraldepot fertig ist.
In den vergangenen Monaten haben neben dem Museumsteam auch einige spezialisierte
Restauratorinnen und Restauratoren dieses große Projekt unterstützt.
Eine besonders große Aufgabe hatte Christiane Rosenkranz. Die staatlich geprüfte Restauratorin für
Möbel und Holzobjekte hat ihre Werkstatt in der Nähe von Elmshorn und arbeitet seit 1996 für
Museen, Behörden, Denkmalpflege und auch für private Kunden. Bei der Umlagerung der
Sammlungsobjekte in das Zwischenlager war sie zusammen mit ihrem Kollegen, dem ebenfalls
staatlich geprüften Restaurator Ralf Karisch aus Dresden, für alle Objekte aus Holz zuständig.
Bis in das 20. Jahrhundert hinein war Holz der am meisten verwendete Werkstoff. Häuser, Möbel,
Transportmittel und unzählige Gegenstände des Alltags waren aus diesem Material, sogar die
Werkzeuge zur Bearbeitung von Holz selbst. Daher überrascht es nicht, dass auch innerhalb des
Umlagerungsprojektes der Sammlung zur Geschichte und Volkskunde des zentralen Elbe-WeserDreiecks im Bachmann-Museum Objekte aus Holz die größte Sammlungsgruppe darstellen. Mit den
Vorbereitungen der Objekte für die Umlagerung waren Christiane Rosenkranz und ihr Kollege Ralf
Karisch mehrere Wochen intensiv beschäftigt.
„Holz ist ein sehr vielseitiges Material, das mich immer wieder aufs Neue fasziniert“, sagt die
Restauratorin. „Es macht mir sehr große Freude, die alten Techniken zur Verarbeitung von Holz zu
sehen und durch meine Arbeit einen Beitrag zu dem Erhalt von historischem Kulturgut zu leisten.“
Von der großen Eichentruhe mit originaler Farbfassung aus dem 18. Jahrhundert über den
imposanten Überseekoffer und das große Holzrelief des „Deutschen Kriegers“ aus dem Jahr 1915 bis
hin zu einem kleinen Salzkasten oder Schusterleisten ist nicht nur die Bandbreite der Objekte im
Bachmann-Museum sehr groß, auch deren Größe und die Anforderungen an die Umlagerung sind
sehr unterschiedlich. Die Fachleute reinigten alle Sammlungsstücke sorgfältig, kontrollierten den
Zustand und verpackten sie, soweit es die Größe zuließ, in die genormten Lagerboxen. Die vielen
größeren Objekte, wie zum Beispiel der große Koffer oder die Nagelfigur erhielten an den
empfindlichen Stellen eine Polsterung und wurden vollständig in eine Spezialfolie gehüllt.
„Damit auch diese Objekte sicher transportiert werden konnten, haben wir Hinweise auf die
Verpackung geschrieben, damit klar ist, wie und wo das Objekt beim Transport angefasst werden
kann“, berichtet Rosenkranz. Dank dieser sorgfältigen Vorbereitung sind inzwischen auch alle
Holzobjekte gut und sicher im Zwischenlager angekommen.
Museumsleiterin Ellen Horstrup freut sich über die sehr gute und professionelle Zusammenarbeit mit
den beiden Holzspezialisten. Ihr Dank gilt dem Landkreis Rotenburg, der mit einer Zuwendung dieses
große Umlagerungsprojekt möglich macht.

Christiane Rosenkranz (Mitte) und Ralf Karisch besprechen mit Museumsmitarbeiterin Meike
Mittmann, wie die Objekte für die Umlagerung sicher verpackt werden. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde
Der große Koffer für die Schiffsreise über den Atlantik wurde in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts hergestellt. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

(14. Februar 2025)

 

Bremervörder Stadtgeschichte im 19. Jahrhundert

Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde veröffentlicht Text von Frau Dr. Elfriede Bachmann (1936-2023)

Eine für Bremervörde und die Region prägende Zeit ist das Thema der Neuerscheinung der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde. Grundlage der Publikation ist der Text eines Vortrags von Dr. Elfriede Bachmann (1936-2023) aus dem Jahr 2015 im Bachmann-Museum Bremervörde. Darin schilderte sie die Geschichte der Stadt im 19. Jahrhundert. Mit der Veröffentlichung kommt die Stiftung dem Wunsch vieler Besucher der Vorträge nach und möchte an die im Juni 2023 verstorbene Historikerin und Archivarin erinnern.

Viele Jahrzehnte hat Frau Dr. Elfriede Bachmann, die langjährige Leiterin des Kreisarchivs und des nach ihrem Vater benannten Bachmann-Museums Bremervörde, zur Geschichte des Elbe-Weser-Dreiecks und der Stadt Bremervörde geforscht. Ihre zahlreichen sorgfältig recherchierten wissenschaftlichen Publikationen bilden bis heute die Grundlage für die Erforschung dieser geschichtsträchtigen Region. Darüber hinaus gelang es Frau Dr. Bachmann immer wieder, in Vorträgen die Geschichte der Region kurzweilig und spannend darzustellen.

In dem jetzt erschienenen vierten Band der „Kleinen Schriften des Bachmann-Museums Bremervörde“ veröffentlicht die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde einen dieser Vortragstexte der 2023 verstorbenen Forscherin. Unter dem Titel „Ein Tag im Krankenhaus kostete eine Mark – Bremervörde im 19. Jahrhundert“ schildert der Text den für den Ort und die Region bedeutenden Aufschwung im 19. Jahrhundert.

Die Bevölkerung von Bremervörde wuchs, neue Bauplätze wurden erschlossen und viele bis heute wichtige Institutionen wurden gegründet. So behandelt die Publikation unter anderem den Bau und Betrieb des Krankenhauses, den Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz, den Ausbau des Schulwesens, zu dem auch die Ackerbauschule gehörte, und die Gründung der Sparkasse, die zunächst in einem Privathaus betrieben wurde.

„Ein spannender Blick in eine Zeit, die das heutige Bremervörde so umfassend geprägt hat wie wahrscheinlich keine andere“, meint Bürgermeister Michael Hannebacher, der als Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde das Grußwort beigetragen hat. „Wer heute durch die Stadt Bremervörde geht, sieht viele Institutionen und Gebäude, die in dieser Zeit entstanden sind. Die Bewohner der Stadt, aber auch die Menschen der Region, profitieren bis heute von diesen Errungenschaften.“

Der jetzt veröffentlichte Text bildete die Grundlage für den Vortrag, den Frau Dr. Bachmann im Jahr 2015 im Bachmann-Museum Bremervörde gehalten hat. „Wie jedes Mal, wenn sie einen Vortrag hielt, war das Interesse so groß, dass unser Veranstaltungsraum nicht genug Platz für alle Interessierten bot. Daher hat sie diesen Vortag zwei Wochen später noch einmal gehalten“ erinnert sich Museumsleiterin Ellen Horstrup. Besucher der Vorträge äußerten oft den Wunsch, die Textgrundlagen von Frau Dr. Bachmann sollten veröffentlicht werden. Diese Idee kann die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde mit der jetzt vorliegenden Neuerscheinung für diesen Vortrag umsetzen und möchte damit zugleich an die im Jahr 2023 Verstorbene erinnern.

„Mein großer Dank geht an den Landschaftsverband Stade, der mit seiner Förderung die Veröffentlichung überhaupt erst möglich gemacht hat“, betont Museumsleiterin Ellen Horstrup. Für diesen neuen Band wurden Konzept und Layout der „Kleinen Schriften des Bachmann-Museums Bremervörde“ aktualisiert. Ab jetzt erscheint die Reihe in einem quadratischen Format und bietet so mehr Platz für eine attraktive Gestaltung von Text und Abbildungen. Neben Objekten aus dem Bachmann-Museum zeigt die Publikation Fotos aus Bremervörde um 1900 aus dem Archiv der Familie Bachmann, das sich nun im Eigentum der Stiftung Bachmann-Museum befindet. Das Kreisarchiv des Landkreises Rotenburg (Wümme) hat das Vorhaben ebenfalls mit Fotos und Postkarten unterstützt und auch die Digitalisierung der alten Aufnahmen übernommen.

Informationen zur Neuerscheinung:

„Ein Tag im Krankenhaus kostete eine Mark – Bremervörde im 19. Jahrhundert“, Kleine Schriften des Bachmann-Museums Bremervörde, Band 4

Autorin: Dr. Elfriede Bachmann

Herausgeber: Dr. Stefan Hesse, Ellen Horstrup

Format 21 x 21 Zentimeter, 28 bebilderte Seiten

ISBN 978-3-944633-05-3

Preis 6,90 €

Erhältlich im Bachmann-Museum Bremervörde (Telefon 04761/983 46 03, museum@lk-row.de) und im Buchhandel.

Präsentieren die Neuerscheinung der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde: Museumsleiterin Ellen Horstrup und der stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende und Bremervörder Bürgermeister, Michael Hannebacher. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

(2. Januar 2025)

Geologie, Archäologie und alte Handschriften – Expertentag im Kreisarchiv

Am Sonntag, 27. Oktober, findet im Kreisarchiv in Bremervörde wieder ein
Expertentag für Geologie, Archäologie und alte Handschriften statt. Von 14 bis 17 Uhr
erfahren Besucher in Gesprächen mit Fachleuten des Bachmann-Museums
Bremervörde und des Kreisarchivs des Landkreises Rotenburg mehr über ihre Funde
und alten Dokumente.

Ob Fossilien, Steinwerkzeuge, Münzen oder bunte Keramikscherben – überall im ElbeWeser-Dreieck finden sich Spuren der Erd- und Menschheitsgeschichte: Manchmal sind sie
in Steinhaufen an Feldrändern verborgen, werden am Wegesrand zufällig von
Spaziergängern aufgelesen oder treten beim Umgraben im eigenen Garten zu Tage. Wie alt
diese Funde sind und was sie über die Geschichte unserer Region verraten, können die
Fachleute vom Bachmann-Museum Bremervörde oft schon auf den ersten Blick erkennen.
Beim Expertentag sind die Archäologin Meike Mittmann und der Geologe Ulrich Schliemann
bei der zeitlichen und inhaltlichen Einordnung von Fundstücken behilflich.
Auch handschriftliche Briefe, Tagebücher, Urkunden oder Postkarten aus vergangenen
Tagen sind in fast jedem Haushalt zu finden. Bei der Entzifferung und zeitlichen Einordnung
der Dokumente bieten Kreisarchivar Sönke Kosicki, Archivmitarbeiterin Anke Schriefer und
Historiker Dr. Henning Müller anlässlich des Expertentages ihre Unterstützung an. Mit alten
deutschen Schriften kennen die Drei sich aus, bei ihrer Arbeit im zentralen Archiv des
Landkreises Rotenburg haben sie täglich damit zu tun. Wie das Bachmann-Museum leistet
auch das Kreisarchiv einen wichtigen Beitrag zur Überlieferung und öffentlichen Vermittlung
der Geschichte der Region. Unterlagen privater Herkunft, Sammlungen zur Kreisgeschichte,
historische Pläne und Karten, Urkunden sowie eine umfangreiche Bibliothek ergänzen das
amtliche Archivgut.
Besucher werden gebeten, zum Expertentag nur einzelne Funde und Handschriften
mitzubringen.
Das Kreisarchiv ist am Veranstaltungstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die Teilnahme ist
kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Telefonisch ist das Kreisarchiv unter der
Rufnummer 04761/983 51 15 zu erreichen, kreisarchiv@lk-row.de. Die Museumsverwaltung
ist unter Telefon 04761/983 46 03 erreichbar, museum@lk-row.de.
Unser Tipp: Das Bachmann-Museum ist bei der Veranstaltung mit einem Büchertisch
vertreten. Besucher können dort Bücher und Postkarten zur Archäologie und Geologie der
Region, aber auch die Schriften „Den eersten sein Dot, den tweeten sien Not …“ über die
Moorkolonisation sowie „Auf in die Fremde“ zum Thema Auswanderung aus dem zentralen
Elbe-Weser-Dreieck erwerben. Zudem steht die regionalgeschichtliche Bibliothek des
Kreisarchivs für alle Interessierten offen.

Ulrich Schliemann (rechts) ist behilflich, wenn Besucher beim Expertentag im Kreisarchiv mehr über geologische und archäologische Funde wissen möchten. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde
Helfen beim Expertentag am 27. Oktober beim Entziffern und bei der zeitlichen Einordnung alter Dokumente: Der Historiker Dr. Henning Müller (links) und Kreisarchivar Sönke Kosicki. Foto: Bachmann-Museum Bremervörde

(11.10.2024)

Gemälderestauratorin unterstützt Museumsteam

Der Landkreis Rotenburg bereitet für das Hauptgebäude des Bachmann-Museums Bremervörde eine umfassende Sanierung vor. Deshalb müssen alle dort untergebrachten Sammlungsobjekte der Stiftung Bachmann-Museum ausziehen. Bereits seit dem vergangenen Jahr arbeitet das Museumsteam an der größten Umlagerung in der Museumsgeschichte. Sie soll bis November abgeschlossen sein. In diesem Jahr wird das Museumsteam durch einige spezialisierte Experten unterstützt.

Dazu zählt die Restauratorin Jasmin Wollenhaupt, M.A., die sich zusammen mit ihrer Berufskollegin, Restauratorin Maja Rinck M.A., um alle Gemälde, Zeichnungen, Drucke und alten Bücher kümmert. In den vergangenen Wochen sind insgesamt etwa 1.000 Objekte durch die Hände der beiden Expertinnen gegangen.

Die Objekte im Bachmann-Museum haben Jasmin Wollenhaupt begeistert. „Die Sammlung ist beeindruckend vielfältig. Meine Kollegin und ich haben einen interessanten Einblick erhalten und trotzdem nur einen kleinen Teil gesehen. Neben den bekannten Kunstwerken wie dem Findorff-Portrait und dem Kupferstich von Matthäus Merian mit dem Bremervörder Schloss gibt es noch so viel mehr interessante Objekte. Es war jedes Mal spannend, sich mit einem neuen Stück aus der Sammlung zu beschäftigen. Da kamen immer wieder kleine Schätze zum Vorschein“, sagt Wollenhaupt und zeigt ein Ölgemälde, auf dem eine hügelige Heidelandschaft zu erkennen ist. Ein Blick auf die Rückseite verrät, dass es sich um das „Hügelgrab Nr. 18 auf dem Langenberg bei Sassenholz“ handelt. Der Steuerinspektor Emil Schache (1879-1969) hat es 1964 in Zeven gemalt. Im selben Jahr hat August Bachmann das Gemälde in seine Sammlung übernommen, soviel ist bisher zur Geschichte des Objektes bekannt. Der Grabhügel in Sassenholz ist seit dieser Zeit ein Bodendenkmal. Er stammt aus der Steinzeit oder Bronzezeit, sein genaues Alter ist noch ungewiss. Die ur- oder frühgeschichtliche Grabstätte liegt heute gut erkennbar in einem Waldstück.

Damit das Gemälde und alle anderen Objekte die kommenden Jahre gut überstehen, mussten Wollenhaupt und Rinck zunächst prüfen, ob ihr Zustand eine Umlagerung in ein anderes Gebäude zulässt. Die gute Nachricht: Für alle Sammlungsstücke aus ihrem Fachgebiet konnten die beiden Spezialistinnen grünes Licht geben. Inzwischen haben sie die Objekte gereinigt und für den Transport und die Einlagerung sorgfältig verpackt.

Jasmin Wollenhaupt, die sowohl für Museen als auch für Privatpersonen arbeitet, gibt noch einen Tipp, wie Kunstwerke in einem guten Zustand bleiben: „Eine große Gefahr für jedes Kunstwerk ist direkte Sonneneinstrahlung und zu viel Feuchtigkeit. Daher sollte man nicht nur im Museum, sondern auch zu Hause genau überlegen, wo ein Kunstwerk hängt, zum Beispiel nicht direkt am Fenster oder an der Haustür. Was mir besonders am Herzen liegt: Wenn wirklich mal etwas passiert ist oder man Veränderungen feststellt, dann bitte unbedingt zuerst einen Experten fragen. Im Internet kursieren zwar inzwischen viele Tipps, wie man sich selbst helfen kann, aber die können zum Teil großen Schaden anrichten.“

Restauratorin Jasmin Wollenhaupt (M.A.) bei der Begutachtung des Gemäldes „Hügelgrab Nr. 18 auf dem Langenberg bei Sassenholz“ von Emil Schache.
Zu den zahlreichen Objekten, die Jasmin Wollenhaupt und Maja Rinck begutachtet und für die Umlagerung verpackt haben, gehört der kolorierte Kupferstich des Bremervörder Schlosses um 1653 von Matthäus Merian, dem Jüngeren. Fotos: Bachmann-Museum Bremervörde

(06.09.2024)

Auszug der Objekte beginnt

Stiftung Bachmann-Museum räumt Gebäude

Mit der Umlagerung der Objekte vom Dachboden in die früheren Ausstellungsräume
im Erdgeschoss haben im vergangenen Jahr im Bachmann-Museum Bremervörde die
Vorbereitungen zum sanierungsbedingten Auszug aus dem Museumsgebäude
begonnen. In diesem Jahr stehen die Bestände im ersten Obergeschoss im
Blickpunkt. Während das Museumsteam und Spezialisten die Objekte nach und nach
auf den Auszug vorbereiten, ziehen die ersten sorgfältig gepackten Boxen bereits in
ein Zwischenlager um. Ermöglicht wird diese für das Museum bisher größte
Umlagerung durch die finanzielle Zuwendung des Landkreises Rotenburg (Wümme).
Nach außen liegt das Museumsgebäude ruhig im sommerlichen Museumspark, doch die
Museumsmitarbeiter und viele Spezialisten arbeiten auch in diesem Jahr weiter intensiv an
dem Ziel, alle Sammlungsobjekte aus dem Gebäude zu bringen. Museumsleiterin Ellen
Horstrup betont: „Es ist die größte Umlagerung in der langen Geschichte des Museums.
Insgesamt werden wir bis Ende des Jahres über 60.000 Objekte aus dem Museumsgebäude
in Zwischenlager in Bremervörde bringen.“ Die Sammlung sei der Kern des Museums, daher
müsse jeder Schritt professionell und vorsichtig erfolgen. „Ein so großes Projekt kann die
Stiftung Bachmann-Museum als Eigentümerin der Objekte nur mit der finanziellen
Unterstützung durch den Landkreis Rotenburg umsetzen“, erklärt die Historikerin.
Seit mindestens drei Jahren hat die Stiftung Bachmann-Museum gemeinsam mit dem
Landkreis Rotenburg (Wümme) und der Stadt Bremervörde nach einem geeigneten
Zwischenlager gesucht.
Im Frühjahr 2023 entschied man sich dafür, eine Gewerbehalle zu nutzen, die im Besitz des
Landkreises ist und von ihm zur Verfügung gestellt wurde. Bis dahin war die jetzige
Zwischenlagerlösung noch als saniertes und gemäß den konservatorischen Anforderungen
ertüchtigtes Hauptdepot angedacht. Der Landkreis baute die Halle in Zusammenarbeit mit
der Stiftung Bachmann-Museum um, so dass sie bis zum Neubau annähernd den
konservatorischen und versicherungstechnischen Anforderungen entspricht. Die Übergabe
des Zwischenlagers an das Bachmann Museum erfolgte im Mai 2024.
Im Museum starteten die Umzugsvorbereitungen schon 2022 mit der Räumung des
Dachbodens und dem Abbau der kompletten Ausstellung. Die leeren Ausstellungsräume
dienen seitdem als Lagerflächen für die fertig verpackten Objekte. Der Veranstaltungsraum
des Museums wird zur Unterbringung von Verpackungsmaterialien und Arbeitsgerät genutzt.
Bis vor kurzem stand die gesamte frühere Ausstellungsfläche voll mit grauen Boxen, in
denen sich die sorgfältig verpackten Museumsobjekte befinden. Auch im ersten Stock
türmten sich die beschrifteten Kunststoffbehälter in einem eigens dafür vorbereiteten
Bereich.
Etwa 800 Boxen mit archäologischen und geologischen Objekten, aber auch einige kleine
Möbel und Holzobjekte, Textilien und Gemälde sind mit professioneller Unterstützung durch
die Bremervörder Spedition Meyer schon in das Zwischenlager umgezogen. Ein detailliertes
Standortverwaltungssystem in der digitalen Museumsdatenbank ermöglicht es, die Objekte
an den neuen Lagerungsorten wiederzufinden. Nur so können in den kommenden Jahren die
wichtigen anstehenden Aufgaben des Museums wie etwa die Neukonzeption der Ausstellung
im sanierten Museumsgebäude weitergeführt werden.
Der Objektbestand, der sich bislang noch im Museum befindet, ist vielfältig: von Glas und
Porzellan über Metallobjekte bis hin zu Tierpräparaten und großen Möbeln. Daher wird das
Museumsteam weiterhin durch spezialisierte Restauratorinnen unterstützt, die sich in eigens
dafür eingerichteten Arbeitsbereichen um diese Bestände kümmern. Die Objekte werden
gereinigt und auf ihren Zustand überprüft, um zu erkennen, ob und wie sie transportiert
werden können. Anschließend werden sie für den Umzug und die Einlagerung verpackt.
Restauriert werden die Objekte nicht.
„Wir schätzen, dass wir noch einmal etwa 400 gepackte Boxen umlagern werden“, erläutert
Sammlungsverwalter Lothar Safier. „Dazu kommen dann noch die Möbel und alle anderen
Objekte, die zu groß für die Boxen sind.“ Aktuell bereitet sich das Museumsteam auf das
nächste Umzugsintervall noch im August vor.

Die Mitarbeiter der Spedition Meyer transportieren die Boxen mit den Museumsobjekten
vorsichtig aus dem Musemsgebäude.
Im Zwischenlager werden die Boxen nach einem genauen Plan in die Regale einsortiert.

(21.08.2024)

Ein Geschenk aus dem Jahr 1904

Vorstandshammer aus Museumsbestand erzählt vom Vereinsleben in Amerika

Vor genau 120 Jahren hat der Bremervörder Verein von Brooklyn sein 25-jähriges
Bestehen gefeiert. Aus diesem Anlass bekam er von dem Verein der Auswanderer aus
dem Amt Bremervörde in New York einen zierlichen Elfenbeinhammer geschenkt, der
heute zum Sammlungsbestand des Bachmann-Museums gehört. Das einmalige
Objekt erzählt von einem der bedeutenden Themen des zentralen Elbe-WeserDreiecks: der Auswanderung im 19. Jahrhundert.
Zwischen 1830 und 1914 wanderten nach offiziellen Zahlen etwa 22.000 Menschen aus dem
Elbe-Weser-Dreieck in die Vereinigten Staaten aus. Erste Station war für viele Auswanderer
die Metropole New York. Manche zogen von dort aus weiter und fanden in den ländlichen
Gebieten wie etwa in Cole Camp im County Benton in Missouri eine neue Heimat. Andere
blieben in New York oder einer anderen Großstadt.
Für die meisten Eingewanderten war der Neuanfang mit harter Arbeit und schlechten
Lebensbedingungen verbunden, aber auch mit der Chance, sich ein eigenes Leben
aufzubauen. Zahlreiche Frauen arbeiteten in New York als Dienstmädchen, die Männer
fanden häufig Arbeit im Lebensmittelhandel, der zum Beispiel in Brooklyn fest in den Händen
von Norddeutschen war.
Viele Deutsche organisierten sich in der neuen Heimat in Vereinen, die es zum Beispiel auch
für Auswanderer aus den Ämtern Rotenburg oder Bremervörde, aus Zeven, Bremervörde,
Lamstedt oder Selsingen gab. Das gesellige Beisammensein, die Erinnerung an die alte
Heimat und die Pflege der deutschen Sprache waren wichtige Ziele, die auch der 1879
gegründete Bremervörder Verein Brooklyn verfolgte. Wichtig war aber auch die
Unterstützung der Vereinsmitglieder: Kranke und arbeitsunfähige Mitglieder bekamen eine
wöchentliche finanzielle Unterstützung, Hinterbliebene erhielten Sterbegeld. Darüber hinaus
unterstützte der Bremervörder Verein Brooklyn auch „Notleidende in Bremervörde“, das
Deutsche Rote Kreuz oder die 1906 von einem Erdbeben betroffenen Mitglieder des
Bremervörder Vereins von San Francisco.
Der kleine Elfenbeinhammer war ein Jubiläumsgeschenk. Die „Brooklyner“ bekamen ihn
1904 zum 25-jährigen Vereinsbestehen geschenkt. Auswanderer aus dem Amt
Bremervörde, die in New York ebenfalls einen Verein gegründet hatten, überreichten das
Präsent in einer mit rotem Samt ausgekleideten Schatulle: „GEWIDMET DEM Bremervörder
Verein VON BKLYN 1879-1904 VON Amt Bremervörder Verein VON NEW YORK“, heißt es
in der Gravur auf dem Silberband, das um den Hammerkopf läuft.
Die Größe und die Form erinnern an die aus Holz hergestellten Hämmer, die bis heute in
Amerika bei Gericht zum Einsatz kommen, in Deutschland bei öffentlichen Auktionen.
Wahrscheinlich sollte er, der in der Museumsdatenbank als „Vorstandshammer“ aufgeführt
wird, bei den Sitzungen des Vereinsvorstands zum Einsatz kommen. Ob er jedoch je
gebraucht wurde, kann heute nicht mehr gesagt werden. Gebrauchsspuren zeigt das mit
Rillen und Wülsten verzierte, knapp 20 Zentimeter lange Sammlungsstück nicht.

Der Bremervörder Verein Brooklyn wurde 1962 nach fast 100 Jahren aufgelöst. Den
„Vorstandshammer“ und weitere Zeugnisse der Vereinsgeschichte schickte Otto Betke nach
Bremervörde mit der Bitte „um einen würdigen Platz für die Sachen in ihrem Museum zur
Erinnerung an ihre Landsleute in Amerika“.
„Der Hammer ist für das Museum ein ganz wichtiges Objekt“, betont Museumsleiterin Ellen
Horstrup. „Er erzählt vom Leben der Auswanderer in der neuen Welt, macht aber auch
deutlich, dass ihre Verbindungen in die frühere Heimat im zentralen Elbe-Weser-Dreieck
weiterhin bestanden – und in vielen Fällen bis heute bestehen. Ich hoffe, dass wir dieses
einmalige Objekt nach der geplanten Sanierung in der neuen Dauerausstellung zeigen
können.“
Unser Tipp:
Die Publikation des Museums mit dem Titel „Auf in die Fremde“ zur Auswanderung aus dem
zentralen Elbe-Weser-Dreieck ist im Museum und im Buchhandel erhältlich. Weitere
Informationen unter www.bachmann-museum.de.

Der 1904 an den Bremervörder Verein Brooklyn verschenkte Elfenbeinhamnmer.
Auswanderer nach Amerika besteigen den Dampfsegler „Mosel“ des Norddeutschen Lloyd
in Bremerhaven, kolorierter Holzstich um 1880. Fotos: Bachmann-Museum

(25.07.2024)

Neue Impulse für die Museumsarbeit

Treffen der Museen im Bachmann-Museum: Vertreter der Sammlungen im Landkreis Rotenburg pflegen Kontakte

Knapp 30 überwiegend ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen am jüngsten Treffen der Museen und Sammlungen im Landkreis Rotenburg im Bachmann-Museum Bremervörde teil. Die Zusammenkünfte finden zweimal jährlich in wechselnden Museen statt. Die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Einrichtungen informieren sich über aktuelle Themen, tauschen Erfahrungen aus und pflegen Kontakte.

Aus allen Teilen des Landkreises kamen Teilnehmer in das Bachmann-Museum: aus Rotenburg, Sittensen, Fintel, Heeslingen, Selsingen, Gnarrenburg, Iselersheim, Hesedorf … Die weiteste Anreise hatte Bernhard Kolb, der als Vertreter für das Stuhmer Heimatmuseum in Bremervörde aus Wiesbaden angereist war und deshalb besonders herzlich von Museumsleiterin Ellen Horstrup, der Organisatorin der Treffen, begrüßt wurde. Die Gastgeberin gab zum Auftakt des Treffens vor dem Museumsgebäude einen interessanten Einblick in die Geschichte des Bremervörder Schlosses.

Anschließend begann das Tagungsprogramm mit einer Vorstellungsrunde, bei der ein jeder/eine jede von den Themenschwerpunkten und aktuellen Entwicklungen in den unterschiedlichen Einrichtungen berichtete. Es wurde deutlich, wie vielfältig die Museen und Sammlungen im Landkreis Rotenburg (Wümme) sind und mit wieviel Ideen und Begeisterung die meist ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen sich engagieren.

Welche Möglichkeiten bestehen, finanzielle Unterstützung für diese Arbeit zu erhalten, stellte Dr. Moritz Geuther, Museumsberater beim Landschaftsverband Stade, am Beispiel dreier aktueller Förderprogramme des Landschaftsverbandes vor. Aus dem Topf „Regionale Kulturförderung aus Landesmitteln“ vergibt der Landschaftsverband Stade jährlich insgesamt rund 300.000 Euro an Vereine, kommunale Einrichtungen und andere privatrechtliche Träger. Hier sind bisher nur wenige Museen mit Anträgen vertreten. Die Förderung „Bewahrung von Museumsbeständen“ unterstützt jedes Jahr gezielt Maßnahmen zum Erhalt von Kulturgut in Museen im Elbe-Weser-Dreieck. Auch das „Niedersächsische Förderprogramm für kleine Kultureinrichtungen“ wird 2024 neu aufgelegt. Ausführliche Informationen zu allen Förderprogrammen und zur Antragsstellung gibt es auf der Website des Landschaftsverbandes, Für Fragen rund um die Antragstellung steht Moritz Geuther gerne zur Verfügung.

Im zweiten Vortrag ging es um die Frage, die für die Arbeit in jedem Museum wichtig ist: „Wie komme ich mit meiner Nachricht in die Zeitung?“ Frauke Siems gab praktische Tipps für eine erfolgreiche Pressearbeit. Die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Bachmann-Museum war viele Jahre Lokalredakteurin bei der Bremervörder Zeitung und erläuterte, wie man eine gute Pressemitteilung schreibt, was es formal sowie inhaltlich zu beachten gibt und welche Regeln für eine gedeihliche Zusammenarbeit mit den Zeitungsredaktionen sorgen. Sie empfahl eine sachlich-informative Sprache und „eine gewisse Distanz zur eigenen Einrichtung beziehungsweise Arbeit“. Fazit der Vortragenden: „Eine gut geschriebene Pressemitteilung erleichtert Journalisten die Arbeit und macht sie neugierig und ist damit die beste Voraussetzung, um in die Zeitungen zu kommen.“

Nach vielen Fragen, Anregungen und Diskussionsbeiträgen verabschiedeten sich die Teilnehmer bis zum nächsten Termin im Herbst. „Unsere Treffen stehen allen Interessierten offen, die im Landkreis Rotenburg eine Sammlung oder ein Museum betreuen. Sollte eine

Einrichtung bisher noch keine Einladung bekommen, kann sie sich gerne bei mir melden“, betont Museumsleiterin Ellen Horstrup.

Kontakt: Bachmann-Museum Bremervörde, Amtsallee 8, 27432 Bremervörde, Telefon 04761/983 46 03, museum@lk-row.de, www.bachmann-museum.de.

Dr. Moritz Geuther, Museumsberater beim Landschaftsverband Stade, informierte die Teilnehmer des Treffens über aktuelle, für Museen interessante Förderprogramme des Verbandes.
Frauke Siems gab den überwiegend ehrenamtlichen Museumsmitarbeitenden Tipps für eine erfolgreiche Pressearbeit.

(30.05.2024)

Auf den Spuren des Bremervörder Schlosses

Internationaler Museumstag: Bachmann-Museum Bremervörde bietet Rundgang an

Das Bachmann-Museum Bremervörde bietet am Sonntag, den 19. Mai um 10.30 Uhr, anlässlich des Internationalen Museumstages einen Rundgang zur Geschichte des Bremervörder Schlosses an. Die stark befestigte Schlossanlage, die Ende des 17. Jahrhundert aufgegeben und abgetragen wurde, hat viele Spuren hinterlassen, die einen spannenden Einblick in die Geschichte ermöglichen.  

Der Internationale Museumstag findet inzwischen zum 47. Mal statt. Die Museen in Deutschland laden in diesem Jahr unter dem Motto „Museen mit Freude entdecken“ mit einer Vielzahl von Aktionen und Veranstaltungen ein.

Bei einem Rundgang um das Bachmann-Museum erfahren die Teilnehmer Interessantes zur Bremervörder Schlossgeschichte. Bereits im Mittelalter stand am Übergang über die Oste eine Burganlage. Bis in das 17. Jahrhundert entwickelte sie sich zu der größten befestigten Schlossanlage des Elbe-Weser-Dreiecks. Sie war Residenz, Verwaltungsmittelpunkt und Festung der Bremer Erzbischöfe. Nach einer wechselvollen Geschichte im 17. Jahrhundert wurde die Anlage gegen Ende des Jahrhunderts aufgegeben und abgetragen. Nur das heute denkmalgeschützte Museumsgebäude, das als Kanzlei und Marstall des Schlosses errichtet wurde, blieb als Verwaltungssitz erhalten. Es ist heute das älteste Gebäude der Stadt Bremervörde.

Die ehemalige Schlossanlage und ihre Geschichte haben zahlreiche Spuren hinterlassen, am Museumsgebäude selbst und auf dem Areal um den sogenannten „Burgberg“. Museumsleiterin Ellen Horstrup lädt die Gäste am Pfingstsonntag ein, bei einem Rundgang einige dieser Spuren und damit die spannende Geschichte des Bremervörder Schlosses zu entdecken.

Die Veranstaltung findet am 19. Mai um 10.30 Uhr statt, Treffpunkt ist das Bachmann-Museum, Amtsallee 8 in 27432 Bremervörde. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Ausstellung des Museums ist zurzeit geschlossen, Eingang, Museumsshop und Toiletten sind zu diesem Termin geöffnet. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 04761/983 4603 und online unter www.bachmann-museum.de.

(03.05.2024)

Ein mächtiger Schlüssel erzählt Geschichte

Bachmann-Museum Bremervörde gibt Leihgaben zur Ausstellung im Kreisarchiv

Einige ausgewählte Objekte aus der umfassenden Sammlung des Bachmann-Museums Bremervörde sind am Sonnabend, 2. März, von 9.30 bis 17 Uhr, sowie am darauffolgenden Montag und Dienstag, 4. und 5. März, von 9 bis 16 Uhr, anlässlich des „Tages der Archive“ im Kreisarchiv Bremervörde zu sehen. Das Team um Museumsleiterin Ellen Horstrup freut sich, die Ausstellung „Von Festmählern, ,Trunkenbolden‘ und Hungersnöten“ unter anderem mit Flaschen aus der Bremervörder Schlossberg-Brauerei bereich

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bachmann-Museums, Meike Mittmann, übergibt eine Rumflasche aus der Sammlung als Leihgabe an Archivleiter Sönke Kosicki. Auf dem Flaschenetikett ist „Der milde Rum für zünftigen Bremervörde Grog“ zu lesen.

ern zu können.
„Die Idee des Kreisarchivs, neben den Dokumenten des Archives auch Objekte der Regionalgeschichte aus unserem Bestand zu präsentieren, hat uns gleich überzeugt“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Meike Mittmann. Das Bachmann-Museum hat zum im wörtlichen Sinne lebenswichtigen Thema „Essen und Trinken“, dem diesjährigen Motto des bundesweiten „Tages der Archive“, eine Reihe passender Objekte in seiner Sammlung.

Die Bierflaschen der Schlossberg-Brauerei lassen sich anhand ihrer unterschiedlichen Beschriftungen und mit Hilfe der Archivalien des Kreisarchivs datieren. Auch der mächtige Schlüssel zum Eiskeller der Brauerei wird zum „Tag der Archive“ im Kreisarchiv zu sehen sein. Er erzählt ein Stück Wirtschaftsgeschichte vor der Erfindung moderner Kühltechnik. Inhaber-Familie Reuning hat August Bachmann den Schlüssel 1932 für seine Museumssammlung übergeben. Bei der Übergabe der gut erhaltenen Artefakte an Kreisarchivleiter Sönke Kosicki freute sich Meike Mittmann über „die tolle Kooperation und den wissenschaftlichen Austausch mit dem Kreisarchiv.“ Beide Einrichtungen, Bachmann-Museum und Kreisarchiv, sind in ihrem Kern August Bachmann (1893 bis 1983) zu verdanken. Das Museum sammelt und bewahrt Objekte zur Geschichte des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks. Ihre Erforschung wird unter anderem durch die Informationen aus den Dokumenten des Kreisarchivs ermöglicht.

(28. Februar 2024)

Winzig kleines Loch hilft bei hochkarätiger Forschung

Metallanalyse im Bachmann-Museum: Forscher untersucht seltenen Bronzedolch aus der Sammlung

Die Ausstellung im Bachmann-Museum Bremervörde ist geschlossen, eine umfassende Gebäudesanierung in Vorbereitung. Die Ausstellungsstücke ziehen in Kürze aus, doch hinter den alten Mauern geht die Forschung zur Geschichte des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks weiter. Für einen 3.500 Jahre alten Dolch aus der Sammlung interessieren sich zum Beispiel gerade Forscher aus Mannheim.

Bart Cornelis bohrt an der dicksten Stelle des Kurzschwertes mit einem Spezialbohrer ein winzig kleines Loch in die Klinge.

Museumsleiterin Ellen Horstrup erreichte im vergangenen Jahr eine Anfrage vom Mannheimer Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (CEZA) (siehe „Aktuelles Stichwort“). Der niederländische Archäologe und Doktorand Bart Cornelis forscht dort zu den frühesten Metallwaffen Norddeutschlands. Bei seinen Recherchen war Cornelis auf einen Dolch im Bestand des Bremervörder Museums gestoßen. Um mehr über die Fertigungsweise und die chemische Zusammensetzung der Bronzeklinge zu erfahren, bat Cornelis, dem 3.500 Jahre alten Dolch eine Probe entnehmen zu dürfen.

Ellen Horstrup und ihre Kollegin und Stellvertreterin, die Archäologin Meike Mittmann, mussten abwägen: „Unsere Aufgabe als Museum ist es, die Objekte unserer Sammlung für die zukünftigen Generationen zu erhalten. Eine Probenentnahme bedeutet aber einen Eingriff in das Objekt, eine kleine Zerstörung also“, erläutern sie. „Gleichzeitig ist das Museum dazu verpflichtet, die Sammlung zu erforschen und für Forschungen zur Verfügung zu stellen.“ Mit dem einzigen Fundstück aus dem Landkreis Rotenburg könne das Bachmann-Museum zu hochkarätiger Forschung beitragen und helfen, eine regionale Lücke in dem wissenschaftlichen Projekt zu schließen, erklären Horstrup und Mittmann. „Wir haben deshalb beide gern zugestimmt.“

Also reiste Bart Cornelis samt Spezialwerkzeug nach Bremervörde. In der Umgebung der Stadt war der knapp 25 Zentimeter lange Dolch vor über 80 Jahren gefunden worden. Insgesamt hat Cornelis in Nord- und Mitteleuropa 300 bronzezeitliche Klingen ausfindig gemacht. 180 davon wollen er und zwei weitere Kollegen des CEZA metallurgisch untersuchen. Die Fachleute wollen herausfinden, woher die ersten norddeutschen Bronzeklingen stammen, wer sie hergestellt hat und was sie über das Rohstoff-Handelsnetzwerk vor 3.500 Jahren verraten. Denn Bronze wurde als Legierung hauptsächlich aus Kupfer und Zinn gemischt, beides Rohstoffe, die in Norddeutschland nicht vorkommen. Auch, wo die Menschen der Bronzezeit die Metalle gewonnen und wie sie sie verarbeitet haben, interessiert die Wissenschaftler. Das fächerübergreifende Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bei seinem Besuch im Bachmann-Museum hat Cornelis an der dicksten Stelle der Klinge mit einer Ständerbohrmaschine ein Loch von 1,5 Millimeter Durchmesser gebohrt und rund 50 Milligramm Bronzespäne entnommen. „Die Probe darf nicht verunreinigt werden, um die empfindlichen Kupfer-, Zinn- und Blei-Isotopenanalysen nicht zu beeinträchtigen“, erläutert der Forscher. Nach der Materialentnahme wurde das Loch mit einem farblich passenden Spezialwachs sorgfältig wieder versiegelt.

Nach einer guten Stunde hatte Cornelis Fotos und eine Beschreibung des Objekts im Laptop sowie die Probe im Teströhrchen. Er packte seine Utensilien zusammen und brach zum nächsten Museum auf. Auf diesem Wege lerne er viele norddeutsche Museen kennen, sagte er lachend. „Es freut mich, dass wir bei unserem Projekt so viel Unterstützung erfahren. Ich bin zuversichtlich, dass wir interessante Ergebnisse erzielen, denn wir sind die ersten, die die norddeutschen Klingen in so großem Umfang auf ihre gesamte chemische und isotopische Zusammensetzung hin untersuchen.“

Inzwischen ist der Bronzedolch wieder sorgsam verpackt. Das Museumsteam ist gespannt, welchen Beitrag der historisch bedeutende Fund für die Erforschung der Bronzezeit in Europa liefern wird.

Nach der Probenentnahme versiegelt Bart Cornelis versiegelt das winzige Loch.
Die Klinge aus der Bronzezeit wurde vor über 80 Jahre in der Umgebung Bremervördes gefunden und dem Museum von einem privaten Sammler übergeben.

Aktuelles Stichwort: Archäometrie

Unter Archäometrie sind alle naturwissenschaftlichen Methoden zu verstehen, mit deren Hilfe archäologische Fragestellungen geklärt werden. Dazu gehört auch die Archäometallurgie, also die Erforschung der Metallrohstoffe und Metallbearbeitungstechniken der Ur- und Frühgeschichte.

(24. Januar 2024)

Fundstücke vom Burgberg gesucht

Stiftung Bachmann-Museum lässt Bremervörder Schlossgeschichte erforschen und fragt nach Sammelstücken und Erinnerungen

Gute Nachricht aus der Amtsallee: Die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde lässt die Geschichte des Bremervörder Schlosses erforschen.
Kulturwissenschaftler Christian Kammann hat viel zu tun, denn wo heute die Kreisverwaltung arbeitet, stand früher die Burg Vörde. Ihre Anfänge reichen bis ins frühe 11. Jahrhundert zurück. Seit dem frühen 13. Jahrhundert war sie im Besitz der Bremer Erzbischöfe und entwickelte sich bis ins 17. Jahrhundert zur größten befestigten Schlossanlage im Elbe-Weser-Dreieck.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) standen Bremervörde und das Schloss unter schwedischer Herrschaft. 1682 verfügte die schwedische Regierung die Schleifung des Schlosses. Es wurde planmäßig abgetragen.
Christian Kammann ist der Erste überhaupt, der die Bau- und Sozialgeschichte der Festung umfassend wissenschaftlich untersucht. Dazu ist er in deutschen, dänischen und schwedischen Archiven und Bibliotheken unterwegs. Die frühe Neuzeit im Elbe-Weser-Dreieck ist sein Spezialgebiet. Auch mit den Funden, die Heimat- und Kulturpfleger August Bachmann unter anderem 1963/64 rund um den Bau des Bremervörder Kreishauses zusammengetragen hat, befasst er sich. Das Forschungsprojekt der Stiftung Bachmann-Museum wird dank einer großzügigen Spende der Heinz-Wieker-Stiftung möglich gemacht.
Etwa die Hälfte der Funde, die mit der Schlossgeschichte in Zusammenhang stehen und über die das Bachmann-Museum verfügt, hat Kammann schon gesichtet. Nun wenden sich der Kulturwissenschaftler und die Stiftung Bachmann-Museum an die Öffentlichkeit: Wer in jüngerer oder älterer Vergangenheit womöglich „Schlossgeschichtliches“ gefunden und aufbewahrt hat oder sich an Besonderheiten rund um die große Grube erinnert, die beim Bau des Kreishauses am Burgberg ausgehoben wurde, wird gebeten, sich mit dem Museum in Verbindung zu setzen.
Gesucht wird nicht nach Gold, Edelsteinen oder Kronleuchtern, sondern es können ganz alltägliche Dinge sein: Scherben von Ton- oder Glasgefäßen, Baumaterialien wie Fensterglas, Dachziegel, Backsteine, Dachziegel, Bodenfliesen, Sandstein oder Ofenkacheln. Auch Gegenstände aus Eisen wie Nägel, Gefäße oder Geschützkugeln kämen in Frage, erläutern Ellen Horstrup, Museumsleiterin und Geschäftsführerin der Stiftung Bachmann-Museum, und ihre Kollegin, Archäologin Meike Mittmann. Fundstücke aller Nutzungszeiten – vom Mittelalter bis in die Gegenwart – seien von Interesse.
Dass es Funde vom Burgberg in privater Hand gibt, halten die beiden Museumsmitarbeiterinnen und Kammann für sehr wahrscheinlich. Beim Bau des neuen Kreisverwaltungssitzes zum Beispiel wurde viel Erde bewegt. Auch Kinder, Jugendliche oder Spaziergänger könnten damals Objekte aufgelesen oder wichtige Beobachtungen gemacht haben. Vielleicht existieren auch Funde aus der Zeit vor 1963, als es noch keine tiefgegründete Bebauung am Burgberg gab, sondern lediglich Baracken, etwa für den Reichsarbeitsdienst. In den Weltkriegen fanden beim Aushub von Schützengräben Bodeneingriffe statt.
Wer zum Projekt etwas beisteuern kann, wird gebeten, sich mit dem Museum in Verbindung zu setzen (Telefon 04761/983 46 03, E-Mail: museum@lk-row.de). Die Finder bleiben Eigentümer der Objekte, die untersucht werden. Relevante Stücke werden dokumentiert und können bei der Erforschung der Bau- und Sozialgeschichte des Schlosses eine Hilfe sein.

Kulturwissenschaftler Christian Kammann untersucht Funde, die mit der Bremervörder Schlossgeschichte in Zusammenhang stehen.

8.12.2023

 

Leben im Moor im 18. und 19 Jahrhundert

Moorkolonisation im Elbe-Weser-Dreieck: Band 2 der Schrift des Bachmann-Museums in zweiter Auflage

Die Besiedlung der Moore ist für das Elbe-Weser-Dreieck von zentraler Bedeutung. Das Leben der ersten Siedler war hart, gleichwohl wurden im Zuge der Kolonisierung allein auf dem Gebiet der ehemaligen Ämter Bremervörde, Ottersberg, Lilienthal und Osterholz über 70 neue Dörfer gegründet. Die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde hat zu diesem spannenden Thema einen kompakten Überblick herausgegeben: „Den eersten sien Dot, den tweeten sien Not … Moorkolonisation im Elbe-Weser-Dreieck 1750 – 1890“ von Dr. Horst Rössler ist soeben in zweiter Auflage erschienen.

Auf 36 reich bebilderten Seiten im DIN-A4-Format schildert Rössler, wie die Moorkolonisation von der Mitte des 18. Jahrhundert bis zum Ende des 19. Jahrhunderts staatlich organisiert und umgesetzt wurde und welche Wege die Menschen fanden, eine für sie lebensfeindliche Gegend urbar zu machen und dort heimisch zu werden. Dabei geht der Autor insbesondere auf die Lebensbedingungen der Siedler in den Mooren in den heutigen Landkreisen Rotenburg (Wümme) und Osterholz ein.

Die Publikation ist der zweite Band der Schriften des Bachmann-Museums Bremervörde. Die Erstauflage war bei den Lesern auf so großes Interesse gestoßen, dass das Werk nach kurzer Zeit vergriffen war. Umso mehr freut sich die Stiftung, dass der Bedarf auch derjenigen, die bislang auf der Warteliste standen, nun gedeckt werden kann.

In dem Kompendium fasst Rössler seine langjährigen Forschungen zum Thema zusammen. Er beschreibt, wie Jürgen Christian Findorff, von Beruf Tischler, dank seiner Expertise im Wasserbau und in der Landvermessung zum „Vater aller Moorbauern“ wurde. Auch gibt der Autor einen Einblick in das beschwerliche Leben der ersten Siedler, die in primitiven, im Winter kalten und feuchten Wohnhütten hausten und in der Hoffnung, künftig von Ackerbau, Viehzucht und Torfabbau leben zu können, das Land kultivierten. Den langen, entbehrungsreichen Weg, den sie auf sich nahmen, um aus der Besiedlung eine Erfolgsgeschichte zu machen, beschreibt Rössler anschaulich und kompakt anhand zahlreicher Quellen aus den Archiven der Region.

„Das große Interesse an der Publikation zeigt die Bedeutung des Themas für die Geschichte unserer Region, die noch heute durch die charakteristischen Dörfer, Kanäle und Dämme geprägt ist, die in dieser Zeit entstanden sind“, betont Landrat Marco Prietz, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde und Mitherausgeber der Schriftenreihe. „Das neue gestalterische und inhaltliche Konzept geht auf. Wir danken dem Autoren und dem Landschaftsverband Stade, der diesen Band möglich gemacht hat.“

Die zweite Auflage von „Den eersten sien Dot, den tweeten sien Not …“ ist inhaltlich unverändert und überzeugt in DIN-A4-Format mit ansprechendem Layout, zahlreichen Abbildungen sowie einem gut lesbaren und wissenschaftlich fundierten Text. Im Umschlag sind zwei ausklappbare Karten aus dem 18.Jahrhundert enthalten. Die Publikation ist ab sofort für 9,90 Euro im Bachmann-Museum (Telefon 04761/983 46 03, E-Mail: museum@lkrow.de) und im Buchhandel erhältlich.

Die Herausgeber der Publikation: Landrat Marco Prietz (von links), Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Bachmann-Museum, Ellen Horstrup, Museumsleiterin und Geschäftsführerin der Stiftung Bachmann-Museum sowie Dr. Stefan Hesse, Kreisarchäologe und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bachmann-Museum. Foto: Landkreis Rotenburg/Huchzermeier

16.11.2023

 

Vom Leben und Überleben „in der Fremde“

„Auswanderung aus dem zentralen Elbe-Weser-Dreieck 1750 – 1914“: Bremer Historiker hält am 26. November Vortrag im Bachmann-Museum

Über „Auswanderung aus dem zentralen Elbe-Weser-Dreieck 1750 – 1914“ spricht Dr. Horst Rössler am Sonntag, 26. November, um 14 Uhr in einem öffentlichen Vortrag im Bachmann-Museum in Bremervörde. Der Bremer Historiker beleuchtet ein Thema, das vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert in vielen Familien in den Amtsbezirken Bremervörde, Zeven und Rotenburg eine große Rolle spielte, und beschreibt die Umstände, die dazu führten, dass Tausende Menschen ihre bisherige Heimat zeitweise oder für immer verließen.

Um der Armut im ländlichen Raum zwischen Unterweser und Niederelbe zu entkommen, war Auswanderung für viele Menschen der letzte Ausweg. In vielen Gemeinden im heutigen Landkreis Rotenburg gibt es Familien, deren Vorfahren ihrer alten Heimat „auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Fortkommen in der Fremde“ (Rössler) den Rücken kehrten.

Viele Menschen zog es als so genannte Hollandgänger vom Frühjahr bis in den Spätsommer in die Niederlande, wo sie im Torfabbau oder bei der Grasmahd arbeiteten und das Geld, das sie verdienten, nach der Saison mit nach Hause zu brachten. Andere gingen dauerhaft nach England und verdienten ihr Geld in der britischen Zuckerindustrie. Wieder andere machten sich auf die beschwerliche Reise nach Amerika. Auswanderer aus dem Raum Bremervörde und Zeven zog es vor allem nach Cole Camp im Benton County in Missouri. Weitere Ziele waren New York, New Orleans oder San Francisco. Claus Spreckels, Sohn eines Kleinbauern aus Lamstedt, gelang eine außergewöhnliche Karriere vom anfänglichen Ladengehilfen zu einem der erfolgreichsten Unternehmer in den USA.

Diesen und anderen Wanderern kommt Horst Rössler auf die Spur. Wie sie zurechtkamen und was sie erlebten, schildert der Geschichtswissenschaftler in seinem reich bebilderten Vortrag anhand vieler historischer Quellen. Die Einzelschicksale, die er in den Archiven recherchiert hat, geben einen realistischen Einblick in die Geschichte und das Leben und Überleben des „kleinen Mannes“.

Der Vortrag findet am Sonntag, 26. November, um 14 Uhr im Veranstaltungsraum des Bachmann-Museums, Amtsallee 8 in 27432 Bremervörde statt. Der Eintritt kostet pro Person fünf Euro. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um Anmeldung wird gebeten (E-Mail: museum@lk-row.de, Telefon 04761/983 46 03). Spontane Teilnahme ist ebenfalls möglich. Die Ausstellung ist derzeit geschlossen. Am Veranstaltungstag sind Haupteingang, Veranstaltungsraum und Museumsshop geöffnet.

Unser Tipp: In Band 3 der Schriftenreihe des Bachmann-Museums befasst sich Horst Rössler als Autor mit dem Vortragsthema. Die Abhandlung „Auf in die Fremde“ ist im Museumsshop erhältlich.

Dampfer ,Mosel‘ des Norddeutschen Lloyd in Bremerhaven, kolorierter Holzstich um 1880.

Fotoalbum mit Widmung: „New York 3. März 1903 Zur freundlichen Erinnerung an Vater und Mutter von Eurer Tochter Auguste Cordts.“

Dr. Horst Rössler.

Fotos: Bachmann-Museum

7.11.2023

 

Tag des offenen Denkmals am Bachmann-Museum Bremervörde

Das Bachmann-Museum Bremervörde bietet am Sonntag, den 10. September 2023 um 14:00 und um 15:30 Uhr einen Rundgang zur Geschichte des Schlosses Bremervörde und des denkmalgeschützten Museumsgebäudes an. Anlass ist der deutschlandweite Tag des offenen Denkmals.

Seit genau 30 Jahren gibt es inzwischen den Tag des offenen Denkmals, an dem in ganz Deutschland historische Gebäude besonders gewürdigt werden. Das Bachmann-Museum stellt an diesem Tag das denkmalgeschützte historische Museumsgebäude, das älteste Gebäude der Stadt Bremervörde, in den Mittelpunkt von zwei kostenlosen Rundgängen.

Das heutige Museumsgebäude wurde Anfang des 17. Jahrhunderts als Kanzlei und Marstall des Bremervörder Schlosses erbaut. Es war Teil der größten befestigten Schlossanlage des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks, in der die Bremer Erzbischöfe residierten. Nach der Aufgabe des Schlosses und seiner Befestigungen blieb allein dieses Gebäude erhalten und diente bis in das 20. Jahrhundert als Verwaltungssitz.

Zum 10. September lädt Museumsleiterin Ellen Horstrup um 14:00 Uhr und um 15:30 Uhr zu einem Rundgang mit vielen Entdeckungen zur Geschichte dieses über 400 Jahre alten Gebäudes und zur Geschichte des Bremervörder Schlosses ein. Mit welchen Methoden die Forscher dem letzten stehenden Gebäude dieser bedeutenden Residenz seine Geheimnisse entlocken, wird ebenso thematisiert.  Da das Museum wegen der anstehenden Sanierung inzwischen geschlossen ist, finden die Führungen ausschließlich außerhalb des Gebäudes statt.

Die Rundgänge starten am 10. September 2023 um 14:00 Uhr und um 15:30 Uhr am Museumseingang, Amtsallee 8 in 27432 Bremervörde. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 04761 – 983 4603 und www.bachmann-museum.de.

Fotos im Anhang:

Das denkmalgeschützte Museumsgebäude

Bronzemodell des Bremervörder Schlosses vor dem Museumseingang

© Bachmann-Museum Bremervörde

Reise in die Steinzeit

Familiennachmittag im Bachmann-Museum Bremervörde

Im September lädt das Bachmann-Museum zu einem Familiennachmittag in das Steinzeitlager am Auesee ein. Zusammen mit den großen und kleinen Besuchern gestaltet Museumsmitarbeiter Lothar Safier am Sonntag, den 03. September 2023, ab 14:00 Uhr am Lagerfeuer einen spannenden Nachmittag rund um das Leben in der Mittelsteinzeit.

Schon vor vielen tausend Jahren haben Menschen im Elbe-Weser-Dreieck ihre Spuren hinterlassen. Besonders interessant sind ihre Werkzeuge aus Stein, denn Forscher können daraus erkennen, wie diese Menschen damals gelebt haben. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für das Steinzeitlager des Bachmann-Museums. Ganz in der Nähe des Museumsgebäudes liegt das Areal des Steinzeitlagers am Auesee. Am Sonntag, den 3. September, wird auf dieser idyllischen Lichtung zum letzten Mal in diesem Jahr die Steinzeit wieder lebendig.

Museumsmitarbeiter Lothar Safier verrät: „Die Menschen sind vor 8000 Jahren als Nomaden von Ort zu Ort gewandert. An einem solchen Platz hätten sie sehr gerne ihr Lager aufgeschlagen. Genau das machen wir an diesem Nachmittag. Wir nehmen unsere detailgetreuen Nachbildungen von Werkzeugen aus der Steinzeit mit an den See und werden sie am Lagerfeuer zusammen ausprobieren.“

An diesem Familiennachmittag geht es ganz besonders um das Thema Feuer. Warum war es für die Menschen der Steinzeit so wichtig und wie konnten sie es ohne Feuerzeug oder Streichhölzer entzünden? Sobald das Lagerfeuer brennt, können die Teilnehmer ihren eigenen Schmuck aus Naturmaterialien herstellen.

Treffpunkt ist um 14:00 Uhr am Museumseingang (Amtsallee 8, 27432 Bremervörde). Kinder kommen bitte in Begleitung von mindestens einem Erwachsenen. Bei starkem Regen fällt die Veranstaltung aus. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher empfehlen wir eine Anmeldung unter der Telefonnummer 04761-983 4603. Eintritt: Erwachsene 5,00 €, Kinder 3,00 €, Familienkarte 10,00 €.

Museumsmitarbeiter Lothar Safier im Steinzeitlager

Originalgetreue Nachbildungen von Werkzeugen aus der Steinzeit

Familiennachmittag im Steinzeitlager und Führung zur Schlossgeschichte

Der Internationale Museumstag am 21. Mai 2023 steht unter dem Motto „Museen mit Freude entdecken“. Das Bachmann-Museum Bremervörde lädt an diesem Tag von 14:00 bis 17:00 Uhr zu einem Familiennachmittag in das Steinzeitlager am idyllischen Auesee ein. Außerdem findet um 14:30 Uhr eine Führung zur Geschichte des Schlosses Bremervörde statt. Da die Dauerausstellung des Museums geschlossen ist, finden die Angebote draußen statt.

Unmittelbar am Bachmann-Museum liegt das Areal des Steinzeitlagers, auf dem das Bachmann-Museum seit vielen Jahren Programme zur Steinzeit durchführt. Am Internationalen Museumstag wird dieser Lagerplatz zum ersten Mal in diesem Jahr wieder lebendig, wenn Museumsmitarbeiter Lothar Safier zu einem Familiennachmittag an den Auesee einlädt. Zwischen 14:00 und 17:00 Uhr können alle großen und kleinen Interessierten am Lagerfeuer Erstaunliches über das Leben der Menschen in der Mittelsteinzeit erfahren.

Wie konnten die Menschen ohne Streichhölzer überhaupt Feuer machen? Wovon haben sie sich ernährt? Womit haben sie sich geschmückt? Neben dem Areal in der Natur sind die detailgetreuen Nachbildungen von Werkzeugen und Jagdwaffen aus der Mittelsteinzeit eine Besonderheit des Museumsangebotes. Die Besucher*innen können diese zum Teil selbst ausprobieren und ihren eigenen Schmuck herstellen.

Um 14:30 Uhr startet am Bachmann-Museum außerdem eine Führung zur Geschichte des Schlosses Bremervörde. Nur das heutige Museumsgebäude und einige versteckte Spuren im Park erinnern noch an die größte befestigte Schlossanlage des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks, die Ende des 17. Jahrhunderts aufgegeben und abgetragen wurde.

Der Eintritt für alle Angebote des Bachmann-Museums am Internationalen Museumstag ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Ausstellung ist geschlossen, die Information und der Buchshop im Museumsgebäude (Amtsallee 8, 27432 Bremervörde) sind an diesem Tag geöffnet. Bei starkem Regen fällt das Programm im Steinzeitlager aus. Weitere Informationen unter Tel. 04761 – 983 4603 und www.bachmann-museum.de.

Fotos im Anhang:

Museumsmitarbeiter Lothar Safier im Steinzeitlager

Das letzte noch erhaltene Gebäudes des Bremervörder Schlosses, das heutige Bachmann-Museum.

© Bachmann-Museum Bremervörde

Auf den Spuren der Auswanderer aus dem zentralen Elbe-Weser-Dreieck

Bachmann-Museum Bremervörde veröffentlicht einen reich bebilderten Überblick

Viele Menschen haben in der Vergangenheit ihre Heimat im zentralen Elbe-Weser-Dreieck zeitweise oder für immer verlassen. Unter dem Titel „Auf in die Fremde. Auswanderung aus dem zentralen Elbe-Weser-Dreieck 1750-1914“ veröffentlicht das Bachmann-Museum Bremervörde einen anschaulichen Überblick über dieses Thema, das die Geschichte unserer Region geprägt hat.

Der Bremer Historiker Dr. Horst Rössler, der seit vielen Jahren in den Archiven der Region forscht, beschreibt in der neuen Publikation Ursachen und Strukturen der Auswanderungsbewegungen und geht auf ihre Motive ein. Er beleuchtet die wichtigsten Arbeitsgebiete der Auswanderer und erläutert, wie sie in der Fremde zurechtkamen. Ergänzt werden seine Ausführungen durch zahlreiche Abbildungen, darunter viele Objekte aus dem Bachmann-Museum und Schriftquellen aus den Archiven.

„Im 18. Jahrhundert gingen Tausende auf der Suche nach Arbeit in die Niederlande“ verrät Dr. Rössler. „Als sogenannte Hollandgänger zogen sie im Frühjahr los und kamen im Spätsommer mit ihrem gesparten Lohn in ihre Heimat zurück.“ Das in harter Arbeit verdiente Geld sicherte das Überleben ihrer Familien in der Heimat. Aber auch auf den Schiffen der Vereinigten Ostindischen Kompanie befanden sich Männer aus dem Elbe-Weser-Dreieck, wie etwa Gerd Schnackenberg aus Oerel, der 1726 in die Dienste der Kompanie trat.

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts zogen junge Männer auch nach England. Die Metropolen London und Liverpool lockten mit harter, aber gut bezahlter Arbeit in den Zuckerfabriken. Die meisten ließen sich dort nieder, wie etwa der Bauernsohn Hinrich Intemann aus Hellwege, der in London den beliebten Pub „The Crown“ übernahm oder zogen weiter, wie Hermann Fajen aus Sottrum, der 1856 seine neue Heimat Neuseeland betrat.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Emigration in die Vereinigten Staaten in Deutschland zu einer Massenbewegung. „Die USA lockten mit vielfältigen Erwerbsmöglichkeiten in den Städten, günstigen Siedlungsbedingungen auf dem Land und guten sozialen Aufstiegsmöglichkeiten“, erklärt der Bremer Historiker. So zogen viele Auswanderer aus dem Raum Bremervörde und Zeven nach Cole Camp im Benton County in Missouri. Ihren Spuren folgt Dr. Rössler genauso wie denen in die amerikanischen Großstädte, wie etwa New York, New Orleans oder auch San Francisco. Dort ließ sich Claus Spreckels aus Lamstedt nieder, der zu einem der erfolgreichsten Unternehmer in den USA aufstieg.

„Mein großer Dank gilt Dr. Rössler, der seine langjährigen Forschungen zu einem anschaulichen Überblick zusammengefasst hat. Außerdem danke ich dem Landschaftsverband Stade und der Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde, die durch ihre Zuwendungen die Umsetzung dieses Bandes ermöglicht haben“, erklärt Landrat Marco Prietz, Mitherausgeber des Bandes.

Der Band 3 der Schriften des Bachmann-Museums Bremervörde bietet auf 40 Seiten im DIN A4 Format einen anschaulichen und wissenschaftlich fundierten Überblick über die Auswanderung. Der Band ist ab sofort für 9,90 Euro im Bachmann-Museum (04761 – 983 4603, www.bachmann-museum.de), in der Tourist Information Bremervörde (04761 – 987 142, www.bremervoerde.de) und bei der Buchhandlung Morgenstern (04761 – 2416, www.morgenstern-brv.de) erhältlich.

Fotos im Anhang:

Dr. Horst Rössler

Titel Schriften Bachmann-Museum Band 3

Die Herausgeber des neuen Bandes: Landrat und Kuratoriumsvorsitzender Marco Prietz, Museumsleiterin Ellen Horstrup und Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Hesse

Umlagerung der Museumsbestände beginnt

Landkreis und Bachmann-Museum erarbeiten gemeinsam den aufwändigen Projektablauf

In den kommenden Tagen startet ein großes Umlagerungsprojekt des Bachmann-Museums. Die auf dem Dachboden des Museumsgebäudes untergebrachten Objekte zur Geologie und Archäologie des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks werden zunächst in das Erdgeschoss des Gebäudes umgelagert, um sie auf den Auszug aus dem Gebäude vorzubereiten. Ermöglicht wird dieses Projekt durch die finanzielle Zuwendung des Landkreis Rotenburg (Wümme).  

Ein Baugerüst vor dem Giebel des Museumsgebäudes ist das sichtbare Zeichen für den Start: bereits seit einigen Monaten bereitet die Stiftung Bachmann-Museum zusammen mit dem Landkreis Rotenburg (Wümme) die Umlagerung der Museumsobjekte aus dem Dachgeschoss in das Erdgeschoss des Gebäudes vor.

Vor etwa 20 Jahren war das Dachgeschoss vom Landkreis Rotenburg (Wümme) als Depotfläche für die geologische und archäologische Sammlung der Stiftung ausgebaut worden. Seitdem lagern dort etwa 12.000 geologische und 25.000 archäologische Objekte in sorgfältig beschrifteten Kartonagen.

Zwischenzeitlich war auf dem Dachboden eine Belastung mit Lindan und PCP festgestellt worden, die vermutlich auf die frühere Verwendung von Holzschutzmitteln am historischen Dachstuhl zurückzuführen ist. Auch der sich in den Jahren angesammelte Staub und die vielen Kartons sind inzwischen von dieser Kontamination betroffen. Seitdem darf der Dachboden nur noch kurz und mit Schutzkleidung betreten werden. Dabei hatten Stiftung und Landkreis noch Glück im Unglück, denn die Kartonagen haben die Objekte voraussichtlich vor dieser Kontamination geschützt. Die Verpackungen müssen allerdings komplett ausgetauscht werden.

Mit dem Aufbau des Gerüstes startet nun ein aufwändiger und durchorganisierter Prozess, für den der Landkreis die ehemaligen Wohnungen im Museumsgebäude zur Verfügung stellt und die hierfür zusätzlich erforderliche technische Ausrüstung bereitgestellt hat. Die Objekte werden nach und nach in den Kartons über die Luke am Giebel vom Dachboden nach unten transportiert und in einem abgetrennten Bereich im Gebäude durch eine Spezialfirma von dem Staub gereinigt. Anschließend verpacken die Mitarbeiter des Museums die Objekte in neue Kartonagen. Damit keine Informationen verloren gehen, dokumentieren sie die Beschriftung auf jedem Karton und übernehmen diese Informationen in die Datenbank des Museums. Anschließend werden die Kartons für den Auszug aus dem Gebäude in Transportbehälter verpackt und in einem inzwischen ausgeräumten Ausstellungsbereich gelagert.

Gemeinsam mit dem Landkreis, mit einem Ingenieur für Arbeitssicherheit und Gefahrstoff-Spezialisten ist dieser Prozess in den letzten Monaten entwickelt worden. Er wird auch im Laufe des Projektes immer wieder überprüft, um allen Beteiligten ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen.

Bis voraussichtlich in das Frühjahr hinein sind die Arbeiten geplant. „Obwohl uns die große Zahl an Objekten, die wir bearbeiten, noch sehr viel Respekt einflößt, freuen wir uns auf die kommenden Monate, in denen wir endlich wieder mit diesem bedeutenden Teil unserer Sammlungen arbeiten können. Nur durch die finanzielle Zuwendung des Landkreises und durch die Unterstützung von vielen Mitarbeitern des Landkreises ist diese große Herausforderung für uns überhaupt umsetzbar“ betont Museumsleiterin Ellen Horstrup.

Startschuss für die Umlagerung: ein Gerüst vor dem Giebel des Museumsgebäudes wurde für die Umzugsarbeiten aufgebaut

(25.11.2022)

Blick hinter die Kulissen im Bachmann-Museum

Projektteam stellt seine Arbeit vor

Die Ausstellung im Bachmann-Museum Bremervörde ist seit Mitte Mai für Besucher*innen geschlossen. Für die anstehende Sanierung werden seitdem alle Ausstellungsobjekte auf ihren Auszug aus dem Gebäude vorbereitet. Am Sonntag, den 13. November, öffnet das Museum noch einmal seine Türen und lädt alle Gäste zu einem Blick hinter die Kulissen und auf die Arbeit des Museumsteams ein.

„Viele Menschen fragen mich, was wir eigentlich machen, seitdem das Museum geschlossen hat. Genau das möchten wir an dem Tag zeigen, denn für uns hat mit der Schließung der Ausstellung eine sehr spannende und auch arbeitsreiche Zeit begonnen“ verrät Museumsleiterin Ellen Horstrup. Jedes Objekt der Ausstellung wird auf den Auszug aus dem Gebäude vorbereitet. Dabei ist der Umgang mit den sehr empfindlichen geologischen und archäologischen Ausstellungsobjekten eine große Herausforderung, die von Spezialist*innen übernommen wird.

Dank der finanziellen Zuwendung durch den Landkreis Rotenburg (Wümme) kümmern sich die Diplom-Restauratorin Lena Geidner und der Inventarisierungsspezialist Lothar Safier um die Ausstellungsobjekte, wie zum Beispiel die Funde der Moorarchäologie, die zu den Glanzlichtern der jetzt geschlossenen Ausstellung gehörten. Als Projektkoordinator unterstützt außerdem der Restaurator Tobias Rostig M.A. die aufwändigen Arbeiten.

Warum fassen Museumsmitarbeiter*innen die Objekte nur mit Handschuhen an? Wieso hat jedes Objekt eine Nummer? Worauf muss man beim Verpacken von Museumsobjekten achten? Antworten auf diese und viele andere Fragen geben die Expert*innen in der Zeit von 14:00 bis 17:00 Uhr in den Ausstellungsräumen und bieten dabei interessante Einblicke in ihre verantwortungsvolle Arbeit, die sonst von Besucher*innen unbemerkt hinter den Kulissen des Museums stattfindet, aber so wichtig ist.

Für die Besucher*innen besteht an diesem Tag die seltene Gelegenheit, einige der spannenden archäologischen Objekte dieser Region außerhalb der Vitrine zu sehen. Auch der Ausstellungsteil zur Steinzeit im zentralen Elbe-Weser-Dreieck, der zurzeit für die Schulklassenprogramme im Steinzeitlager weiterhin genutzt wird, kann besichtigt werden.

Das Bachmann-Museum hat am 13. November von 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet.  Amtsallee 8 in 27432 Bremervörde. Eintritt: 5,00 €. Wir bitten darum, im Gebäude eine Maske zu tragen. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 04761 – 983 4603 und www.bachmann-museum.de.

Lothar Safier (li) und Tobias Rostig nehmen ein großes Keramikgefäß aus der Vitrine.

(03.11.2022)

Bachmann-Museum bekommt wertvolle Schenkung

Regionalmuseum übernimmt Objekte aus dem Nachlass des Schriftstellers Friedrich Freudenthal

Seit Anfang der 1890er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1929 lebte und arbeitete der Schriftsteller und Dichter Friedrich Freudenthal in Fintel im heutigen Landkreis Rotenburg (Wümme), wo er auch aufgewachsen war. Seine Erbinnen und sein Nachlassverwalter haben nun einige der noch erhaltenen Objekte aus seinem Nachlass dem Bachmann-Museum Bremervörde übergeben.

Der Name Friedrich Freudenthal (1849-1929) ist eng verbunden mit dem Ort Fintel im Landkreis Rotenburg (Wümme). Dort erinnern heute die nach ihm benannte Straße, die Friedrich-Freudenthal-Schule und ein Denkmal an den Schriftsteller, der in dem Ort aufwuchs. Nach seiner Soldatenzeit und vielen beruflichen sowie privaten Stationen, die ihn auch nach Altena in Westfalen und bis nach Amerika führten, kehrte er nach Fintel zurück und lebte dort in einfachen Verhältnissen bis zu seinem Tod.

„In seinen Gedichten und Geschichten, die er zunächst oft in niederdeutscher Sprache verfasste, beschreibt er vor allem das alltägliche Leben der vorindustriellen Zeit auf dem Land in unserer Region“, fasst Hans-Joachim Schmidt aus Fintel, Freudenthal-Kenner und dessen Nachlassverwalter, das umfangreiche Werk des Heimatdichters zusammen. Gemeinsam mit seinem Bruder gründete Friedrich Freudenthal die Zeitschrift Niedersachsen und stand in engem Kontakt mit anderen Vertretern der Heimatbewegung im Elbe-Weser-Dreieck wie Hermann Allmers und Hans Müller-Brauel.

Im Bachmann-Museum kümmert sich die wissenschaftliche Volontärin Sabrina Löcher M.A. mit um das regionalgeschichtlich interessante Konvolut. „Unsere Aufgabe als Museum ist es, die Objekte aus dem zentralen Elbe-Weser-Dreieck für die Zukunft zu bewahren und zu erforschen“, erläutert die Historikerin. „Daher ist meine erste Aufgabe eine genaue Begutachtung von jedem Neuzugang und die Beurteilung des Zustandes.“ Anschließend wird jedes Objekt aus der Übergabe fotografisch dokumentiert und mit einer detaillierten Beschreibung in die Museumsdatenbank übernommen. „Die Objekte sind sehr vielfältig und das macht die Beschäftigung mit diesem Nachlass für mich so interessant: Neben einigen Möbeln aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sind viele Zeugnisse aus dem Lebensalltag Friedrich Freudenthals wie seine Schreibutensilien, Andenken, Pfeifen und sogar ein paar hölzerne Skier erhalten“, verrät Sabrina Löcher.

Seit vielen Jahren bemüht sich Hans-Joachim Schmidt zusammen mit Marianne und Annerike Schröder, Enkelin und Urenkelin Friedrich Freudenthals, um den Erhalt des Nachlasses. Bereits im Jahr 2021 hatte das Kreisarchiv des Landkreises Rotenburg (Wümme) die Bibliothek Freudenthals und viele private Schriftstücke übernommen, darunter Manuskripte, Briefe und Fotos. Mit der Schenkung an das Bachmann-Museum, das eng mit dem Kreisarchiv zusammenarbeitet, ist nun sichergestellt, dass wichtige Teile des Nachlasses des „Heidedichters“ aus Fintel dauerhaft im Landkreis Rotenburg (Wümme) verbleiben und die weitere Erforschung dieses Schriftstellers ermöglicht wird.

Einige ausgewählte Objekte aus dem Leben Freudenthals und viele Bücher sind weiterhin im Heimathaus „Schimmes Hus“ in Fintel ausgestellt und können dort besichtigt werden.

Hans-Joachim Schmidt, Verwalter des Freudenthal-Nachlasses und Annerike Schröder, Urenkelin Friedrich Freudenthals, vor dem Freudenthal-Gedenkstein am Heimathaus in Fintel.
Sabrina Löcher M.A., Volontärin im Bachmann-Museum, mit der Briefwaage aus dem Nachlass Freudenthals
Friedrich Freudenthal (1849-1929)

 

 

 

(12.10.2022)

Tourist-Information Bremervörde bietet Postkarten mit Motiven aus dem Bachmann-Museum an

Ab sofort sind Postkarten aus dem Bachmann-Museum Bremervörde in der Bremervörder Tourist-Information erhältlich. Die Serie zeigt ausgewählte Objekte aus den Sammlungen des Museums. Alle Motive haben einen direkten Bezug zu Bremervörde oder der Region. Bei der Übergabe der Postkarten schaute auch Bürgermeister Michael Hannebacher vorbei.

Das Bachmann-Museum Bremervörde bewahrt Objekte aus der Stadt Bremervörde und dem heutigen Landkreis Rotenburg (Wümme). Jedes Objekt erzählt ein Kapitel der Geschichte dieser Region. Ende des Jahres 2021 ging ein langjähriger Traum für das Museumsteam in Erfüllung: gemeinsam mit drei Restauratorinnen und zwei Fotografen konnte das Museum 15 ausgewählte Objekte aus dieser Sammlung professionell fotografieren lassen. Zusammen mit einem Gestalter entstand aus diesen Aufnahmen eine bunte und attraktive Postkartenserie. Dieses Projekt konnte nur dank der Zuwendungen durch die Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde und den Landschaftsverband Stade umgesetzt werden.

Ab sofort bietet die Tourist-Information der Stadt Bremervörde diese Postkarten zum Kauf an. „Wir freuen uns über diese attraktive Ausweitung unseres Angebotes“, erklärt Bürgermeister Michael Hannebacher, der sich besonders über die Postkarte mit dem leuchtend blauen Modell einer Windfege aus der Ackerbauschule in Bremervörde freut. „An so eine Windfege im Original kann ich mich noch aus meiner Kindheit erinnern. Der konnte man allerdings deutlich den landwirtschaftlichen Einsatz ansehen.“

Insgesamt 13 Motive in drei verschiedenen Postkartenformaten haben ihren Platz in der Tourist-Information bekommen. Dazu gehören auch die mit kleinen Glasperlen bestickte Reisetasche aus Bremervörde, die mit der Aufschrift „Bon Voyage“ eine gute Reise wünscht, das Ölgemälde von Jürgen Christian Findorff, der als „Vater der Moorbauern“ die Besiedlung der Moore organisierte oder der Faustkeil aus Scheeßel, der bis heute zu den ältesten Hinweisen für die Präsenz von Menschen in dieser Region zählt.

„Die Postkarten sind attraktive Botschafter für Bremervörde und unsere Region“, stellt Barbara Norden von der Tourist-Information fest, „und damit auf jeden Fall für die vielen Touristen interessant, die zu uns kommen, aber genauso für alle Bewohner des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks“. Frau Norden und ihre Kolleginnen freuen sich über jeden Besuch und laden zum Stöbern in die Tourist-Information am Rathaus Bremervörde ein. Denn hier gibt es neben den Postkarten und vielen weiteren interessanten Souvenirs und Präsenten natürlich auch umfangreiches Prospekt- und Kartenmaterial, welches über die vielfältigen touristischen Angebote in der Region informiert.

Museumsleiterin Ellen Horstrup ist dankbar für dieses neue Angebot, denn das Bachmann-Museum hat inzwischen seine Ausstellung wegen der geplanten Gebäudesanierung für Besucher*innen geschlossen. Die Angebote für Schulklassen und auch kleinere Veranstaltungen finden weiterhin statt.

(29.09.2022)

Auf den Spuren des Bremervörder Schlosses

Tag des offenen Denkmals am Bachmann-Museum Bremervörde

Das Bachmann-Museum Bremervörde lädt am Sonntag, den 11. September, zu kostenlosen Führungen zur Geschichte des Bremervörder Schlosses ein. Die stark befestigte Schlossanlage, die Ende des 17. Jahrhundert aufgegeben wurde, hat viele Spuren hinterlassen, die einen Einblick in ihre Geschichte ermöglichen. 

Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 11. September, steht in diesem Jahr unter dem Motto „KulturSpur“. Aus diesem Anlass steht die Geschichte des Bremervörder Schlosses im Mittelpunkt von drei Führungen, die das Bachmann-Museum ab 14:00 Uhr anbietet.

Bereits im Mittelalter stand an dem Übergang über die Oste eine Burganlage. Bis in das 17. Jahrhundert entwickelte sie sich zu der größten befestigten Schlossanlage des Elbe-Weser-Dreiecks. Sie war Residenz, Verwaltungsmittelpunkt und Festung der Bremer Erzbischöfe. Nach einer wechselvollen Geschichte im 17. Jahrhundert wurde die Anlage gegen Ende des Jahrhunderts aufgegeben und abgetragen. Nur das heute denkmalgeschützte Museumsgebäude, das als Kanzlei und Marstall des Schlosses errichtet wurde, blieb als Verwaltungssitz erhalten. Es ist heute das älteste Gebäude der Stadt Bremervörde.

Die Schlossanlage hat viele Spuren hinterlassen, die auch heute noch einen spannenden Einblick in ihre Geschichte ermöglichen. Viele dieser unterschiedlichen „KulturSpuren“ befinden sich auf dem Areal um das Museum, in den Archiven und in den Sammlungen des Bachmann-Museums. Museumsleiterin Ellen Horstrup lädt an diesem Tag die Gäste ein, einige dieser Spuren und damit die spannende Geschichte des Bremervörder Schlosses zu entdecken.

Die Führungen finden am 11. September um 14:00 Uhr, 15:00 Uhr und 16:00 Uhr statt, Treffpunkt ist das Bachmann-Museum, Amtsallee 8 in 27432 Bremervörde. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Ausstellung des Museums ist zurzeit geschlossen, der Eingangsbereich mit dem Museumsshop und die Toiletten sind an diesem Tag geöffnet. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 04761 – 983 4603 und www.bachmann-museum.de.

(06.09.2022)

Familiennachmittag im Steinzeitlager

Am ersten Ferientag bietet das Bachmann-Museum Bremervörde einen Familientag zum Thema Steinzeit an. Zusammen mit großen und kleinen Besucher*innen begibt sich Museumspädagogin Annette Fischer am Donnerstag, den 14. Juli 2022 von 14:00 bis 17:00 Uhr auf die Spuren der Menschen in der Mittelsteinzeit.

Der Familiennachmittag beginnt mit einem Rundgang zu den originalen Funden aus der Region. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Menschen gelebt haben. Gemeinsam entdecken die Teilnehmenden, welche Tiere in den Epochen der Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit gejagt und verarbeitet wurden und welche Werkzeuge genutzt wurden.

Mit diesen neuen Eindrücken begibt sich die Gruppe an den idyllischen Auesee direkt neben dem Museum. Um einen lebendigen Eindruck vom Alltag in der Steinzeit zu erhalten, werden die großen und kleinen Besucher*innen dort selbst aktiv und probieren nachgebaute steinzeitliche Werkzeuge aus. Sie bauen das Steinzeitlager auf und erkunden, wie ein idealer Lagerplatz ausgesehen hat. Die Teilnehmenden halten das Feuer in Gang, zwirnen Bänder und bereiten eine Obstspeise zu.

Treffpunkt ist um 14:00 Uhr im Bachmann-Museum, Amtsallee 8, 27432 Bremervörde. Bei starkem Regen findet ein alternatives Programm zur Herstellung von steinzeitlichem Schmuck im Museum statt.
Die Teilnahme kostet für Kinder 4,00 €, Erwachsene 6,00 €, Familienkarte (2 Erwachsene und Kinder) 15,00 €.

Interessierte melden sich bitte unter 04761 – 9834603 an.

(30.06.2022)

Eintritt frei im Bachmann-Museum

Letzte Gelegenheit zum Besuch der Dauerausstellung

Am Wochenende vom 13. – 15. Mai 2022 öffnet die Ausstellung des Bachmann-Museums zum letzten Mal für Besucher. Mit einem umfangreichen Programm verabschiedet sich das Museumsteam an diesen drei Tagen von der derzeitigen Präsentation zur Archäologie und Moorkunde des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks, die wegen der anstehenden Sanierung des Museumsgebäudes abgebaut wird.

Die aktuelle Dauerausstellung im Bachmann-Museum zeigt Funde aus der Archäologie und Geologie des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks. Sie ist nur noch am Wochenende vom 13. – 15. Mai 2022 für Besucher geöffnet. An diesen drei Tagen bietet das Museumsteam viele informative und spannende Angebote rund um die Ausstellungsobjekte an. Der Eintritt in das Museum und zu allen Angeboten ist frei.

Am Freitag, den 13. Mai, lädt die Museumspädagogin Annette Fischer in das Steinzeitlager ein. An diesem Tag können große und kleine Entdecker am idyllischen Auesee, nur wenige Schritte vom Museum entfernt, in die Mittelsteinzeit eintauchen. „Unser Steinzeitlager ist eine wunderbare Ergänzung zu den originalen Funden in der Dauerausstellung. Am Lagerfeuer probieren wir gemeinsam Werkzeuge aus der Steinzeit aus. In der Zeit von 14:00 bis 17:00 Uhr ist jeder eingeladen, der Lust hat, etwas über diese Zeit zu erfahren“, berichtet Annette Fischer.

Am Samstag (14. Mai) und Sonntag (15. Mai) stehen die vielen spannenden Ausstellungsobjekte und das Museumsgebäude noch einmal im Mittelpunkt. Meike Mittmann, Sabrina Löcher und Ellen Horstrup bieten an diesen beiden Tagen viele Kurzführungen an. „Die Führungen dauern etwa 20 Minuten. Dabei möchten wir uns etwas ausführlicher mit einzelnen Objekten und Themen beschäftigen als das bei einer Führung durch die ganze Ausstellung möglich ist. Für unsere Besucher gibt es also noch einmal Vieles zu entdecken und zu erfahren“ verrät Museumsleiterin Ellen Horstrup.

Ab Montag, den 16. Mai 2022, ist das Bachmann-Museum für Besucher geschlossen. Die Programme für Schulklassen im Steinzeitlager finden weiterhin statt und können im Museum gebucht werden.

Das Bachmann-Museum hat am 13. bis 15. Mai 2022 jeweils von 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt in das Museum und für alle Angebote ist frei. Bei Dauerregen entfällt das Angebot im Steinzeitlager am 13. Mai. Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen an diesem Wochenende unter 04761 – 983 4603 oder www.bachmann-museum.de. Eine Anmeldung ist an allen drei Tagen nicht erforderlich. Im Museumsgebäude besteht FFP2-Maskenpflicht. 

Das Programm am Wochenende vom 13. – 15. Mai 2022:

Freitag, 13. Mai 2022, 14:00 bis 17:00 Uhr

Neben der Dauerausstellung hat das Steinzeitlager am idyllischen Auesee geöffnet. Am Lagerfeuer können Groß und Klein Werkzeuge aus der Steinzeit ausprobieren.

Samstag, 14. Mai 2022, 14:00 – 17:00 Uhr

Kurzführungen (ca. 20 Minuten)

14:00 Uhr Das Schloss Bremervörde

15:00 Uhr Die Wale aus der Tongrube in Freetz bei Sittensen

15:30 Uhr Bestattungen in der Bronzezeit: Der Bildstein von Anderlingen

16:00 Uhr Das Holzrad aus der Moorenge bei Gnarrenburg

Sonntag, 15. Mai 2022, 14:00 – 17:00 Uhr

Kurzführungen (ca. 20 Minuten)

14:00 Uhr Die Steinzeit im zentralen Elbe-Weser-Dreieck

14:30 Uhr Das Schloss Bremervörde

15:00 Uhr Die Geschichte des Museumsgebäudes

15:30 Uhr Die Bronzezeit und der Bildstein von Anderlingen

16:00 Uhr Zeugen des Landschafts- und Klimawandels: Wale, Mammute, Elche

16.30 Uhr Das Holzrad aus der Moorenge bei Gnarrenburg

(10.05.2022)

Kreatives Kunsthandwerk

am Bachmann-Museum Bremervörde

In wenigen Tagen verwandelt sich das Gelände des Bachmann-Museums Bremervörde noch einmal in einen Anziehungspunkt für Freunde hochwertigen Kunsthandwerks. Am Sonntag, den 8. Mai 2022, kommen mehr als 60 Aussteller zum Bachmann-Museum, die von 11:00 bis 17:00 Uhr ihre kreativen Ideen präsentieren. Es ist der letzte Kunsthandwerkermarkt vor der Sanierungspause.

Bereits seit Ende des letzten Jahres läuft die Organisation dieser Veranstaltung, für die auch in diesem Frühjahr wieder Kunsthandwerker aus ganz Norddeutschland nach Bremervörde kommen. Von traditionellen Arbeiten über moderne Ideen bis hin zu Upcycling-Produkten zeigen die etwa 60 Aussteller am kommenden Sonntag die große Bandbreite des aktuellen Kunsthandwerks.

„Es sind viele Kunsthandwerker dabei, die seit vielen Jahren zu uns kommen, aber auch einige neue Aussteller mit nützlichen, interessanten und kreativen selbstgemachten Dingen“, verrät Organisatorin Annette Fischer vom Bachmann-Museum. „Alle Anbieter haben in der Vorbereitung immer wieder betont, wie sehr sie sich auf diesen ersten Markt nach der Corona-Pause freuen.“ Die Kunsthandwerker bringen ihre farbenfrohen Keramikarbeiten, individuellen Schmuck oder Skulpturen aus Beton, Glas oder Speckstein mit. Die Besucher können in diesem Jahr an jedem Stand wieder Unikate entdecken. Liebevoll hergestellte Kinderkleidung, ausgefallene modische Accessoires, Dekoratives für Garten und Haus sowie kulinarische Köstlichkeiten runden das Angebot ab.

Der Markt findet auf dem Gelände zwischen dem Museum und dem Kreishaus statt. „Diese Veranstaltung kann die Stiftung Bachmann-Museum nur dank der großartigen Unterstützung durch den Landkreis Rotenburg (Wümme) stemmen. Neben dem Museumsteam sind auch viele Kolleginnen und Kollegen des Landkreises beteiligt, die uns sehr engagiert unterstützen. Und wir freuen uns über die Möglichkeit, auch den Vorplatz des Kreishauses für diese Veranstaltung nutzen zu können“ betont Museumsleiterin Ellen Horstrup.

Der Markt findet in diesem Jahr ausschließlich auf dem Außengelände entlang der befestigten Wege statt. Für ausreichend Platz zwischen den Ständen ist gesorgt. Alle Bereiche sind barrierefrei zugänglich.

Unser Tipp:

Die Besucher des Marktes können sich von 11:00 bis 17:00 Uhr auch in aller Ruhe die Ausstellung des Bachmann-Museums anschauen, die ab dem 16. Mai wegen der anstehenden Sanierung endgültig schließt.

Der Kunsthandwerkermarkt findet am 8.Mai 2022 von 11:00-17:00 Uhr statt. Der Eintritt für Museum inklusive Markt beträgt 4,00 €, ermäßigte Karten kosten 2,00 € und die Familienkarte für zwei Erwachsene und Kinder 10,00 €. Kinder bis sechs Jahre frei. Bachmann-Museum Bremervörde, Amtsallee 8, 27432 Bremervörde, Telefon: 04761 – 983 4603.

(03.05.2022)

Letzte öffentliche Führung im Bachmann-Museum Bremervörde

Zum letzten Mal vor der Schließung der Dauerausstellung findet am 1. Mai 2022 im Bachmann-Museum Bremervörde eine öffentliche Führung statt. Um 14:00 Uhr nimmt Museumsleiterin Ellen Horstrup M.A. die Besucher mit auf einen Rundgang durch die Dauerausstellung.

Die Dauerausstellung zeigt die bedeutendsten Funde der archäologischen Sammlung, die der Heimatforscher August Bachmann über viele Jahrzehnte seiner ehrenamtlichen Tätigkeit zusammengetragen hat. Die Feuersteine vom Siedlungsplatz der Mittelsteinzeit am Elmer See, das Holzrad aus dem Moor bei Gnarrenburg oder die ältesten Funde aus Eisen verdeutlichen, wie sich das Leben der Menschen in den vergangenen Jahrtausenden im zentralen Elbe-Weser-Dreieck immer wieder verändert hat.

Gemeinsam mit den Besuchern begibt sich Museumsleiterin Ellen Horstrup M.A. bei dem 1-stündigen Rundgang auf eine spannende Zeitreise. Sie zeigt die interessanten Funde aus der Region und erklärt, wie die Archäologen die vielfältigen Spuren auswerten, die von den Menschen hinterlassen wurden.

Die Führung beginnt am 1. Mai um 14:00 Uhr an der Museumskasse. Amtsallee 8, 27432 Bremervörde. Die Personenzahl ist begrenzt, daher ist eine Anmeldung unter Telefonnummer 04761-983 4603 erforderlich. Eintritt: Erwachsene 5,00 €, Kinder 3,00 €, Familienkarte (2 Erwachsene + Kinder) 12,00 €. Im Museumsgebäude besteht Maskenpflicht. Weitere Informationen unter www.bachmann-museum.de.

(21.04.2022)

 

Letzter Kunsthandwerkermarkt vor der Sanierungspause

Am 8. Mai 2022 lädt das Bachmann-Museum Bremervörde von 11:00 bis 17:00 Uhr noch einmal vor der Sanierungspause zu seinem Kunsthandwerkermarkt ein. Auf dem idyllischen Gelände vor dem Museum zeigen an diesem Tag wieder Aussteller*innen aus ganz Norddeutschland die lebendige und kreative Vielfalt modernen Kunsthandwerks.   

Das Bachmann-Museum befindet sich im ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt Bremervörde und liegt fußläufig zum Zentrum. Bereits seit 2006 organisiert das Museumsteam hier seine überregional bekannten Kunsthandwerkermärkte. In diesem Jahr lädt das Bachmann-Museum noch einmal zu seinem beliebten Markt ein, bevor das Museum ab dem 16. Mai 2022 für die Vorbereitung der anstehenden Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes schließt.

Die Aussteller*innen zeigen auf dem Markt, wie abwechslungsreich und fantasievoll Kunsthandwerk ist. Das Angebot reicht von farbenfrohen Keramikarbeiten über individuellen Schmuck hin zu Skulpturen aus Beton, Glas oder Speckstein. Die Besucher*innen können auch in diesem Jahr an jedem Stand Unikate entdecken. Schönes und Nützliches aus unterschiedlichen Materialien, Dekoratives für Garten und Haus sowie kulinarische Köstlichkeiten runden das Angebot ab.

Dabei können sich die Besucher*innen auf viele beliebte Stammaussteller*innen freuen. Zusätzlich gibt es auch in diesem Jahr wieder neue Kunsthandwerker*innen mit ihren kreativen Ideen zu entdecken.    Die Aussteller*innen geben gerne ihre Erfahrungen weiter, einige zeigen ihr Kunsthandwerk auch an ihrem Stand und erfüllen individuelle Wünsche der Besucher*innen.

Es gelten die an diesem Tag gültigen Corona-Vorgaben. Der Markt findet in diesem Jahr ausschließlich auf dem Außengelände entlang der befestigten Wege statt. Für ausreichend Platz zwischen den Ständen ist gesorgt. Alle Bereiche sind barrierefrei zugänglich.

Unser Tipp:

Die Besucher*innen des Marktes können sich von 11:00 bis 17:00 Uhr auch in aller Ruhe die Ausstellung des Bachmann-Museums anschauen, die ab dem 16. Mai wegen der anstehenden Sanierung endgültig schließt.

Der Kunsthandwerkermarkt findet am 8. Mai 2022 von 11:00–17:00 Uhr statt. Eintritt (Museum und Markt): 4,00 €, ermäßigt 2,00 €, Familienkarte (2 Erw. + Kinder) 10,00 €, Kinder bis 6 Jahre frei. Aktuelle Informationen (auch zu den Corona-Vorgaben): www.bachmann-museum.de. Anschrift: Bachmann-Museum Bremervörde, Amtsallee 8, 27432 Bremervörde. Bitte beachten Sie, dass die Parkplätze am Museum an diesem Tag nicht zur Verfügung stehen.

(12.04.2022)

 

Bachmann-Museum schließt seine Ausstellung

Museumsteam bereitet Auszug aus dem Museumsgebäude vor

Ab Montag, den 16. Mai 2022, bleiben die Türen zur Ausstellung des Bachmann-Museums für Besucher geschlossen. Wegen der anstehenden umfangreichen Sanierungsmaßnahmen des Landkreises Rotenburg (Wümme) an dem Baudenkmal räumt das Bachmann-Museum das gesamte Gebäude.

Um die aufwändige Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes zu ermöglichen, bereitet sich das Museumsteam in diesem und dem kommenden Jahr auf den vollständigen Auszug vor. Nach und nach werden in dieser Zeit die Objekte aus der Ausstellung und den Depotbereichen sowie die Museumsverwaltung das Gebäude verlassen.

In den Wochen bis zur Schließung des Museums lädt das Museumsteam noch zu mehreren Veranstaltungen ein. Besonders zu nennen ist der Kunsthandwerkermarkt, der am 8. Mai von 11:00 – 17:00 Uhr noch einmal vor der Sanierungspause mit vielen kreativen Anbietern auf dem Gelände vor dem Museumsgebäude stattfindet. Auch die Ausstellung ist an diesem Tag für alle Marktbesucher geöffnet.

Die letzte Gelegenheit zum Besuch des Museums besteht am Wochenende vom 13. bis 15. Mai 2022. An diesen drei letzten Öffnungstagen bietet das Museumsteam viele Kurzführungen und andere Veranstaltungen rund um die Dauerausstellung an. Der Eintritt in das Museum und alle Angebote sind an dem Wochenende kostenlos.

„Eine wirklich gute Nachricht gibt es für Schulklassen“, verrät Museumspädagogin Annette Fischer „denn in diesem Jahr können die beiden Programme zum Steinzeitlager noch wie gewohnt im Museumsgebäude stattfinden. Wir freuen uns, dass wir nach der langen Corona-Zeit bereits wieder die ersten Buchungen von Schulklassen haben.“

„Uns ist es sehr wichtig, dass wir auch nach der Schließung des Museums weiter Veranstaltungen anbieten“ betont Museumsleiterin Ellen Horstrup. „Die Planungen und Abstimmungen für die nächsten Vorträge zum Beispiel laufen schon. Ort und Zeit für unsere Angebote nach der Schließung geben wir rechtzeitig bekannt.“

Das Bachmann-Museum hat noch bis einschließlich 15. Mai 2022 freitags bis sonntags von 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Am Osterwochenende (15. – 18. April) bleibt das Museum geschlossen. Aktuelle Informationen zu den kommenden Veranstaltungen unter 04761 – 983 4603 oder unter www.bachmann-museum.de. 

(07.04.2022)

Landrat Marco Prietz einstimmig zum Kuratoriumsvorsitzenden gewählt

Am Donnerstag, den 30. März 2022 tagte erstmals nach der Kommunalwahl das Kuratorium der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde. Einer der vielen Punkte auf der langen Tagesordnung war die Wahl des neuen Vorsitzenden. Die Wahl fiel einstimmig auf Landrat Marco Prietz.

Im Jahr 2001 gründeten der Landkreis Rotenburg (Wümme), die Stadt Bremervörde und Frau Dr. Elfriede Bachmann die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde. Damit gingen Teile der Sammlung von August Bachmann sowie die Sammlung des Landkreises in das Eigentum der Stiftung über. Aufgabe der Stiftung ist es laut ihrer Satzung, das Bachmann-Museum als wissenschaftliche, kulturelle und gemeinnützige Einrichtung in Bremervörde zu betreiben, auf Dauer zu erhalten und die umfangeichen Sammlungen zur Regionalgeschichte zu bewahren, zu ergänzen, zu erforschen und der Öffentlichkeit zu vermitteln.

Neben dem Landrat des Landkreises Rotenburg (Wümme), dem Bürgermeister der Stadt Bremervörde und Frau Dr. Bachmann setzt sich das Kuratorium aus Vertretern des Kreistags und des Stadtrates zusammen. Unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden, Bürgermeister Michael Hannebacher, wählte das Kuratorium bei seiner ersten Sitzung am Donnerstag, den 30. März 2022 Landrat Marco Prietz einstimmig zu seinem Vorsitzenden.

Der neu gewählte Vorsitzende dankte den Kuratoriumsmitgliedern für die Wahl und betonte, dass er sich auf das anstehende Großprojekt für das Bachmann-Museum freue. Die geplante Sanierung des Museumsgebäudes verbunden mit der Neukonzeption der Ausstellung und der Einrichtung eines neuen Depots soll das Bachmann Museum fit für die Zukunft machen. Diese große Aufgabe gehen der Landkreis Rotenburg, die Stadt Bremervörde und die Stiftung gemeinsam an.

Im Amt des Vorstandsvorsitzenden wurde außerdem der Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse bestätigt, der sich seit 2003 für die Stiftung engagiert, sowie Hinrich Brandt und Eduard Gummich als zugewählte Vorstandsmitglieder.

Gestalten im Kuratorium und Vorstand der Stiftung gemeinsam die Zukunft des Bachmann-Museums: Landrat Marco Prietz, Stifterin Dr. Elfriede Bachmann, Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse, Museumsleiterin Ellen Horstrup und Bürgermeister Michael Hannebacher

(05.04.2022)

Archäologische Funde aus dem Moor

Öffentliche Führung im Bachmann-Museum Bremervörde

Am Sonntag, den 03. April 2022 lädt das Bachmann-Museum Bremervörde um 14:00 Uhr zu einer öffentlichen Führung durch die Dauerausstellung ein. Für den gemeinsamen Rundgang mit Museumsleiterin Ellen Horstrup ist eine Anmeldung erforderlich.

Die Dauerausstellung des Bachmann-Museums zeigt eindrucksvolle Objekte zur Archäologie und Geologie der Region. Bei dieser öffentlichen Führung mit Museumsleiterin Ellen Horstrup liegt der Schwerpunkt auf den archäologischen Funden aus den Mooren des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks. Der Rundgang führt die Besucher*innen dabei in alle Bereiche der archäologischen Ausstellung.

Die Moore prägen bis heute als eindrucksvolle und gerne besuchte Naturlandschaften das Elbe-Weser-Dreieck. Für die Archäologen sind sie darüber hinaus wertvolle Kulturarchive, denn unter den speziellen Erhaltungsbedingungen im Moor bleiben sonst seltene Objekte aus Holz, Knochen oder anderen organischen Materialien erhalten. So geben sie den Forschern wertvolle Einblicke in kaum bekannte Lebensbereiche der Menschen aus vergangenen Zeiten. Zu den bedeutendsten Moorfunden im Bachmann-Museum Bremervörde gehört das Scheibenrad aus Gnarrenburg-Karlshöfen. Es entstand vor etwa 4.600 Jahren und ist damit eines der ältesten erhaltenen Räder Nordwesteuropas.

Die öffentliche Führung beginnt am 03. April 2022 um 14:00 Uhr. Eine Anmeldung unter Tel.: 04761-983 4603 ist erforderlich. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein 3G-Nachweis und das Tragen einer FFP2-Maske. Die Teilnahme an der Führung kostet 5,00 € für Erwachsene und 3,00 € für Kinder, der Museumseintritt ist inbegriffen. Weitere Informationen finden Sie unter www.bachmann-museum.de
(28.03.2022)

Anmerkung: Die Pressemitteilungen aus den Jahren 2014 bis 2021 sind unvollständig.

Funde von der Geest und aus dem Moor

Vortrag zur Dauerausstellung im Bachmann-Museum Bremervörde

Am Sonntag, den 7. November 2021, bietet das Bachmann-Museum um 14:00 Uhr ein neues Veranstaltungsformat an. Die Archäologin Meike Mittmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, stellt in einem reich bebilderten Vortrag die spannenden archäologischen Ausstellungsobjekte von der Geest und aus den Mooren der Region vor.

Das zentrale Elbe-Weser-Dreieck ist durch zwei gegensätzliche Landschaften geprägt – die trockenen, sandigen Geestrücken und die feuchten Moorniederungen. Seit dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren haben Menschen in dieser Landschaft zahlreiche Besiedelungsspuren und Gegenstände hinterlassen.

Die Funde von der Geest und aus den Mooren unterscheiden sich dabei erheblich. Während von den sandig trockenen Geestfundplätzen Funde wie Grabbeigaben aus Stein, Metall und Keramik aus Großsteingräbern und Hügelgräbern stammen, haben sich im Moor auch hölzerne Gegenstände wie Räder und Bohlenwege beeindruckend gut erhalten.

In ihrem Vortrag stellt die Archäologin Meike Mittmann die Funde vor und erläutert die Besonderheiten der verschiedenen Landschaften als Lebensräume sowie archäologische Fundgebiete. Im Anschluss können die Besucher in der Dauerausstellung selbständig die im Vortrag vorgestellten archäologischen Objekte entdecken.

„In unseren recht kleinen Ausstellungsräumen können wir derzeit noch keine Führungen anbieten“ erläutert Museumsleiterin Ellen Horstrup „Daher haben wir die Idee entwickelt, mit vielen Bildern über unsere Ausstellungsobjekte zu erzählen. Die Teilnehmer können dabei bequem im Veranstaltungsraum des Museums zuhören und anschließend entspannt durch die Dauerausstellung gehen.“

Der Vortrag beginnt am Sonntag, den 7. November 2021 um 14:00 Uhr im Veranstaltungsraum des Bachmann-Museums, Amtsallee 8, 27432 Bremervörde. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine telefonische Anmeldung unter 04761-983 4603 erforderlich. Es gilt die 3G-Regel. Eintritt: Erwachsene 5,00 €, Kinder 3,00 €, Familienkarte (2 Erwachsene + Kinder) 12,00 €. Weitere Informationen unter www.bachmann-museum.de.

Die ersten Bauern besiedelten vor über 5.000 Jahren die Geest und stellten Keramikgefäße wie diese aus dem Großsteingrab bei Heeslingen her.

Das Scheibenrad aus dem Moor bei Gnarrenburg-Karlshöfen hat sich über 4.500 Jahre im Moor erhalten.

© Bachmann-Museum Bremervörde

(28.10.2021)

Gemälderestauratoren bearbeiten außergewöhnliches Zeugnis Bremervörder Geschichte

Der Diplomrestaurator Gerold Ahrends baute in diesem Herbst im Bachmann-Museum eine bemalte Holzbohlendecke aus, bearbeitete sie behutsam und lagerte die einzelnen Bohlen sicher in einer Spezialkiste ein. Mit dem Deckengemälde verlässt das letzte und größte Objekt den Kanzleiflügel des Museums. Dieses bisher aufwändigste Restaurierungsprojekt des Museums ist ein weiterer Schritt für die Sanierung des über 400 Jahre alten ehemaligen Schlossgebäudes.

Ansicht der Holzbohlendecke vor der Abnahme und der Reinigung im Alten Eingang des Kanzleiflügels. Es heben sich die weißen Flächen der Übermalungen von 1970 deutlich hervor. Die Bilder der Medaillons illustrieren Geschichten des Alten Testaments und sind aufgrund der Verschmutzungen stark nachgedunkelt und kaum zu erkennen.

Auf Initiative des ehrenamtlichen Denkmalpflegers und Sammlungsgründers August Bachmann ist das aus neun über 4,60 Meter langen Bohlen bestehende Deckengemälde 1951 vor dem Abbruch eines Hauses in der Alten Straße in Bremervörde ausgebaut worden. Die Bohlen lagerten zunächst im Bremervörder Rathaus, dann auf dem Dachboden des heutigen Bachmann-Museums, bevor sie 1971, an der Raumdecke des Alten Eingangs fest eingebaut wurden. Zwei Restauratoren ergänzten Teile der Bildmedaillons und nahmen Übermalungen vor. Besucher des Bachmann-Museums nahmen das Kunstwerk in den letzten Jahrzehnten allerdings kaum wahr, da es sich in 3,6 Meter Höhe in einem Durchgangsraum befand.

Die Malerei zeigt in zwei von Blätterranken umgebenen Medaillons christliche Motive: Abrahams Opferung seines Sohnes Isaak sowie Jakobs Traum von der Himmelsleiter. Nach ersten Einschätzungen des Restaurators Gerold Ahrends könnte die Malerei um 1620 entstanden sein. Damit zählt es zu den wenigen Gebäudeteilen, die die Zerstörungen des 30jährigen Krieges (1618-1648) und der folgenden Belagerungen in Bremervörde überstanden haben.

Die empfindlichen Malschichten der ausgebauten Bohlen des Deckengemäldes wurden behutsam gereinigt und abgelöste Bereiche wieder mit dem Holz verbunden.

Der Spezialist für Gemälde und gefasste Holzobjekte hat sich lange im Vorfeld seiner Arbeit im Museum intensiv mit dem Gemälde beschäftigt. „Dabei haben wir festgestellt, dass die Bohlen aus Kiefernholz bestehen und die Malerei mit Leimfarben auf einem Kreidegrund ausgeführt wurde.“ so der Experte. „Bei ihrem Wiedereinbau vor fast 50 Jahren sind die Bohlen fest an die Deckenbalken des Raumes genagelt und die Nägel tief in das Holz versenkt worden.“

Der Ausbau der empfindlichen Hölzer erforderte ein behutsames Vorgehen, bei dem er mit seiner Kollegin Henriette Brüning auf einem Gerüst stehend jeden Nagel einzeln hinter der Bohle löste. Im ersten Reinigungsschritt saugten die Fachleute anschließend lose aufliegenden Schmutz und Schimmel von der Gemäldeoberfläche. Die eingesetzten Sauger sind sehr genau in ihrer Leistung regulierbar um lockere Farbschichten nicht zu beschädigen und mit besonderen Filtern ausgestattet um auch feinste Stäube und Schimmelsporen zu filtern. Mit weichen, trockenen Schwämmen und feinen Ziegenhaarpinseln beseitigten sie in einem zweiten Schritt fester anhaftende Verunreinigungen. „Die Malerei ist noch nie vollständig gereinigt worden. Auf Staub, Schmutzablagerungen und den Farben der alten Retuschierung hat sich durch das in den letzten Jahren zu feuchte Raumklima an einigen Stellen Schimmel entwickelt, den wir nun ebenfalls entfernt haben.“ so Ahrends.

In aufwändiger Kleinarbeit konnten danach Zentimeter für Zentimeter auf der über 11 qm Gemäldefläche mit Tupfern und unsichtbar auftrocknenden Leimen die durch die Nageleinschläge und das arbeitende Holz gelösten Malschichten wieder angedrückt und gefestigt werden. Der Restaurator fotografierte alle Arbeitsschritte und dokumentierte die eingesetzten Materialien genau. Diese Informationen sind wichtige Grundlagen für alle weiteren Forschungen und Arbeiten mit dem Gemälde.
Gerold Ahrends hat als erster Fachmann seit 50 Jahren die Holzbohlen währenddessen genau untersucht „Wir können alte Befestigungsspuren an den Bohlen erkennen, die darauf hindeuten, dass der Boden über dem Deckengemälde nicht als Lagerraum für schwere Güter gedient hat und sehr wenig begangen worden ist, wie es zum Beispiel bei Kirchenböden der Fall ist. Auch die Auswahl der Motive deutet auf einen kirchlichen Zusammenhang. Das Deckengemälde könnte vor seiner Nutzung in dem Gebäude in der Alten Straße also ursprünglich Teil einer Kirchenausstattung gewesen sein.“

Die Museumsleiterin Ellen Horstrup M.A. freut sich über den Einsatz des Spezialisten: „Ich bin erleichtert, dass die empfindlichen Malereien nun gesichert sind und hoffe, dass wir dieses außergewöhnliche Objekt zur Stadtgeschichte nach der Sanierung in der neuen Dauerausstellung zeigen können.“
Die Teile der Holzbohlendecke lagern bis dahin einzeln gepolstert in einer vom Restaurator speziell hergestellten großen Kiste, in der die Luftfeuchtigkeit genau geregelt wird. Der Landkreis Rotenburg (Wümme) übernahm als Gebäudeeigentümer die Kosten für die Arbeit der Restauratoren. Mit dem Ausbau dieses größten Objekts aus dem Kanzleiflügel des Museums ist ein wichtiger Schritt zur Herstellung der Baufreiheit im Vorfeld der Sanierung bewältigt.

Das linke Bild zeigt Abraham, wie er seinen Sohn Isaak opfern will. Beide stehen auf einem baumbestandenen Hügel. Ein Engel schwebt über Abrahams Kopf. Die Umschrift lautet: „Der Engel Gottes Rieff Abraham Abraham Lege Deine Hand Nicht an Den Knaben Den nu weis Ich Dass Du Gott Fürchtest I Genesis Cap. 22-11“
Im rechten Medaillon ist Jacob schlafend unter Bäumen dargestellt. Ihm erscheint im Traum eine Leiter auf der Engel auf- und absteigen. Nach dem Erwachen nennt Jacob den Ort seines Traums „Stätte Gottes oder Pforte des Himmels“. Die Umschrift lautet „Wie Heilig ist Diese Stett, hie ist Nichts anders. Denn Gottes Haus. und hir ist Die Pforte Des Himmels. I Genesis Cap. 28-17“

© Bachmann-Museum Bremervörde

(17.12.2020)

Restauratoren lagern Grabsteine und die Umrahmung eines Kamins mit Stuckwappen um

Das Bachmann-Museum Bremervörde hat mit der auf Stein und Stuck spezialisierten Diplom-Restauratorin Larissa Piepo aus Hannover und ihren Kollegen erfolgreich ein Projekt durchgeführt. Dabei wurden vier Grabsteine, eine Kaminfront aus rotem Marmor und das dazugehörige Stuckwappen von dem Gelände und aus dem Gebäude des ehemaligen Kreisheimatmuseums im Bremervörder Vorwerk umgelagert. Damit konnten diese Objekte für die Zukunft gesichert werden.

Das Kreisheimatmuseum im Bremervörder Vorwerk wurde im Auftrag des ehemaligen Kreises Bremervörde von dem Heimatforscher August Bachmann (1893 – 1983) eingerichtet und im Oktober 1960 eröffnet. Im Eingangsraum ließ August Bachmann die vordere Marmorumrahmung eines Kamins und ein auf der Kaminhaube angebrachtes repräsentatives Wappen aus Stuck als nicht funktionsfähiges Schauobjekt wieder aufbauen. Beides hatte er kurz zuvor beim Abbruch des 1629 erbauten sogenannten „Leutnantshauses“ in Kirchtimke bergen können.

Die vier Grabsteine sind freistehende, beidseitig beschriftete Grabmale aus Sandstein aus dem 19. Jahrhundert und stammen von verschiedenen Friedhöfen südlich von Bremervörde.  August Bachmann hatte sie entdeckt nachdem die Grabstellen aufgelöst und die Grabmale teilweise bereits als Trittsteine verbaut waren. Sie wurden Ende der 1970er Jahre auf dem Freigelände des Museums aufgestellt.

„Diese seit Jahrzehnten im dem Gebäude und auf dem Gelände aufgestellten Objekte waren in dem ehemaligen Museumsgebäude und an dem ungeschützten Standort nicht mehr museumsgerecht zu erhalten. Darüber hinaus plant das Bachmann-Museum keine Weiternutzung des historischen Fachwerkhauses als Museum.“ fasst die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums Meike Mittmann die Gründe zusammen, die eine Umlagerung der Objekte notwendig machten. Der Landschaftsverband Stade ermöglichte die Arbeiten durch eine großzügige finanzielle Förderung im Rahmen seines Projektes „Bewahren von Museumsbeständen“.

Die Demontage der Kaminfront mit dem dazugehörigen Stuckwappen musste in gut aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten erfolgen. Zunächst  wurde die Stuckarbeit behutsam gereinigt. Vor dem Abtrennen der Stuckplatte von ihrer Halterung wurde das empfindliche Objekt mit Lagen von Spezialpapier und Leinenstoff stabilisiert und darauf ein Oberflächenschutz aus Kunststoffmaterial aufgebracht, auf dem der Stuck nach der Abnahme gelagert werden konnte. Danach konnte die aus sechs Einzelteilen bestehende  Marmorumrahmung des Kamins stückweise gelöst werden.

Die Grabsteine aus sehr weichem Sandstein wurden in einem Spezialverfahren schonend mit Wasserdampf gereinigt. Für den anschließenden Abbau mussten die Sockel der Steine freigelegt, mit schwerem Gerät vorsichtig aus ihren Armierungen gelöst und mit einem Portalkran gehoben werden.

Durch die fachgerechte Reinigung, Sicherung und Umlagerung ist der Erhalt dieser regionalgeschichtlich wertvollen Objekte nun dauerhaft gesichert und sie stehen für ihre weitere wissenschaftliche Erforschung zur Verfügung.

(07.01.2020)

Gedruckte Schätze auf Papier im Bachmann-Museum Bremervörde

Im Rahmen der Forschungsarbeiten an seinen Sammlungen hat das Bachmann-Museum Bremervörde in diesem Frühjahr ein Projekt zur Erschließung seiner historischen Drucke durchgeführt. Dabei sind die Wissenschaftler zu beeindruckenden Ergebnissen gekommen.

Mehrere hundert historische Drucke befinden sich in der Sammlung des Bachmann-Museums Bremervörde. Die ältesten Darstellungen sind über 450 Jahre alt. Diese Sammlung wurde bereits vom Sammlungsgründer August Bachmann (1893-1983) begonnen und ist bislang nur in kleinen Teilen präsentiert und erschlossen worden. In den vergangenen Monaten haben sich zwei Expertinnen und das Team des Museums intensiv mit der spannenden und empfindlichen Objektgruppe beschäftigt. Ermöglicht wurde das Projekt durch Förderungen des Landschaftsverbands Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen und der Kreisarchäologie des Landkreises Rotenburg (Wümme).

Neben dem Sammeln ist das Erforschen der Sammlung eine der zentralen Aufgaben der Museumsarbeit. „Wichtigstes Ziel bei diesem Projekt war es, einen ersten wissenschaftlichen Überblick über die Sammlung zu bekommen. Eine Dokumentation in Text und Bild sollte sie für weitere historische und  kunstwissenschaftliche Forschungen sowie für die allgemeine Museumsarbeit gut erreichbar machen.“ beschreibt Dipl. Prähist. Meike Mittmann, die Archäologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, die Idee des Vorhabens.

Die Bremer Papierrestauratorin Jutta Keddies M.A. schulte zu Beginn der Arbeiten alle Projektmitarbeiterinnen im Umgang  mit den historischen Blättern und zur Beurteilung ihres Zustands. Unter dem Licht einer Speziallampe konnten die besonderen Merkmale der unterschiedlichen historischen Druckverfahren erkannt werden. Für die Herstellung der Drucke wurden zunächst die Motive in Platten aus Holz, Kupfer oder Stahl gestochen, geschnitten oder geritzt. Nach diesen Techniken werden Holzschnitte, Kupfer- oder Stahlstiche unterschieden. Die genaue Betrachtung der Blätter ließ auch zahlreiche Spuren ihrer Nutzungsgeschichte erkennen. Dennoch sind sie überwiegend stabil und konnten gut dokumentiert werden.

Die Kunstwissenschaftlerin Karina Zubkowski M.A. fotografierte und vermaß insgesamt 814 Druckgraphiken und dokumentierte sie in der museumseigenen Datenbank. Jede Darstellung wurde von ihr inhaltlich und geografisch zugeordnet: „Ich bin sehr beeindruckt von der Vielfalt der Sammlung. Neben Landkarten aus Deutschland und der Welt liegt eine große Zahl von Portraits und Stadtansichten vor, die für die Geschichte des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks interessante Orte und Gebäude sowie Herrscher und historische Persönlichkeiten Europas zeigen.“ beschreibt sie eines ihrer Untersuchungsergebnisse. In der Sammlung befinden sich Arbeiten von Künstlern, Druckern und Verlegern des 17. Jahrhunderts wie zum Beispiel Matthäus Merian dem Älteren und seinen Söhnen, sowie dem schwedischen Ingenieur Conrad Anton Mardefeld.

Zum Abschluss des Projekts waren sich alle Beteiligten einig, dass mit der Dokumentation dieser Sammlung jahrhundertealter Darstellungen von Menschen und Orten ein bislang nahezu unbekannter wissenschaftlicher Schatz geborgen werden konnte. Die Fotodokumentation und die Informationen in der Datenbank erlauben nun zum ersten Mal einen Überblick über den Bestand sowie eine Betrachtung und weitere Erforschung der historischen Abbildungen ohne die empfindlichen Originale in die Hand nehmen zu müssen. Die Drucke sind ein bedeutender Teil der über 110jährigen Sammlungsgeschichte des Bachmann-Museums Bremervörde, der nun für die Erforschung der Regional- und Museumsgeschichte zur Verfügung steht.

Einen Eindruck von den vielfältigen Objekten in der Ausstellung und Einblicke in die aktuelle Forschung geben die Mitarbeiter des Museums regelmäßig in den öffentlichen Führungen, die an jedem ersten Sonntag im Monat um 14:00 Uhr im Museum stattfinden.

(24.06.2019)

Restauratorin sichert Teile prachtvoller Stuckdekorationen aus der Sammlung des Bachmann-Museums Bremervörde

In diesem Jahr wurden im Bachmann-Museum Bremervörde Teile einer selten erhaltenen Raumdekoration bearbeitet: Stuckteile, die zu aufwändigen Raumausschmückungen eines schon vor Jahrzehnten abgerissenen Fachwerkhauses gehörten. Die Hamburger Diplom-Restauratorin Christiane Meyer M.A. hat als Spezialistin für Gebäudeausschmückungen die Museumsstücke untersucht, gereinigt und sicher verpackt.

In der Ortschaft Kirchtimke im Landkreis Rotenburg (Wümme) stand bis 1960 ein regionaltypisches Zweiständerfachwerkhaus. Der Wohnteil des 1629 erbauten Hauses wies aufwändige, großflächige und helle Stuckverzierungen mit menschlichen Figuren, Blumen und Ornamenten an Wänden und Decken sowie ein großes Wappen aus Stuck mit der Jahreszahl 1665  auf.

Der Museumsgründer und ehrenamtliche Denkmalpfleger August Bachmann konnte während des  bereits begonnen Abbruchs  des Gebäudes im Sommer 1960 noch über 300  Stuckteile vor der Zerstörung und das vollständig erhaltene Stuckwappen bergen. Seitdem lagerten die Stuckfragmente im Museumsdepot.

„Um diese außergewöhnlichen und sehr fragilen Sammlungsobjekte langfristig erhalten zu können, mussten sie untersucht, gereinigt und gesichert werden. Darüber hinaus mussten für die Lagerung der Stuckteile geeignete Lösungen entwickelt werden. Diese Maßnahmen sind zudem Grundlagen für ihre weitere Erforschung. Es ist sehr wichtig für uns, dass wir für solche Arbeiten die Unterstützung einer erfahrenen  Spezialistin erhalten.“ betont die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums Dipl. Prähist. Meike Mittmann. Die Förderung durch den Landschaftsverband Stade ermöglichte nun die Untersuchungen und Konservierungsarbeiten  durch die Diplom-Restauratorin Christiane Maier M.A.

Die Restauratorin entnahm die Bruchstücke vorsichtig aus ihren alten Verpackungen und reinigte die empfindlichen Oberflächen mit Pinseln und Spezialschwämmen. Zahlreiche Fragmente konnte sie zu größeren Figuren und flächigen geometrischen Verzierungen zusammenfügen, so dass ein Eindruck von den ehemaligen Raumdekorationen entstand. Die Untersuchungen zeigten, dass es sich um fast reinen Kalkstuck handelt, dem zur Verstärkung Tierhaare beigemengt wurden. Die Verzierungen wurden teilweise in Formen gegossen und mit Nägeln an der Decke montiert oder direkt auf den Lehmfüllungen der Decken modelliert. Es konnten zahlreichen Anstriche festgestellt werden, von denen keiner farbig ist. Abschließend wurden die Stuckteile in aufwändig gepolsterten Spezialverpackungen verpackt.

Nach der intensiven Arbeit mit den Stuckresten kommt Christiane Maier zu dem Schluss, dass die Fragmente seltene Überlieferungen von Material und Werktechnik aus Stuck sind. Sie sind von herausragendem musealem und regionalgeschichtlichem Wert. Nach Abschluss der Konservierungsarbeiten ist nun der dauerhafte Erhalt der bruchempfindlichen Stücke sichergestellt.

(19.12.2018)

Bachmann-Museum Bremervörde engagiert sich für die Integration von Geflüchteten

Einige der Kooperationspartner und Förderer, vlnr: Franziska Wronka und Kristina Kraus von dem Diakonischen Werk Bremervörde Zeven, Dr. Silke Fricke und Birgit Rais-Abin vom Soroptimist International Club Bremervörde-Zeven, Florian Offermanns von den Niedersächsischen Landesforsten, Katja Tiltmann vom Bachmann-Museum Bremervörde und Bettina Schroeder von der NABU Umweltpyramide Bremervörde

Das Bachmann-Museum Bremervörde ist eine Einrichtung, die Geflüchtete willkommen heißt und bei ihrer Orientierung in der Region unterstützt. Denn durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte bietet das Museum einen Zugang zur aktuellen Lebenswelt im Elbe-Weser-Dreieck. Um seine Angebote auszubauen und Erfahrungen an andere Museen weiterzugeben, ist es nun Pilotmuseum in der Initiative „Neue Heimat in Niedersachsens Museen“ des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen e.V.

Museumsleiterin Ellen Horstrup M.A. schildert die Beweggründe: „Wir haben in den vergangenen Jahren bereits Führungen und Projekte mit Sprachlernklassen durchgeführt und dabei erste Erfahrungen gesammelt. Wir haben aber auch festgestellt, dass wir uns diesem Thema intensiver widmen müssen. Denn wir möchten auch dieser Besuchergruppe einen Zugang zu unseren Museumsthemen ermöglichen, der ihren Bedürfnissen entspricht und damit der kulturellen Vielfalt in unserer Gesellschaft gerecht werden.“

Diese Aufgabe spiegelt sich auch in der Rolle des Bachmann-Museums Bremervörde in der Initiative „Neue Heimat in Niedersachsens Museen“ wieder. Als Pilotmuseum vernetzt es sich mit Kooperationspartnern, die in der Integration von Geflüchteten aktiv sind, wie z.B. dem Diakonischen Werk Bremervörde-Zeven. So profitieren die Einrichtungen gegenseitig von ihren Erfahrungen und das Museum gibt diese in Workshops und auf Konferenzen an andere Museen in Niedersachsen weiter. In den vergangenen Monaten ist so der Kontakt zu fünf Kooperationspartnern aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) und als erstes Projekt eine Feriensprachwoche vom 26.-29. März für geflüchtete Frauen mit Kindern entstanden.

Museumspädagogin Katja Tiltmann M.A. schildert das Projektziel: „Als Museum sind wir der ideale Ort um über unsere kulturellen Themen und das handlungsorientierte Lernen auch Sprache zu vermitteln. In diesem Fall errichten die Teilnehmer in unserem Steinzeitlager mit Hilfe steinzeitlicher Werkzeuge ein Zeltgestell. In Workshops erhalten sie ergänzend einen Einblick in die Natur rund um den See und den Wald. So kommen die Teilnehmer durch die neuen Erfahrungen und die Teamarbeit schnell untereinander ins Gespräch und wir verknüpfen unsere geschichtlichen Themen mit aktuellen Bezügen aus ihrer Lebenswelt.“

Neben einem Experimentalarchäologen unterstützen auch die NABU Umweltpyramide Bremervörde und die Niedersächsischen Landesforsten das Projekt mit ihrem Fachwissen zu Themen rund um Geschichte und Natur. Die sprachliche Vermittlung findet durch das Regionalbüro Bremervörde der Ländlichen Erwachsenenbildung statt, deren Sprachkurs an dem Projekt teilnimmt. Ebenso bringt das Diakonische Werk Bremervörde-Zeven weitere Teilnehmerinnen und Begleiterinnen aus der Migrationsberatung mit in das Projekt ein, so dass der Kurs mit etwa 20 Frauen und ihren Kindern ausgebucht ist. Ohne die Unterstützung von drei Förderern wäre das Vorhaben jedoch nicht möglich gewesen. Die Initiative „Stiftungen helfen – Engagement für Geflüchtete in Niedersachsen“, der Soroptimist International Club Bremervörde-Zeven und EDEKA Böttjer Bremervörde beteiligen sich mit finanzieller Hilfe und Sachmitteln.

Die Feriensprachwoche ist ein Auftakt für künftige Projekte, mit denen das Bachmann-Museum Bremervörde in den nächsten Jahren in seiner Rolle als Pilotmuseum die Integration von Geflüchteten weiter fördern möchte.

(20.03.2018)

Neue Erkenntnisse über das letzte Bremervörder Schlossgebäude

Bauforscher Jürgen Padberg (2.v.rechts) bei einer Besprechung zur Baugeschichte im Museumsgebäude mit Architekt Burghard Grote, Christina Bonke, Amtsleiterin Gebäudemanagement des Landkreises Rotenburg (Wümme) (links) und Museumsleiterin Ellen Horstrup.

Ein Team aus Bauforschern um Jürgen Padberg von pmp Projekt GmbH hat sich im vergangenen Jahr erstmals intensiv mit dem ältesten Gebäude der Stadt Bremervörde, in dem sich heute das Bachmann-Museum Bremervörde befindet, beschäftigt. In einer bauhistorischen Untersuchung haben sie das gesamte Gebäude neu vermessen, dokumentiert und anhand von vielen Bauspuren erste Erkenntnisse zur Baugeschichte des letzten erhaltenen Schlossgebäudes gewonnen. Das vom Landkreis Rotenburg (Wümme), der VGH-Stiftung und der Stadt Bremervörde geförderte Projekt  ist eine wichtige Vorbereitung für die anstehende Sanierung des bedeutenden denkmalgeschützten Museumsgebäudes.

Die ersten guten Nachrichten vermeldeten der Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse und sein Team, nachdem sie an verschiedenen Stellen die Fundamente des heutigen Museumsgebäudes, die auf einem Holzgerüst stehen, freigelegt hatten: alle untersuchten Hölzer sind stabil. Eine dendrochronologische Untersuchung, bei der die Jahresringe Auskunft über das Alter der Hölzer geben, führte dann aber bereits zu der ersten Überraschung: das Gebäude ist ein Neubau aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts und steht nicht auf mittelalterlichen Fundamenten, wie es bei alten Gebäuden oft der Fall ist.

Die Bauforscher haben sich bei ihren mehrmonatigen Untersuchungen Raum für Raum in dem dreistöckigen Gebäude vorgenommen, haben bei laufendem Museumsbetrieb alle Räume vermessen und beschrieben, jeden Bereich bis unter das Dach umfassend dokumentiert und an einigen Wänden die vielen Farbschichten untersucht. Besonders spannend waren die Untersuchungen in den beiden Räumen im Erdgeschoss, in denen der Landkreis zeitgleich die inzwischen ebenfalls abgeschlossene Feuchtigkeitssanierung durchführte. Dort waren Verkleidungen und Putzschichten bis auf das Mauerwerk entfernt und auch der Sisalbodenbelag aufgenommen worden. Dadurch waren zugemauerte Fenster, alte Tapeten und der alte Holzdielenboden wieder sichtbar geworden. In einem kleinen Bereich konnten die Experten unter einer Schuttschicht sogar noch den originalen Fußboden der ersten Bauphase aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts freilegen. Damals war das Gebäude als Kanzlei des Bremervörder Schlosses erbaut worden.

„Besonders freue ich mich darüber, dass viele interessante Bauspuren im Erdgeschoss sichtbar bleiben, so zum Beispiel auch dieser Fußboden aus dem 17. Jahrhundert. Wir denken bereits über eine Idee nach, wie wir die vielen neuen Entdeckungen für unsere Besucher zugängig machen können“ verrät Museumsleiterin Ellen Horstrup. Die oberen Stockwerke des sanierungsbedürftigen Gebäudes bleiben allerdings weiterhin wegen des mangelhaften Brandschutzes und unzureichender Fluchtwege für Besucher bis zum Abschluss einer Sanierung des gesamten Gebäudes gesperrt. Die Planungen für diese behutsame denkmalgerechten Sanierung werden in diesem Jahr intensiv weitergeführt.

(13.03.2018)

Feuchtigkeitssanierung am Museumsgebäude beendet

(v.l.) Christina Bonke (Amtsleiterin Amt für Gebäudemanagement, Landkreis) und Ellen Horstrup (Museumsleiterin) im Kanzleiflügel. Im Hintergrund sind der originale Ziegelboden aus dem 17. Jahrhundert und ein Teil der zunächst unverputzt belassenen Wände zu sehen.

In den beiden unterkellerten Bereichen des Bachmann-Museums hatte in den vergangenen Jahren die in den Wänden aufsteigende Feuchtigkeit immer wieder zu Schäden geführt, die Folge war eine Schließung von zwei Museumsräumen im Erdgeschoss. Der Landkreis hat die Keller und das darüber aufgehende Mauerwerk im Erdgeschoss im letzten Jahr saniert, so dass die Räume in diesem Jahr wieder in die Museumsarbeit einbezogen werden können. Ermöglicht wurde die Sanierung durch Fördergelder der Staatsministerin für Kultur und Medien.

Durchgeführt hat die Sanierung das auf Baudenkmale spezialisierte Büro pmp Projekt GmbH unter Einbindung des zuständigen Kreisarchäologen, Dr. Stefan Hesse. Das Ziel war, die durch die Grundmauern eindringende Feuchtigkeit in den beiden Kellerbereichen des Gebäudes am Giebel der Kanzlei und im Bereich des Museumscafés einzudämmen. Die Liste der Anforderungen und Gewerke war groß. So wurden nach der Erarbeitung von Schadstoff- und Holzgutachten sowie nach Überprüfung der Statik, unter anderem Rohbau-, Abdichtungs-, Zimmerer-, Maler-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektroarbeiten notwendig. Nach dem Einbau einer Pumpe im Keller und der Behandlung der Innenwände im Bereich des ehemaligen Marstalls konnte das Museumscafé bereits im letzten Frühjahr wieder an das Museum übergeben werden. Komplizierter und langwieriger waren die Arbeiten am Kanzleiflügel. In mehreren Schritten legten hier die Fachleute unter Leitung von Burkhard Grote die Außenwände frei, um die Mauern mit einer Injektage gegen die aufsteigende Feuchtigkeit zu sperren und mit einer wasserdichten Verkleidung zu versehen. Eine neue Putzschicht mit einem hellen Anstrich zeigt nun, welche Außen­mauern mit dieser Feuchtigkeitssperre versehen worden sind. In den Kellerräumen selbst wurde der Fußboden neu mit Ziegelsteinen ausgelegt, zusätzlich sorgen Pumpen für die Regulierung des Wasserstandes und eine Lüftung für den Transport der Luftfeuchtigkeit nach außen.

In den beiden Räumen darüber entfernten die Handwerker alle Verkleidungen und Putzschichten bis zum Mauerwerk. Außerdem mussten auch die historischen Holzdielen, die an den Seiten durch die Feuchtigkeit bereits stark angegriffen waren, ausgebaut werden. Sie wurden sorgfältig eingelagert und sollen bei den folgenden Sanierungsschritten am Gebäude wieder eingebaut werden. Daher bekamen die Räume einen neuen Holzfußboden, der später auch als Unterboden für die originalen Holzdielen verwendet werden kann.

„Sowohl zeitlich als auch finanziell sind wir bei dieser komplexen Maßnahme auf kleinem Raum voll im geplanten Rahmen geblieben“, resümiert Christina Bonke, Leiterin des Amtes für Gebäudemanagement beim Landkreis, dem das denkmalgeschützte Gebäude gehört. Alle Maßnahmen wurden direkt mit der Denkmalpflege abgestimmt. „Schon nach kurzer Zeit ist eine Veränderung des Raumklimas deutlich messbar und beim Betreten der Räume, besonders im Museumscafé, auch spürbar“, freut sich Museumsleiterin Ellen Horstrup.

Dennoch wird es noch einige Zeit dauern, bis die stark durchfeuchteten Wände vollständig getrocknet sind. Um den Trocknungsprozess zu beschleunigen, wurden die Innenwände im Erdgeschoss des Kanzleiflügels nicht wieder verputzt oder verkleidet. Dadurch bleiben vorübergehend die interessanten Spuren der langen Baugeschichte des ältesten Bremervörder Gebäudes sichtbar: zum Beispiel zugemauerte Fenster, ein originaler Ziegelboden aus dem 17. Jahrhundert und kleine Reste ehemaliger Tapeten. Finanziert wurde die Sanierung mit Fördermitteln der Staatsministerin für Kultur und Medien. Die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien stellte diese aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV zur Verfügung.

Das Bauvolumen hat 400.000 € betragen. Darauf entfällt eine Förderung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV in Höhe von 150.000 €. Die Bauausführung hat sich von Dezember 2016 bis Dezember 2017 erstreckt.

(14.02.2018)

Berliner Spezialistinnen arbeiten an den kostbaren Moorfunden

Die Diplom Restauratorin Claudia Bullack bei ihrer Arbeit an den moorarchäologischen Funden im Bachmann-Museum Bremervörde.

Im November wurde im Bachmann-Museum Bremervörde intensiv mit den empfindlichen und wissenschaftlich wertvollen archäologischen Funden aus den Mooren der Region gearbeitet. Die auf archäologische Objekte spezialisierten Diplomrestauratorinnen Ulrike Uhlig und Claudia Bullack haben die Funde gereinigt und sicher gelagert.

Seit 1919 trug der Museumsgründer August Bachmann als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger archäologische Funde aus den Mooren der Bremervörder Region zusammen. Die meisten der  Objekte bestehen aus Holz, aber auch Stücke aus Fell, Wolle und Leder sind dabei. Nur durch die besonderen Erhaltungsbedingungen im Moor sind die bis zu 4600 Jahre alten Fundsachen überliefert. Für Forscher und Laien bieten sie einen einzigartigen Einblick in die Ur- und Frühgeschichte der Region.

Seit Jahrzehnten werden viele der Funde, wie drei hölzerne Wagenräder und drei Vorarbeiten für Schalen in den Ausstellungen des Bremervörder Museums gezeigt. „Um diese besonderen Funde auch zukünftig erhalten und präsentieren zu können, mussten sie gereinigt, gesichert und ein Konzept für ihre Lagerung entwickelt werden. Dabei denken wir besonders an die zukünftige Präsentation in einer neuen Dauerausstellung. Es war sehr wichtig für uns, dass wir für diese Arbeiten Unterstützung von Spezialistinnen erhalten haben.“ freut sich die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, Diplomarchäologin Meike Mittmann. Eine großzügige Förderung durch den Landschaftsverband Stade ermöglichte nun die Ausführung der Reinigungs- und Sicherungsarbeiten durch die Restauratorinnen Ulrike Uhlig und Claudia Bullack.

Die beiden Fachfrauen, die sonst auf der Berliner Museumsinsel tätig sind, befreiten die Funde bei ihrer Arbeit im Museum sehr vorsichtig in einer Trockenreinigung mit Spezialsaugern, Pinseln und Luftpustern von aufliegenden Verschmutzungen, ohne dabei die bruchempfindlichen Hölzer, feinen Fellhaare und Fasern der Wollfäden zu beschädigen.  Kleine Bruchstellen, zum Beispiel an dem Lederband einer bronzezeitlichen Lanzenspitze, wurden mit einer Klebetechnik gesichert, die für das über 3000 Jahre alte Material unschädlich ist. Aus Spezialschaumstoffen und säurefreien Papieren stellten die Restauratorinnen Polster und Lagerungshilfen her, die die Objekte vor Druckstellen und Materialverlust schützen.

„Die wichtigste Fähigkeit bei dem Umgang mit diesen empfindlichen Objekten ist, das Objekt genau anzuschauen, bevor wir eine Maßnahme ergreifen.“ beschreiben die Spezialistinnen ihre Vorgehensweise. Dabei kamen für das Museum spannende neue Erkenntnisse zu tage. Zwei Bruchstücke eines Holzobjekts konnten zum Beispiel wieder zusammengefügt und als Buchse eines Speichenrads identifiziert werden.

Der dauerhafte Erhalt der fragilen Moorfunde ist nun durch die konservatorischen Maßnahmen sichergestellt und die Objekte sind für zukünftige Ausstellungs- und Forschungsprojekte sehr gut vorbereitet.

(11.12.2017)

Bronze-Relief macht Bremervörder Schloss begreifbar

V.l.n.r.: Diether Wolff vom Lions Club Bremervörde, Ellen Horstrup M.A., Museumsleiterin des Bachmann-Museums Bremervörde, Corvin Borgardt, Präsident Lions Club Bremervörde, Detlev Fischer, Bürgermeister von Bremervörde und Hermann Luttmann, Landrat des Landkreises Rotenburg (Wümme).

Seit über 50 Jahren engagiert sich der Lions Club Bremervörde für Menschen, die Hilfe benötigen, aber auch für Projekte rund um das Thema Natur und für Kunst im öffentlichen Raum. Zu seinem 50jährigen Gründungsjubiläum, das der Club im Jahr 2015 feiern konnte, entstand die Idee, ein Kapitel der Bremervörder Geschichte am authentischen Ort begreifbar zu machen.  

Am vergangenen Sonntag übergab der Lions Club im Rahmen einer Feierstunde der Stiftung Bachmann-Museum ein Bronzerelief vom Schloss Bremervörde. Grundlage für dieses 80 x 100 cm große Modell ist ein Kupferstich von Matthäus Merian, der um das Jahr 1653 entstand. Das Schloss Bremervörde war zu diesem Zeitpunkt nach den Zerstörungen des 30-jähigen Krieges wieder repräsentativ ausgebaut worden. Es war die letzte Blütezeit der befestigten Anlage, die nach 1682 abgetragen wurde. Nur das Kanzlei- und Marstallgebäude blieb erhalten. In dem heute ältesten Gebäude der Stadt befindet sich das Bachmann-Museum Bremervörde.

„Das Bronzerelief soll allen Bremervördern und allen Besuchern unserer schönen Stadt einen Teil der langen und bewegten Geschichte näher bringen und begreifbar machen. Daher haben wir uns bewusst  für ein Modell entschieden, dass auch ertastet werden kann“ erläutert Diether Wolff vom Lions Club Bremervörde, der die Planung und Umsetzung begleitet hat.

Sehr detailgetreu erarbeitete der Bremer Modellbauer Thomas Hogrefe aus dem Kupferstich des 17. Jahrhunderts ein Reliefmodell, auf dem die Gebäude und Befestigungsanlagen der zweiteiligen Schlossanlage im Zentrum stehen. Aber auch die auf dem Stich dargestellten weitläufigen Renaissancegärten und der nahegelegene Fluss Oste mit einem kleinen Hafen sind mit aufgenommen worden. Zusammen mit einer Beschriftungstafel, die einen kurzen Erläuterungstext auch in Brailleschrift wiedergibt, wurde das Modell an den Bremer Bronzegießer Jens Hansemann weiter gegeben, der die Umsetzung in Bronze übernahm. Seit Sonntag steht nun das fertige Relief vor dem Eingang des Bachmann-Museums Bremervörde.

„Für das Bachmann-Museum Bremervörde ist das Bronzerelief eine große Bereicherung, denn die Geschichte des Schlosses und des Museumsgebäudes sind wichtige Themen unserer Arbeit und Bestandteil jeder Führung. Dank der Lions Bremervörde haben wir einen neuen Anlaufpunkt für unsere Führungen und ich bin sicher, dass auch die Stadtführungen, viele Spaziergänger und Museumsbesucher sich an der detailreichen Darstellung erfreuen werden.“, erläutert Museumsleiterin Ellen Horstrup.

Am Tag des Offenen Denkmals am 10. September 2017, der in diesem Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht“ steht, bietet das Bachmann-Museum Bremervörde ab 14 Uhr Führungen zur Geschichte des Schlosses und zum Relief an.

(28.08.2017)

Jagen in der Steinzeit und heute – Bundesministerium fördert Schulprojekt des Museums

Von hinten links nach rechts: Florian Offermanns (Niedersächsische Landesforsten), Katja Tiltmann (Bachmann-Museum Bremervörde), Markus Steinbach (NABU Bremervörde), Christoph Ziegeler (pixel-kraft GmbH), Claudia Mursch und Heike Tretzmüller (Schule Geestequelle). Im Vordergrund die Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe mit Fynn Luca Brandt, Simon Zeisberg, Antje-Marie Mischke, Michelle Hartmann, Josy Frye, Anna Potschka, Celly Diener, Michelle Wöhleking, Thore Schmidtsdorf und Lasse Brünjes.

Das Bachmann-Museum Bremervörde hat in diesem Jahr ein Projekt durchgeführt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative „Kultur macht stark“ gefördert wurde. Ziel war es, Schülerinnen und Schülern das Thema „Jagen in der Steinzeit und heute“ näher zu bringen. Am Dienstag präsentierten Jugendliche der Schule Geestequelle in Oerel ihre Ergebnisse bei einem Pressegespräch.

Einen Schwerpunkt der Vermittlungsarbeit am Bachmann-Museum bildet das Steinzeitlager am Auesee. Hier können Besucher unter anderem lernen, wie die Menschen in der Steinzeit gelebt und gejagt haben. Nachbildungen von Werkzeugen und Jagdwaffen machen das Gelernte erlebbar. In seinem neuesten Schulprojekt hat das Museum sein Steinzeitlager-Angebot mit aktuellen Themen rund um die Jagd und verschiedenen Kooperationspartnern verbunden. So konnte es einer ehrenamtlichen Gruppe von Jugendlichen aus Oerel einen vielfältigen Einblick in diesen Bereich geben.

Im Bachmann-Museum erhielt die Gruppe eine Einführung in die Tierwelt und die Jagdmethoden der Steinzeit. „Mir hat am besten gefallen, dass wir die Jagdwaffen wirklich ausprobieren konnten, das war spannend!“ beschreibt die 16jährige Antje-Marie Mischke ihre Erlebnisse am Museum. „Das waren Nachbildungen von Speer-Schleuder, Harpune, Pfeil und Bogen mit denen wir auf einen Strohsack gezielt haben“. Gemeinsam mit Florian Offermanns von den Niedersächsischen Landesforsten lernte die Gruppe dann die Grundlage für die heutige Jagd kennen – ein Verbissgutachten im Wald. Sie erfuhren, wie auf diese Weise der Wildbestand festgestellt wird. Mit Markus Steinbach vom NABU Bremervörde befragten sie Bewohner aus Oerel zum aktuellen Thema Wolf. Unterstützt wurde das Projekt außerdem durch die Natur- und Erlebnispark Bremervörde GmbH und den Bremervörder City- und Stadtmarketing e.V..

Museumspädagogin Katja Tiltmann erklärt: „Durch die Zusammenarbeit mit so vielfältigen Institutionen konnten die Jugendlichen das Thema „Jagd“ aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Außerdem bekamen sie auf diese Weise einen Einblick in die Arbeitsbereiche der Kooperationspartner. Gleichzeitig hatten wir als Museum die Möglichkeit, die Jugendlichen besser kennenzulernen und einen Eindruck von ihren Interessen und Motivationen zu erhalten. So können wir unsere Museumsangebote noch besser auch auf diese Altersgruppe ausrichten.“

Während der gesamten Projektlaufzeit filmten sich die Schülerinnen und Schüler bei ihren Erlebnissen gegenseitig. Gemeinsam mit der Marketingagentur „pixel-kraft GmbH“ erstellten sie einen kurzen Film, der das Projekt aus ihrem eigenen Blickwinkel darstellt. Diesen Film und ihre weiteren Projektergebnisse präsentierte die Gruppe am Dienstag in der Schule. Auf bunten Boxen stellten sie ihre Eindrücke zur Jagd in der Steinzeit der Jagd heute gegenüber. Die Präsentation ist noch bis zum 09. Juni 2017 im Forum der Schule Geestequelle in Oerel zu sehen. Danach wird sie in einem Schaufenster von Mode Steffen in Bremervörde aufgebaut, ehe sie ab dem 20. Juni in der Ausstellung des Bachmann-Museums Bremervörde steht.

(01.06.2017)

„Hier wird Geschichte richtig lebendig!“ – Projekt mit einer Sprachlernklasse

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Am 30. und 31. März tauchte die Sprachlernklasse des Gymnasiums Bremervörde bei einem besonderen Projekt am Bachmann-Museum Bremervörde für zwei Vormittage in die Welt der Mittelsteinzeit ein. Zentrales Thema war die halbnomadische Lebensweise der Menschen.

Im Steinzeitlager des Museums werden seit dem letzten Jahr drei Programme für Gruppen angeboten, in denen die Teilnehmer unter anderem einen authentischen Lagerplatz mit einer Hütte errichten. Die Sprachlernklasse des Gymnasiums erhielt nun die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Geschichtsvermittler Lothar Safier das dafür benötigte Hüttengestell mit steinzeitlichen Werkzeugen neu aufzubauen.

Alle weiterführenden Schulen in Bremervörde konnten sich im vergangenen Jahr beim Museum für die Teilnahme an diesem Projekt bewerben. Im Rahmen einer Verlosung zog der Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse das Los der Sprachlernklasse des Gymnasiums Bremervörde. Diese Klasse vermittelt Schülern bei Bedarf Deutschkenntnisse für den Regelunterricht. Die Teilnahme an dem Museumsprojekt war ein willkommener Test für die so erworbenen Sprachkenntnisse. Die Lehrkräfte Jann Oltmanns und Rolf Hüchting äußerten sich begeistert: „Die Schulen sollten sehr viel häufiger den Austausch mit dem Bachmann-Museum suchen. Hier wird Geschichte richtig lebendig!“

Zu Projektbeginn bekam die Gruppe in der Ausstellung einen Überblick über die Entwicklung der Lebensweise der Menschen von der Alt- über die Mittel- bis hin zur Jungsteinzeit. Sie erfuhr, dass die Menschen zunächst in mobilen, kleinen Zelten lebten und ab der Mittelsteinzeit feste Jagd- und Sammelgebiete hatten, in denen sie größere Hütten, wie diejenige im Steinzeitlager errichteten. Erst ab der Jungsteinzeit wurden die Menschen sesshaft und bauten Häuser. Die Schülerin Bayan war davon sehr beeindruckt: „Im Museum kann man sehen, wie die Menschen früher gelebt haben. Das war gar nicht so leicht.““

Im Steinzeitlager trug die Sprachlernklasse Weidenstangen zusammen und bearbeitete sie mit Geweihäxten, damit sie die richtige Passform für das spätere Hüttengestell bekamen. Die Teilnehmerin Hagar hatte dabei besonders Spaß: „Wir haben uns viel Arbeit gemacht und viel gelernt, das war schön!“. Schon bald konnten die Jugendlichen die ersten Stangen aufrichten und mit Lederriemen verbinden. Durch die engagierte Teamarbeit der Projektgruppe war das Gestell am zweiten Tag schnell fertiggestellt. So blieb genug Zeit, um ein Lagerfeuer zu entzünden und einen steinzeitlichen Imbiss aus Früchten, gerösteten Nüssen und Honig zu genießen. Dabei hatte der Schüler Astrit eine humorvolle Erkenntnis: „Es war supertoll, jetzt weiß ich, warum ein Feuerzeug überhaupt Feuerzeug heißt! Man braucht viel Zeug dazu, um Feuer zu machen…“

(05.04.2017)

Zeugen für den Wandel der Landwirtschaft im Bachmann-Museum Bremervörde

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Philipp Kirf, Tanja Gissel und Ulrike Tänzer bei der Arbeit mit den landwirtschaftlichen Großgeräten im Museumsdepot.

Insgesamt etwa 250 landwirtschaftliche Großgeräte aus der Zeit von 1850 bis 1960 schlummern in den Depots des Bachmann-Museums Bremervörde. Viele von ihnen sind bereits von August Bachmann für seine Sammlung angeschafft worden und noch nie der Öffentlichkeit gezeigt worden. Im Rahmen eines Forschungsprojektes haben sich drei Wissenschaftler in den vergangenen Monaten intensiv mit diesen Objekten beschäftigt. Ermöglicht wurde dieses Projekt durch die Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde und den Landschaftsverband Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen.

„Obwohl die Gruppe der landwirtschaftlichen Großgeräte im Vergleich zu anderen Sammlungen des Bachmann-Museums zahlenmäßig eher klein ist, gehören doch die größten Einzelobjekte des Museums alle in diesen Bereich. Daher mussten unsere Wissenschaftler Tanja Gissel, Ulrike Tänzer und Philipp Kirf die Objekte vor Ort in den Museumsdepots bearbeiten“, beschreibt die Museumswissenschaftlerin Meike Mittmann die Herausforderungen des Projektes. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Die Experten machten viele für die  Wirtschaftsgeschichte des Landkreises interessante Entdeckungen, sichteten zum Beispiel die Herstellerangaben und andere Informationen auf den landwirtschaftlichen Großgeräten. Sie stellten fest, dass viele dieser Maschinen über einen langen Zeitraum verwendet worden sind. In dieser Zeit wurden sie oft umgebaut und ergänzt, um sie den neuen technischen Möglichkeiten, zum Beispiel neuen Antriebsarten,  anzupassen. Alle Informationen und eine genaue Beschreibung jedes einzelnen Objektes wurden in der Museumsdatenbank kuniweb gespeichert. Sie stehen in Zukunft für wissenschaftliche Forschungen zur Verfügung.

Beim Abschluss des Projektes im November 2016 waren sich die Forscher einig: für das Museum sind die landwirtschaftlichen Geräte wertvolle Zeugen, die sehr anschaulich die immer stärker voranschreitende Mechanisierung in der Landwirtschaft im Elbe-Weser-Dreieck ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verdeutlichen.

Auch bei der Frage nach einem besonderen „Sahnestück“ in der Sammlung sind sich die Experten einig: es handelt sich um eine große fahrbare Kartoffeldämpfanlage vom Typ „Ammerland I“ mit der dazugehörigen Kartoffelwäsche. Bis 1945 war sie in Volkmarst in Betrieb, um Kartoffeln für die Schweinemast zu dämpfen. Die Volkmarster Bauern hatten eigens eine Genossenschaft gegründet, um diese große Dämpfanlage erwerben zu können. Dem Engagement von Frau Dr. Elfriede Bachmann ist es zu verdanken, dass der Landkreis Rotenburg (Wümme) zur Unterbringung der  Maschine eine Scheune errichtete, die das Bachmann-Museum bis heute als Museumsdepot nutzt.

Und wie geht es nun weiter mit dieser Sammlung? „Die Stiftung Bachmann-Museum hat vor zwei Jahren beschlossen, dass wir zunächst keine weiteren landwirtschaftlichen Geräte in die Sammlung aufnehmen, denn uns fehlt einfach der Platz dafür. Wir werden uns zunächst weiter um die Objekte kümmern, die wir haben und den Fragen nachgehen, auf die unsere Wissenschaftler gestoßen sind“, erklärt Museumsleiterin Ellen Horstrup.  Und vielleicht findet ja das ein oder andere Objekt seinen Platz in der neuen Dauerausstellung des Bachmann-Museums.

(29.12.2106)

Teilzeit / Steinzeit – Schüler gestalten das Museumsprogramm mit

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Pilotprojekt von Bachmann-Museum Bremervörde und der Schule Geestequelle in Oerel

Das Bachmann-Museum Bremervörde hat in diesem Jahr eine Kooperation zum Thema Mittelsteinzeit mit der Schule Geestequelle in Oerel aufgebaut. Einige Schülerinnen und Schüler präsentierten am Dienstag im Museum die Ergebnisse des Pilotprojektes.

Gemeinsam mit der Schule Geestequelle, den Niedersächsischen Landesforsten und der Natur- und Erlebnispark Bremervörde GmbH ist die Arbeitsgruppe „Museum“ für höhere Schulklassen entwickelt worden. Unter dem Titel „Teilzeit / Steinzeit – Wir gestalten das Museumsprogramm mit“ bietet sie den Teilnehmern die Möglichkeit, sich aktiv in der Vermittlungsarbeit des Museums zu engagieren. Nebenbei erhalten sie durch die Projektpartner einen Einblick in verschiedene Berufsbereiche. Unterstützt wird die Kooperation durch die pixel-kraft GmbH – einem Büro für Werbestrategie und Mediendesign und dem Bremervörder City-und Stadtmarketing Verein e.V.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative „Museobilbox – Museum zum Selbermachen“ gefördert. Darum stehen nun neun bunte Boxen im Museum. Sie zeigen mit Fotos, Videosequenzen und Requisiten, was die Teilnehmer in den vergangenen Monaten zum Thema Mittelsteinzeit gelernt haben, und wie sie sich dazu ein Programm für höhere Schulklassen vorstellen. Denn 2015 hat das Museum drei Programme im Steinzeitlager zum Leben in der Mittelsteinzeit entwickelt. Sie hatten in diesem Jahr großen Erfolg und wurden oft von Schulklassen gebucht, meistens von den Jahrgängen 1-6. Nun werden die Programme für höhere Klassen weiterentwickelt. Für das Museum ist es dabei selbstverständlich, von Anfang an die Ideen der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. Die 15jährige Alyssa aus der Arbeitsgruppe betont: „Ein Frühstück ist ganz wichtig! Dann hat die Klasse bessere Laune und passt mehr auf. Und im Steinzeitlager könnten sie es selbst zubereiten.“ Abgesehen vom leiblichen Wohl stehen Gruppenarbeiten, Anschauungsmaterial und Experimentieren ganz oben auf der Wunschliste.

Neben der Mitarbeit der Arbeitsgruppen-Teilnehmer hat das Projekt für Museumspädagogin Katja Tiltmann noch einen zweiten wichtigen Effekt: „Bei den meisten Projekten arbeiten wir mit ein oder zwei Kooperationspartnern zusammen. In diesem Fall haben sich sieben Institutionen miteinander vernetzt und zusammengearbeitet. Das hat sehr gut funktioniert und von allen Seiten wird auch eine zukünftige Zusammenarbeit gewünscht, ein tolles Ergebnis!“ Die Kooperationspartner arbeiten bereits an den Plänen für die nächste Arbeitsgruppe, um Schülern auch in Zukunft einen Einblick in die Arbeit der kulturellen und kreativen Institutionen in Bremervörde zu ermöglichen.

Die Präsentation steht noch bis zum 02. Januar 2017 im Bachmann-Museum Bremervörde, anschließend wird sie vom 04.-17. Januar 2017 in den Schaufenstern von Mode Steffen in Bremervörde zu sehen sein, ehe sie in der Schule Geestequelle in Oerel ausgestellt wird.

(13.12.2016)

Hamburger Restaurator arbeitet an Möbeln mit Geschichte

Restaurator Sven Gödeke während seiner Arbeit an dem Schrank aus dem 18. Jahrhundert. Das aufgebrochene Schloss und die Spuren des Granateneinschlags sind gut zu erkennen.

In den vergangenen Wochen hat sich in der Möbelsammlung des Bachmann-Museums Bremervörde viel getan. Der Diplom-Restaurator Sven Gödeke und sein Mitarbeiter William Adam aus Hamburg haben sich intensiv mit 10 großen Objekten der Museumsammlung beschäftigt.

Aus Platznot lagen die Möbel seit vielen Jahren auseinandergebaut in Regalen im Museumsdepot. Durch den Umbau einer Rollregalanlage konnte in diesem Jahr der Platz geschaffen werden, um die Möbel nun wieder in ihrer vollen Größe aufzubauen. „Für mich sind dies spannende Momente, denn ich lerne gerade wieder einmal Objekte aus unseren Sammlungen ganz neu kennen“, freut sich die wissenschaftliche Mitarbeiterin Meike Mittmann, die das Projekt betreut. Die großzügige Förderung durch den Landschaftsverband Stade hat die Tätigkeit von Sven Gödeke, einem studierten Restaurator und Spezialisten für alte Möbel, überhaupt erst möglich gemacht. Bereits seit 1991 gibt es das Förderprogramm „Bewahren von Museumsbeständen“ des Landschaftsverbandes Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen, durch das Museen beim Erhalt ihrer Bestände unterstützt werden.

Die in diesem Jahr bearbeiteten Möbel stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und haben eine besondere Bedeutung für das Museum. Das größte Objekt ist ein etwa 2,20 Meter hoher Kleiderschrank aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bevor die leicht verbogenen Einzelteile vorsichtig wieder zusammengefügt werden konnten, überprüfte Herr Gödeke jedes Teil, reinigte es und leimte gelöste Furniere. Alle Arbeiten erfolgten in enger Absprache mit Meike Mittmann, denn für das Museum können Gebrauchsspuren und  Beschädigungen wichtige Bestandteile des Objektes und seiner Geschichte sein. „Weniger ist mehr“, beschreibt Sven Gödeke daher auch seine Arbeit, „ je weniger ich als Restaurator eingreife oder verändere, desto authentischer und unverfälschter bleibt das Objekt“.

So fallen auch nach der Beendigung der Arbeit von Sven Gödeke an dem imposanten Schrank schon beim ersten Hinsehen einige Schäden an den Schranktüren auf, außerdem ein zerstörtes Türschloss und Absplitterungen am Türanschlag. Diese Beschädigungen stammen aus dem Jahr 1945. Damals stand der Schrank in Bremervörde im Wohnhaus der Familie Bachmann in der Wesermünder Straße. Dort befand sich auch das von dem Gründer der Museumssammlung, dem Heimatforscher August Bachmann, geführte private Museum. In den letzten Kriegsmonaten 1945 explodierte eine Granate im Eingangsbereich des Hauses und Granatsplitter schlugen in die Schranktüren ein. Außerdem verschafften sich Plünderer in dieser Zeit Zugang zum Haus und brachen dabei das Schloss des Schrankes auf – obwohl der gar nicht abgeschlossen war.

Mit diesen Spuren der Geschichte ist der Schrank für das Bachmann-Museum nicht nur ein eindrucksvolles Objekt der Wohnkultur des 18. Jahrhunderts, sondern auch ein Zeugnis für die Geschichte Bremervördes in den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945. Der Schrank wird jetzt, zusammen mit den anderen wieder zusammengesetzten Möbeln, neu fotografisch dokumentiert. Das Museumteam hofft, ihn oder eines der anderen Möbelstücke demnächst in einer neuen Dauerausstellung zeigen zu können.

(10.10.2106)

Startschuss für das neue Steinzeitlager ist gefallen

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In diesem Jahr ist das bekannte museumspädagogische Angebot des Bachmann-Museums Bremervörde zum Leben in der Mittelsteinzeit in einem Projekt mit zahlreichen Experten erneuert und ausgebaut worden. Am Sonntag, den 18. Oktober hat das Projektteam an einem kostenlosen Aktionstag die Ergebnisse vorgestellt.

Bereits seit 10 Jahren ist die Steinzeit wichtiger Teil des Vermittlungsangebotes für Gruppen, das sich besonders an Schulklassen richtet. Außergewöhnlich ist dabei nicht nur der Schwerpunkt auf die Mittelsteinzeit, der in der Sammlung des Museums begründet ist, sondern auch das idyllische Gelände am Auesee. Direkt neben dem Museum gelegen, bietet es eine authentische Kulisse für die Angebote. Diese wurden auf den neusten Stand der Wissenschaft und Didaktik gebracht. Auch die Materialien konnten durch hochwertige Repliken und ein handgenähtes Lederzelt ergänzt werden.

Museumsleiterin Ellen Horstrup erläutert: „Zahlreiche Menschen sind für das Projekt zusammengekommen, das nur Dank der Förderung durch die Stiftung der Sparkasse-Rotenburg-Bremervörde und des Landschaftsverbandes Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen möglich ist. Mit Harm Paulsen konnten wir einen Begründer der Experimentalarchäologie und Träger des Deutschen Archäologiepreises gewinnen. Der Wildnispädagoge Stefan Brocke hat mit der inklusiven Klasse 5a der Hauptschule Bremervörde unsere Konzeptansätze ausprobiert. Deren Lehrerin Katja Bülters erstellt das begleitende Lehrermaterial für die Angebote. Darüber hinaus haben wir Materialien und Expertisen von dem Flintsteinschläger Stefan Schlossbauer, der Weidenflechterin Claudia Reuter und dem Zunderpilz-Experten Paul Krächter erhalten.“

„Gerne begleiten wir das Bachmann-Museum bei dem Projekt, da uns das Konzept sehr überzeugt hat und die Angebote eine Grundlage des Vermittlungsangebotes an diesem Museum sind.“ beschreibt Reinhard Krüger von der Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde seinen Eindruck. Dr. Hans-Eckhard Dannenberg vom Landschaftsverband Stade ergänzt: „Ein Angebot mit diesem Alleinstellungsmerkmal gibt es landkreisweit nicht noch einmal. Der Landschaftsverband freut sich, die Neugestaltung unterstützen zu können.“

Projektleiterin und Museumspädagogin Katja Tiltmann umschreibt die neuen Konzepte: „Mit Hilfe von Harm Paulsen und Stefan Brocke haben wir die Experimentalarchäologie eng in drei neue Programme eingebunden. Die Besucher tauchen in die Mittelsteinzeit ein und erleben hautnah über welche technischen Fertigkeiten unsere Vorfahren verfügt haben. Dabei kann eine mittelsteinzeitliche Mahlzeit zubereitet werden, die verschiedenen Arten Feuer zu machen ausprobiert und der Harpunenwurf getestet werden. Werkzeuge aller Art und verschiedene Techniken zum Fischfang kommen zum Einsatz und alles wird von den Teilnehmern angefasst, probiert und ausprobiert.“

Nachdem die Konzeptphase abgeschlossen ist, erstellt das Projektteam umfassendes Informationsmaterial, das noch in diesem Jahr an alle Schulen und Kultureinrichtungen geschickt wird. Die Angebote sind vom Grundschul- bis zum Erwachsenenalter geeignet und können von Schulklassen, Vereinen, Kindergeburtstagen und Feriengruppen gebucht werden. Alle Programme sind für Inklusionsgruppen geeignet.

 (18.10.2015)

Bachmann-Museum Bremervörde erhält das Museumsgütesiegel für seine beeindruckende Leistung

Am 14. Januar zeichnete die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić zusammen mit der Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, Dr. Sabine Schormann, und dem Vorsitzenden des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen, Dr. Friedrich Scheele, in einer Feierstunde in Hannover das Bachmann-Museum Bremervörde und 14 weitere Museen mit dem Museumsgütesiegel 2015-21 aus.

Museumsregistrierung fuer Niedersachsen und Bremen 2015

Das Gütesiegel wird Museen in Niedersachsen und Bremen verliehen, die erfolgreich die Qualität ihrer Arbeit unter Beweis gestellt haben. Anlässlich des Festaktes in Hannover bezeichnete Ministerin Heinen-Kljajić das Museumsgütesiegel als ein bewährtes Instrument des modernen Qualitätsmanagements, das auch für andere Bundesländer vorbildlich sei. Über den Erfolg der Bewerbung entschied eine unabhängige Kommission aus Museumsfachleuten. In ihrer Begründung für die Verleihung des Gütesiegels an das Bachmann-Museum Bremervörde hob die Kommission besonders die „beeindruckende Leistung eines engagierten Teams“ hervor und die „überzeugende konzeptionelle Darstellung der geplanten Erneuerung des Museums“. Die Kommission mahnte aber auch an, dass jetzt weitere Investitionen erforderlich seien. Sowohl die Dauerausstellung als auch die Depotsituation müssen auf der Basis der vorliegenden Konzepte in den kommenden Jahren weiter entwickelt werden.

Mit dem Museumsgütesiegel wird die Leistung des Teams des Bachmann-Museums Bremervörde ausgezeichnet: (von li nach re): Jaqueline Kröger (FSJ Denkmalpflege), Erika Jahn (Besucherinformation), Ellen Horstrup M.A. (Museumsleiterin), Katja Tiltmann M.A. (Öffentlichkeitsarbeit und Museumspädagogik), Marta Tiedemann-Roos (Besucherinformation), Dipl. Rest. Carolina Strecker (Restauratorin) und Dipl. Prähist. Meike Mittmann (Stellvertretende Museumsleiterin).

„Dass unsere Konzepte überzeugt haben, freut mich besonders“, kommentiert Museumsleiterin Ellen Horstrup die Beurteilung der Experten, „denn wir haben sehr intensiv über die zukünftige Nutzung des Museumsgebäude, über die Verbesserung der Depotsituation sowie über eine neue Dauerausstellung nachgedacht. Nun startet das Museumsteam motiviert in das Jahr 2015, in dem die entscheidenden Weichen für die Umsetzung der Konzepte und damit für die Weiterentwicklung des Museums gestellt werden müssen.“

Das Museumsgütesiegel gilt für sieben Jahre. Danach wird sich das Bachmann-Museum Bremervörde neu um diese Auszeichnung bewerben. Als Voraussetzung für einen neuen Antrag müssen die von der Kommission erkannten Erfordernisse erfüllt worden sein.

Bereits im September 2013 begann für das Bachmann-Museum das Bewerbungsverfahren für das Museumsgütesiegel, in dessen Verlauf das Museum mehrfach von Experten aus den verschiedenen Bereichen musealer Tätigkeit besucht wurde. In der mehr als 12-monatigen Bewerbungsphase entstanden auch die sechs umfangreichen Konzepte, die als Basis für die Bewerbung beim Museumsverband eingereicht wurden. Schon im Jahr 2011 hat sich das Bachmann-Museum um die Zertifizierung beworben und konnte mit der sogenannten „Vorläufigen Registrierung“ eine gute Ausgangslage für die diesjährige Auszeichnung schaffen. In den Jahren 2012 und 2013 formierte sich dann das heutige Museumsteam, dessen Arbeit die Kommission so beeindruckte.

(16.01.2015)

Fördergelder für die Sanierung des Bachmann-Museums Bremervörde

Gute Nachrichten erreichten den Landkreis Rotenburg (Wümme) und das Bachmann-Museum zum Start in die zweite Novemberwoche. Die beantragten Fördergelder für die Sanierung der Grundmauern des denkmalgeschützten Museumsgebäudes sind bewilligt.

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Die Zuwendung stammt aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV des Staatsministers für Kultur und Medien. Mit den bewilligten Geldern können die Ursachen für die Feuchteschäden, die im Erdgeschoss des über 400 Jahre alten denkmalgeschützten Museumsgebäudes durch die aus dem Erdreich aufsteigende Nässe entstehen, behoben werden. Insgesamt stehen nun 150.000 Euro Fördergelder zur Verfügung, die der Landkreis Rotenburg (Wümme) mit 200.000 Euro gegenfinanziert.

„Durch die Förderung wird es möglich, das Bachmann-Museum nicht nur partiell, sondern umfassend in seiner Bausubstanz zu sanieren“, freut sich Christina Bonke, Leiterin des Gebäudemanagements beim Landkreis.

Bei einem Besuch im Bachmann-Museum Bremervörde hatte der damalige Kulturstaatsminister Neumann diese Unterstützung zugesagt, wenn das Museum und der Landkreis als Eigentümer des Gebäudes einen entsprechenden Antrag schnell einreichen würden. Dieser Antrag wurde erst vor kurzem vom Qualitätszirkel des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege positiv bewertet. Der Zuwendungsbescheid ist nun der Startschuss für die Umsetzung der Maßnahme.

„Die Sanierung im Erdgeschoss ist die wichtigste Voraussetzung, um das Gebäude langfristig weiter als Museum nutzen zu können“, macht Museumsleiterin Ellen Horstrup die Bedeutung der Zuwendung für das Museum deutlich. Wann und wie die Baumaßnahmen umgesetzt werden, werden die Gespräche und Planungen der kommenden Wochen ergeben. Das Team des Bachmann-Museums plant aber auch im kommenden Jahr ein abwechslungsreiches Programm für die Museumsbesucher.

(21.11.2014)