Neuerscheinung zur Moorkolonisation

Das Bachmann-Museum Bremervörde veröffentlicht eine reich bebilderte Zusammenfassung der Vorträge von Dr. Horst Rössler

Unter dem Titel „Den eersten sien Dot, den tweeten sien Not … Moorkolonisation im Elbe-Weser-Dreieck (1750-1880)“ veröffentlicht das Bachmann-Museum einen Überblick über die staatlich organisierte und planmäßig durchgeführte Moorkolonisation in den heutigen Landkreisen Osterholz und Rotenburg (Wümme). Darin stellt der Bremer Historiker Dr. Horst Rössler, den viele Menschen aus der Region durch seine Vorträge kennen, ein zentrales Thema der Geschichte des Elbe-Weser-Raumes im 18. und 19. Jahrhundert anschaulich dar.

Die Kolonisation der Moore, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts begann, hat das Elbe-Weser-Dreieck bis heute geprägt. „Diese Urbarmachung und Besiedlung der großen Moorgebiete war staatlich organisiert und dirigiert. Es war ein über Generationen hinweg laufender und durchaus mühseliger Prozess“, betont Dr. Rössler. Der bis heute bekannte Ausspruch „Den eersten sien Dot, den tweeten sien Not, den drütten sien Brot“ macht deutlich, unter welchen harten Lebensbedingungen die Menschen in den Moorgebieten lange Zeit lebten. Dennoch war die Moorkolonisation ein Erfolgsprojekt, denn im Verlauf von etwa einem Jahr-hundert entstanden in den eigentlich für Menschen lebensfeindlichen Mooren auf dem Gebiet der ehemaligen Ämter Lilienthal, Osterholz, Ottersberg und Bremervörde mehrere tausend Bauernstellen in über siebzig neuen Dörfern.

Dr. Horst Rössler

Wie sehr dieses Thema die Menschen heute interessiert, hat das Museumsteam 2018 und 2019 auf eindrucksvolle Weise erfahren, als insgesamt mehr als etwa 450 Teilnehmer zu den Vorträgen über die Moorkolonisation von Dr. Rössler kamen. „Viele Vortragsbesucher haben gefragt, ob man die vielen Informationen von Herrn Rössler nachlesen kann“, verrät Museumsleiterin Ellen Horstrup. Diesem Wunsch kann das Museum mit der neuen Publikation nun nachkommen, wenn auch wegen der Corona-Pandemie mit etwas Verspätung. „Mein großer Dank gilt Herrn Rössler, der seine Vorträge zu einem anschaulichen Überblick zusammengefasst hat und dem Landschaftsverband Stade, der die Umsetzung durch seine Förderung mit Mitteln des Landes Niedersachsen überhaupt erst möglich gemacht hat“, erklärt die Museumsleiterin.

Moorkommissar Jürgen Christian Findorff (1720 – 1792)

Die Publikation, die als Band 2 der Schriften des Bachmann-Museums erscheint, ist ein Beitrag des Museums zum 300. Geburtstag des „Moorkommissars“ Jürgen Christian Findorff. Das Layout der Schriftenreihe wurde für diesen Band komplett überarbeitet und professionell gestaltet. Zahlreiche Abbildungen, darunter viele Objekte aus dem Bachmann-Museum und dem Kreisarchiv des Landkreises Rotenburg, ergänzen mit Landschaftsfotos und Gemälden anschaulich den Text. Zwei großformatige Karten aus dem 18. Jahrhundert, die bisher selten veröffentlicht wurden, sind in gut lesbarer Qualität im ausklappbaren Umschlag wiedergegeben. Text und Abbildungen bieten auf 36 Seiten im DIN A4 Format einen anschaulichen, kurzweiligen und wissenschaftlich fundierten Überblick über die Moorkolonisation.

Der neue Band ist ab sofort für 7,90 Euro im Bachmann-Museum Bremervörde (Amtsallee 8, 27432 Bremervörde) erhältlich. Aktuell öffnet das Museum seine Ausstellung freitags bis sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr. Von montags bis freitags kann die Publikation in der Museumsverwaltung erworben werden. Der Versand ist ebenfalls möglich. Weitere Informationen und Bestellungen unter 04761-983 4603 oder museum@lk-row.de

Der besondere Tipp:
Am 17. Oktober 2021 hält Dr. Horst Rössler um 14:00 Uhr im Bachmann-Museum den Vortrag „Hollandgänger, Zuckerbäcker, Amerikafahrer – Wanderungen aus den Moorgebieten des Elbe-Weser-Dreiecks 1750 – 1914“. Aktuelle Informationen unter www.bachmann-museum.de.