Aktuelles

Bronze-Relief macht Bremervörder Schloss begreifbar

Einweihung_Bronzemodell - KopieSeit über 50 Jahren engagiert sich der Lions Club Bremervörde für Menschen, die Hilfe benötigen, aber auch für Projekte rund um das Thema Natur und für Kunst im öffentlichen Raum. Zu seinem 50jährigen Gründungsjubiläum, das der Club im Jahr 2015 feiern konnte, entstand die Idee, ein Kapitel der Bremervörder Geschichte am authentischen Ort begreifbar zu machen.  

Am vergangenen Sonntag übergab der Lions Club im Rahmen einer Feierstunde der Stiftung Bachmann-Museum ein Bronzerelief vom Schloss Bremervörde. Grundlage für dieses 80 x 100 cm große Modell ist ein Kupferstich von Matthäus Merian, der um das Jahr 1653 entstand. Das Schloss Bremervörde war zu diesem Zeitpunkt nach den Zerstörungen des 30-jähigen Krieges wieder repräsentativ ausgebaut worden. Es war die letzte Blütezeit der befestigten Anlage, die nach 1682 abgetragen wurde. Nur das Kanzlei- und Marstallgebäude blieb erhalten. In dem heute ältesten Gebäude der Stadt befindet sich das Bachmann-Museum Bremervörde.

„Das Bronzerelief soll allen Bremervördern und allen Besuchern unserer schönen Stadt einen Teil der langen und bewegten Geschichte näher bringen und begreifbar machen. Daher haben wir uns bewusst  für ein Modell entschieden, dass auch ertastet werden kann“ erläutert Diether Wolff vom Lions Club Bremervörde, der die Planung und Umsetzung begleitet hat.

Sehr detailgetreu erarbeitete der Bremer Modellbauer Thomas Hogrefe aus dem Kupferstich des 17. Jahrhunderts ein Reliefmodell, auf dem die Gebäude und Befestigungsanlagen der zweiteiligen Schlossanlage im Zentrum stehen. Aber auch die auf dem Stich dargestellten weitläufigen Renaissancegärten und der nahegelegene Fluss Oste mit einem kleinen Hafen sind mit aufgenommen worden. Zusammen mit einer Beschriftungstafel, die einen kurzen Erläuterungstext auch in Brailleschrift wiedergibt, wurde das Modell an den Bremer Bronzegießer Jens Hansemann weiter gegeben, der die Umsetzung in Bronze übernahm. Seit Sonntag steht nun das fertige Relief vor dem Eingang des Bachmann-Museums Bremervörde.

„Für das Bachmann-Museum Bremervörde ist das Bronzerelief eine große Bereicherung, denn die Geschichte des Schlosses und des Museumsgebäudes sind wichtige Themen unserer Arbeit und Bestandteil jeder Führung. Dank der Lions Bremervörde haben wir einen neuen Anlaufpunkt für unsere Führungen und ich bin sicher, dass auch die Stadtführungen, viele Spaziergänger und Museumsbesucher sich an der detailreichen Darstellung erfreuen werden.“, erläutert Museumsleiterin Ellen Horstrup.

Am Tag des Offenen Denkmals am 10. September 2017, der in diesem Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht“ steht, bietet das Bachmann-Museum Bremervörde ab 14 Uhr Führungen zur Geschichte des Schlosses und zum Relief an.

(28.08.2017)

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Jagen in der Steinzeit und heute – Bundesministerium fördert Schulprojekt des Museums

IMG_5636 - KopieDas Bachmann-Museum Bremervörde hat in diesem Jahr ein Projekt durchgeführt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative „Kultur macht stark“ gefördert wurde. Ziel war es, Schülerinnen und Schülern das Thema „Jagen in der Steinzeit und heute“ näher zu bringen. Am Dienstag präsentierten Jugendliche der Schule Geestequelle in Oerel ihre Ergebnisse bei einem Pressegespräch.

Einen Schwerpunkt der Vermittlungsarbeit am Bachmann-Museum bildet das Steinzeitlager am Auesee. Hier können Besucher unter anderem lernen, wie die Menschen in der Steinzeit gelebt und gejagt haben. Nachbildungen von Werkzeugen und Jagdwaffen machen das Gelernte erlebbar. In seinem neuesten Schulprojekt hat das Museum sein Steinzeitlager-Angebot mit aktuellen Themen rund um die Jagd und verschiedenen Kooperationspartnern verbunden. So konnte es einer ehrenamtlichen Gruppe von Jugendlichen aus Oerel einen vielfältigen Einblick in diesen Bereich geben.

Im Bachmann-Museum erhielt die Gruppe eine Einführung in die Tierwelt und die Jagdmethoden der Steinzeit. „Mir hat am besten gefallen, dass wir die Jagdwaffen wirklich ausprobieren konnten, das war spannend!“ beschreibt die 16jährige Antje-Marie Mischke ihre Erlebnisse am Museum. „Das waren Nachbildungen von Speer-Schleuder, Harpune, Pfeil und Bogen mit denen wir auf einen Strohsack gezielt haben“. Gemeinsam mit Florian Offermanns von den Niedersächsischen Landesforsten lernte die Gruppe dann die Grundlage für die heutige Jagd kennen – ein Verbissgutachten im Wald. Sie erfuhren, wie auf diese Weise der Wildbestand festgestellt wird. Mit Markus Steinbach vom NABU Bremervörde befragten sie Bewohner aus Oerel zum aktuellen Thema Wolf. Unterstützt wurde das Projekt außerdem durch die Natur- und Erlebnispark Bremervörde GmbH und den Bremervörder City- und Stadtmarketing e.V..

Museumspädagogin Katja Tiltmann erklärt: „Durch die Zusammenarbeit mit so vielfältigen Institutionen konnten die Jugendlichen das Thema „Jagd“ aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Außerdem bekamen sie auf diese Weise einen Einblick in die Arbeitsbereiche der Kooperationspartner. Gleichzeitig hatten wir als Museum die Möglichkeit, die Jugendlichen besser kennenzulernen und einen Eindruck von ihren Interessen und Motivationen zu erhalten. So können wir unsere Museumsangebote noch besser auch auf diese Altersgruppe ausrichten.“

Während der gesamten Projektlaufzeit filmten sich die Schülerinnen und Schüler bei ihren Erlebnissen gegenseitig. Gemeinsam mit der Marketingagentur „pixel-kraft GmbH“ erstellten sie einen kurzen Film, der das Projekt aus ihrem eigenen Blickwinkel darstellt. Diesen Film und ihre weiteren Projektergebnisse präsentierte die Gruppe am Dienstag in der Schule. Auf bunten Boxen stellten sie ihre Eindrücke zur Jagd in der Steinzeit der Jagd heute gegenüber. Die Präsentation ist noch bis zum 09. Juni 2017 im Forum der Schule Geestequelle in Oerel zu sehen. Danach wird sie in einem Schaufenster von Mode Steffen in Bremervörde aufgebaut, ehe sie ab dem 20. Juni in der Ausstellung des Bachmann-Museums Bremervörde steht.

(01.06.2017)

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„Hier wird Geschichte richtig lebendig!“ – Projekt mit einer Sprachlernklasse

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Am 30. und 31. März tauchte die Sprachlernklasse des Gymnasiums Bremervörde bei einem besonderen Projekt am Bachmann-Museum Bremervörde für zwei Vormittage in die Welt der Mittelsteinzeit ein. Zentrales Thema war die halbnomadische Lebensweise der Menschen.

Im Steinzeitlager des Museums werden seit dem letzten Jahr drei Programme für Gruppen angeboten, in denen die Teilnehmer unter anderem einen authentischen Lagerplatz mit einer Hütte errichten. Die Sprachlernklasse des Gymnasiums erhielt nun die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Geschichtsvermittler Lothar Safier das dafür benötigte Hüttengestell mit steinzeitlichen Werkzeugen neu aufzubauen.

Alle weiterführenden Schulen in Bremervörde konnten sich im vergangenen Jahr beim Museum für die Teilnahme an diesem Projekt bewerben. Im Rahmen einer Verlosung zog der Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse das Los der Sprachlernklasse des Gymnasiums Bremervörde. Diese Klasse vermittelt Schülern bei Bedarf Deutschkenntnisse für den Regelunterricht. Die Teilnahme an dem Museumsprojekt war ein willkommener Test für die so erworbenen Sprachkenntnisse. Die Lehrkräfte Jann Oltmanns und Rolf Hüchting äußerten sich begeistert: „Die Schulen sollten sehr viel häufiger den Austausch mit dem Bachmann-Museum suchen. Hier wird Geschichte richtig lebendig!“

Zu Projektbeginn bekam die Gruppe in der Ausstellung einen Überblick über die Entwicklung der Lebensweise der Menschen von der Alt- über die Mittel- bis hin zur Jungsteinzeit. Sie erfuhr, dass die Menschen zunächst in mobilen, kleinen Zelten lebten und ab der Mittelsteinzeit feste Jagd- und Sammelgebiete hatten, in denen sie größere Hütten, wie diejenige im Steinzeitlager errichteten. Erst ab der Jungsteinzeit wurden die Menschen sesshaft und bauten Häuser. Die Schülerin Bayan war davon sehr beeindruckt: „Im Museum kann man sehen, wie die Menschen früher gelebt haben. Das war gar nicht so leicht.““

Im Steinzeitlager trug die Sprachlernklasse Weidenstangen zusammen und bearbeitete sie mit Geweihäxten, damit sie die richtige Passform für das spätere Hüttengestell bekamen. Die Teilnehmerin Hagar hatte dabei besonders Spaß: „Wir haben uns viel Arbeit gemacht und viel gelernt, das war schön!“. Schon bald konnten die Jugendlichen die ersten Stangen aufrichten und mit Lederriemen verbinden. Durch die engagierte Teamarbeit der Projektgruppe war das Gestell am zweiten Tag schnell fertiggestellt. So blieb genug Zeit, um ein Lagerfeuer zu entzünden und einen steinzeitlichen Imbiss aus Früchten, gerösteten Nüssen und Honig zu genießen. Dabei hatte der Schüler Astrit eine humorvolle Erkenntnis: „Es war supertoll, jetzt weiß ich, warum ein Feuerzeug überhaupt Feuerzeug heißt! Man braucht viel Zeug dazu, um Feuer zu machen…“

(05.04.2017)

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Zeugen für den Wandel der Landwirtschaft im Bachmann-Museum Bremervörde

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Philipp Kirf, Tanja Gissel und Ulrike Tänzer bei der Arbeit mit den landwirtschaftlichen Großgeräten im Museumsdepot.

Insgesamt etwa 250 landwirtschaftliche Großgeräte aus der Zeit von 1850 bis 1960 schlummern in den Depots des Bachmann-Museums Bremervörde. Viele von ihnen sind bereits von August Bachmann für seine Sammlung angeschafft worden und noch nie der Öffentlichkeit gezeigt worden. Im Rahmen eines Forschungsprojektes haben sich drei Wissenschaftler in den vergangenen Monaten intensiv mit diesen Objekten beschäftigt. Ermöglicht wurde dieses Projekt durch die Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde und den Landschaftsverband Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen.

„Obwohl die Gruppe der landwirtschaftlichen Großgeräte im Vergleich zu anderen Sammlungen des Bachmann-Museums zahlenmäßig eher klein ist, gehören doch die größten Einzelobjekte des Museums alle in diesen Bereich. Daher mussten unsere Wissenschaftler Tanja Gissel, Ulrike Tänzer und Philipp Kirf die Objekte vor Ort in den Museumsdepots bearbeiten“, beschreibt die Museumswissenschaftlerin Meike Mittmann die Herausforderungen des Projektes. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Die Experten machten viele für die  Wirtschaftsgeschichte des Landkreises interessante Entdeckungen, sichteten zum Beispiel die Herstellerangaben und andere Informationen auf den landwirtschaftlichen Großgeräten. Sie stellten fest, dass viele dieser Maschinen über einen langen Zeitraum verwendet worden sind. In dieser Zeit wurden sie oft umgebaut und ergänzt, um sie den neuen technischen Möglichkeiten, zum Beispiel neuen Antriebsarten,  anzupassen. Alle Informationen und eine genaue Beschreibung jedes einzelnen Objektes wurden in der Museumsdatenbank kuniweb gespeichert. Sie stehen in Zukunft für wissenschaftliche Forschungen zur Verfügung.

Beim Abschluss des Projektes im November 2016 waren sich die Forscher einig: für das Museum sind die landwirtschaftlichen Geräte wertvolle Zeugen, die sehr anschaulich die immer stärker voranschreitende Mechanisierung in der Landwirtschaft im Elbe-Weser-Dreieck ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verdeutlichen.

Auch bei der Frage nach einem besonderen „Sahnestück“ in der Sammlung sind sich die Experten einig: es handelt sich um eine große fahrbare Kartoffeldämpfanlage vom Typ „Ammerland I“ mit der dazugehörigen Kartoffelwäsche. Bis 1945 war sie in Volkmarst in Betrieb, um Kartoffeln für die Schweinemast zu dämpfen. Die Volkmarster Bauern hatten eigens eine Genossenschaft gegründet, um diese große Dämpfanlage erwerben zu können. Dem Engagement von Frau Dr. Elfriede Bachmann ist es zu verdanken, dass der Landkreis Rotenburg (Wümme) zur Unterbringung der  Maschine eine Scheune errichtete, die das Bachmann-Museum bis heute als Museumsdepot nutzt.

Und wie geht es nun weiter mit dieser Sammlung? „Die Stiftung Bachmann-Museum hat vor zwei Jahren beschlossen, dass wir zunächst keine weiteren landwirtschaftlichen Geräte in die Sammlung aufnehmen, denn uns fehlt einfach der Platz dafür. Wir werden uns zunächst weiter um die Objekte kümmern, die wir haben und den Fragen nachgehen, auf die unsere Wissenschaftler gestoßen sind“, erklärt Museumsleiterin Ellen Horstrup.  Und vielleicht findet ja das ein oder andere Objekt seinen Platz in der neuen Dauerausstellung des Bachmann-Museums.

(29.12.2106)

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pm_steinzeitlager-kopie-2Teilzeit / Steinzeit – Schüler gestalten das Museums-programm mit

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Pilotprojekt von Bachmann-Museum Bremervörde und der Schule Geestequelle in Oerel

Das Bachmann-Museum Bremervörde hat in diesem Jahr eine Kooperation zum Thema Mittelsteinzeit mit der Schule Geestequelle in Oerel aufgebaut. Einige Schülerinnen und Schüler präsentierten am Dienstag im Museum die Ergebnisse des Pilotprojektes.

Gemeinsam mit der Schule Geestequelle, den Niedersächsischen Landesforsten und der Natur- und Erlebnispark Bremervörde GmbH ist die Arbeitsgruppe „Museum“ für höhere Schulklassen entwickelt worden. Unter dem Titel „Teilzeit / Steinzeit – Wir gestalten das Museumsprogramm mit“ bietet sie den Teilnehmern die Möglichkeit, sich aktiv in der Vermittlungsarbeit des Museums zu engagieren. Nebenbei erhalten sie durch die Projektpartner einen Einblick in verschiedene Berufsbereiche. Unterstützt wird die Kooperation durch die pixel-kraft GmbH – einem Büro für Werbestrategie und Mediendesign und dem Bremervörder City-und Stadtmarketing Verein e.V.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative „Museobilbox – Museum zum Selbermachen“ gefördert. Darum stehen nun neun bunte Boxen im Museum. Sie zeigen mit Fotos, Videosequenzen und Requisiten, was die Teilnehmer in den vergangenen Monaten zum Thema Mittelsteinzeit gelernt haben, und wie sie sich dazu ein Programm für höhere Schulklassen vorstellen. Denn 2015 hat das Museum drei Programme im Steinzeitlager zum Leben in der Mittelsteinzeit entwickelt. Sie hatten in diesem Jahr großen Erfolg und wurden oft von Schulklassen gebucht, meistens von den Jahrgängen 1-6. Nun werden die Programme für höhere Klassen weiterentwickelt. Für das Museum ist es dabei selbstverständlich, von Anfang an die Ideen der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. Die 15jährige Alyssa aus der Arbeitsgruppe betont: „Ein Frühstück ist ganz wichtig! Dann hat die Klasse bessere Laune und passt mehr auf. Und im Steinzeitlager könnten sie es selbst zubereiten.“ Abgesehen vom leiblichen Wohl stehen Gruppenarbeiten, Anschauungsmaterial und Experimentieren ganz oben auf der Wunschliste.

Neben der Mitarbeit der Arbeitsgruppen-Teilnehmer hat das Projekt für Museumspädagogin Katja Tiltmann noch einen zweiten wichtigen Effekt: „Bei den meisten Projekten arbeiten wir mit ein oder zwei Kooperationspartnern zusammen. In diesem Fall haben sich sieben Institutionen miteinander vernetzt und zusammengearbeitet. Das hat sehr gut funktioniert und von allen Seiten wird auch eine zukünftige Zusammenarbeit gewünscht, ein tolles Ergebnis!“ Die Kooperationspartner arbeiten bereits an den Plänen für die nächste Arbeitsgruppe, um Schülern auch in Zukunft einen Einblick in die Arbeit der kulturellen und kreativen Institutionen in Bremervörde zu ermöglichen.

Die Präsentation steht noch bis zum 02. Januar 2017 im Bachmann-Museum Bremervörde, anschließend wird sie vom 04.-17. Januar 2017 in den Schaufenstern von Mode Steffen in Bremervörde zu sehen sein, ehe sie in der Schule Geestequelle in Oerel ausgestellt wird.

(13.12.2016)

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Hamburger Restaurator arbeitet an Möbeln mit Geschichte

In den vergangenen Wochen hat sich in der Möbelsammlung des Bachmann-Museums Bremervörde viel getan. Der Diplom-Restaurator Sven Gödeke und sein Mitarbeiter William Adam aus Hamburg haben sich intensiv mit 10 großen Objekten der Museumsammlung beschäftigt.

Aus Platznot lagen die Möbel seit vielen Jahren auseinandergebaut in Regalen im Museumsdepot. Durch den Umbau einer Rollregalanlage konnte in diesem Jahr der Platz geschaffen werden, um die Möbel nun wieder in ihrer vollen Größe aufzubauen. „Für mich sind dies spannende Momente, denn ich lerne gerade wieder einmal Objekte aus unseren Sammlungen ganz neu kennen“, freut sich die wissenschaftliche Mitarbeiterin Meike Mittmann, die das Projekt betreut. Die großzügige Förderung durch den Landschaftsverband Stade hat die Tätigkeit von Sven Gödeke, einem studierten Restaurator und Spezialisten für alte Möbel, überhaupt erst möglich gemacht. Bereits seit 1991 gibt es das Förderprogramm „Bewahren von Museumsbeständen“ des Landschaftsverbandes Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen, durch das Museen beim Erhalt ihrer Bestände unterstützt werden.

Die in diesem Jahr bearbeiteten Möbel stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und haben eine besondere Bedeutung für das Museum. Das größte Objekt ist ein etwa 2,20 Meter hoher Kleiderschrank aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bevor die leicht verbogenen Einzelteile vorsichtig wieder zusammengefügt werden konnten, überprüfte Herr Gödeke jedes Teil, reinigte es und leimte gelöste Furniere. Alle Arbeiten erfolgten in enger Absprache mit Meike Mittmann, denn für das Museum können Gebrauchsspuren und  Beschädigungen wichtige Bestandteile des Objektes und seiner Geschichte sein. „Weniger ist mehr“, beschreibt Sven Gödeke daher auch seine Arbeit, „ je weniger ich als Restaurator eingreife oder verändere, desto authentischer und unverfälschter bleibt das Objekt“.

So fallen auch nach der Beendigung der Arbeit von Sven Gödeke an dem imposanten Schrank schon beim ersten Hinsehen einige Schäden an den Schranktüren auf, außerdem ein zerstörtes Türschloss und Absplitterungen am Türanschlag. Diese Beschädigungen stammen aus dem Jahr 1945. Damals stand der Schrank in Bremervörde im Wohnhaus der Familie Bachmann in der Wesermünder Straße. Dort befand sich auch das von dem Gründer der Museumssammlung, dem Heimatforscher August Bachmann, geführte private Museum. In den letzten Kriegsmonaten 1945 explodierte eine Granate im Eingangsbereich des Hauses und Granatsplitter schlugen in die Schranktüren ein. Außerdem verschafften sich Plünderer in dieser Zeit Zugang zum Haus und brachen dabei das Schloss des Schrankes auf – obwohl der gar nicht abgeschlossen war.

Mit diesen Spuren der Geschichte ist der Schrank für das Bachmann-Museum nicht nur ein eindrucksvolles Objekt der Wohnkultur des 18. Jahrhunderts, sondern auch ein Zeugnis für die Geschichte Bremervördes in den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945. Der Schrank wird jetzt, zusammen mit den anderen wieder zusammengesetzten Möbeln, neu fotografisch dokumentiert. Das Museumteam hofft, ihn oder eines der anderen Möbelstücke demnächst in einer neuen Dauerausstellung zeigen zu können.

(10.10.2106)

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IMG_5537 - KopieStartschuss für das neue Steinzeitlager ist gefallen

In diesem Jahr ist das bekannte museumspädagogische Angebot des Bachmann-Museums Bremervörde zum Leben in der Mittelsteinzeit in einem Projekt mit zahlreichen Experten erneuert und ausgebaut worden. Am Sonntag, den 18. Oktober hat das Projektteam an einem kostenlosen Aktionstag die Ergebnisse vorgestellt.

Bereits seit 10 Jahren ist die Steinzeit wichtiger Teil des Vermittlungsangebotes für Gruppen, das sich besonders an Schulklassen richtet. Außergewöhnlich ist dabei nicht nur der Schwerpunkt auf die Mittelsteinzeit, der in der Sammlung des Museums begründet ist, sondern auch das idyllische Gelände am Auesee. Direkt neben dem Museum gelegen, bietet es eine authentische Kulisse für die Angebote. Diese wurden auf den neusten Stand der Wissenschaft und Didaktik gebracht. Auch die Materialien konnten durch hochwertige Repliken und ein handgenähtes Lederzelt ergänzt werden.

Museumsleiterin Ellen Horstrup erläutert: „Zahlreiche Menschen sind für das Projekt zusammengekommen, das nur Dank der Förderung durch die Stiftung der Sparkasse-Rotenburg-Bremervörde und des Landschaftsverbandes Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen möglich ist. Mit Harm Paulsen konnten wir einen Begründer der Experimentalarchäologie und Träger des Deutschen Archäologiepreises gewinnen. Der Wildnispädagoge Stefan Brocke hat mit der inklusiven Klasse 5a der Hauptschule Bremervörde unsere Konzeptansätze ausprobiert. Deren Lehrerin Katja Bülters erstellt das begleitende Lehrermaterial für die Angebote. Darüber hinaus haben wir Materialien und Expertisen von dem Flintsteinschläger Stefan Schlossbauer, der Weidenflechterin Claudia Reuter und dem Zunderpilz-Experten Paul Krächter erhalten.“

„Gerne begleiten wir das Bachmann-Museum bei dem Projekt, da uns das Konzept sehr überzeugt hat und die Angebote eine Grundlage des Vermittlungsangebotes an diesem Museum sind.“ beschreibt Reinhard Krüger von der Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde seinen Eindruck. Dr. Hans-Eckhard Dannenberg vom Landschaftsverband Stade ergänzt: „Ein Angebot mit diesem Alleinstellungsmerkmal gibt es landkreisweit nicht noch einmal. Der Landschaftsverband freut sich, die Neugestaltung unterstützen zu können.“

Projektleiterin und Museumspädagogin Katja Tiltmann umschreibt die neuen Konzepte: „Mit Hilfe von Harm Paulsen und Stefan Brocke haben wir die Experimentalarchäologie eng in drei neue Programme eingebunden. Die Besucher tauchen in die Mittelsteinzeit ein und erleben hautnah über welche technischen Fertigkeiten unsere Vorfahren verfügt haben. Dabei kann eine mittelsteinzeitliche Mahlzeit zubereitet werden, die verschiedenen Arten Feuer zu machen ausprobiert und der Harpunenwurf getestet werden. Werkzeuge aller Art und verschiedene Techniken zum Fischfang kommen zum Einsatz und alles wird von den Teilnehmern angefasst, probiert und ausprobiert.“

Nachdem die Konzeptphase abgeschlossen ist, erstellt das Projektteam umfassendes Informationsmaterial, das noch in diesem Jahr an alle Schulen und Kultureinrichtungen geschickt wird. Die Angebote sind vom Grundschul- bis zum Erwachsenenalter geeignet und können von Schulklassen, Vereinen, Kindergeburtstagen und Feriengruppen gebucht werden. Alle Programme sind für Inklusionsgruppen geeignet.

 (18.10.2015)

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Bachmann-Museum Bremervörde erhält das Museumsgütesiegel für seine beeindruckende Leistung

Am 14. Januar zeichnete die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić zusammen mit der Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, Dr. Sabine Schormann, und dem Vorsitzenden des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen, Dr. Friedrich Scheele, in einer Feierstunde in Hannover das Bachmann-Museum Bremervörde und 14 weitere Museen mit dem Museumsgütesiegel 2015-21 aus.

Museumsregistrierung fuer Niedersachsen und Bremen 2015

Das Gütesiegel wird Museen in Niedersachsen und Bremen verliehen, die erfolgreich die Qualität ihrer Arbeit unter Beweis gestellt haben. Anlässlich des Festaktes in Hannover bezeichnete Ministerin Heinen-Kljajić das Museumsgütesiegel als ein bewährtes Instrument des modernen Qualitätsmanagements, das auch für andere Bundesländer vorbildlich sei. Über den Erfolg der Bewerbung entschied eine unabhängige Kommission aus Museumsfachleuten. In ihrer Begründung für die Verleihung des Gütesiegels an das Bachmann-Museum Bremervörde hob die Kommission besonders die „beeindruckende Leistung eines engagierten Teams“ hervor und die „überzeugende konzeptionelle Darstellung der geplanten Erneuerung des Museums“. Die Kommission mahnte aber auch an, dass jetzt weitere Investitionen erforderlich seien. Sowohl die Dauerausstellung als auch die Depotsituation müssen auf der Basis der vorliegenden Konzepte in den kommenden Jahren weiter entwickelt werden.

Gruppenbild_Gütesiegel

„Dass unsere Konzepte überzeugt haben, freut mich besonders“, kommentiert Museumsleiterin Ellen Horstrup die Beurteilung der Experten, „denn wir haben sehr intensiv über die zukünftige Nutzung des Museumsgebäude, über die Verbesserung der Depotsituation sowie über eine neue Dauerausstellung nachgedacht. Nun startet das Museumsteam motiviert in das Jahr 2015, in dem die entscheidenden Weichen für die Umsetzung der Konzepte und damit für die Weiterentwicklung des Museums gestellt werden müssen.“

Das Museumsgütesiegel gilt für sieben Jahre. Danach wird sich das Bachmann-Museum Bremervörde neu um diese Auszeichnung bewerben. Als Voraussetzung für einen neuen Antrag müssen die von der Kommission erkannten Erfordernisse erfüllt worden sein.

Bereits im September 2013 begann für das Bachmann-Museum das Bewerbungsverfahren für das Museumsgütesiegel, in dessen Verlauf das Museum mehrfach von Experten aus den verschiedenen Bereichen musealer Tätigkeit besucht wurde. In der mehr als 12-monatigen Bewerbungsphase entstanden auch die sechs umfangreichen Konzepte, die als Basis für die Bewerbung beim Museumsverband eingereicht wurden. Schon im Jahr 2011 hat sich das Bachmann-Museum um die Zertifizierung beworben und konnte mit der sogenannten „Vorläufigen Registrierung“ eine gute Ausgangslage für die diesjährige Auszeichnung schaffen. In den Jahren 2012 und 2013 formierte sich dann das heutige Museumsteam, dessen Arbeit die Kommission so beeindruckte.

(16.01.2015)

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Fördergelder für die Sanierung des Bachmann-Museums Bremervörde

Gute Nachrichten erreichten den Landkreis Rotenburg (Wümme) und das Bachmann-Museum zum Start in die zweite Novemberwoche. Die beantragten Fördergelder für die Sanierung der Grundmauern des denkmalgeschützten Museumsgebäudes sind bewilligt.

IMG_7022 - KopieDie Zuwendung stammt aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV des Staatsministers für Kultur und Medien. Mit den bewilligten Geldern können die Ursachen für die Feuchteschäden, die im Erdgeschoss des über 400 Jahre alten denkmalgeschützten Museumsgebäudes durch die aus dem Erdreich aufsteigende Nässe entstehen, behoben werden. Insgesamt stehen nun 150.000 Euro Fördergelder zur Verfügung, die der Landkreis Rotenburg (Wümme) mit 200.000 Euro gegenfinanziert.

„Durch die Förderung wird es möglich, das Bachmann-Museum nicht nur partiell, sondern umfassend in seiner Bausubstanz zu sanieren“, freut sich Christina Bonke, Leiterin des Gebäudemanagements beim Landkreis.

Bei einem Besuch im Bachmann-Museum Bremervörde hatte der damalige Kulturstaatsminister Neumann diese Unterstützung zugesagt, wenn das Museum und der Landkreis als Eigentümer des Gebäudes einen entsprechenden Antrag schnell einreichen würden. Dieser Antrag wurde erst vor kurzem vom Qualitätszirkel des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege positiv bewertet. Der Zuwendungsbescheid ist nun der Startschuss für die Umsetzung der Maßnahme.

„Die Sanierung im Erdgeschoss ist die wichtigste Voraussetzung, um das Gebäude langfristig weiter als Museum nutzen zu können“, macht Museumsleiterin Ellen Horstrup die Bedeutung der Zuwendung für das Museum deutlich. Wann und wie die Baumaßnahmen umgesetzt werden, werden die Gespräche und Planungen der kommenden Wochen ergeben. Das Team des Bachmann-Museums plant aber auch im kommenden Jahr ein abwechslungsreiches Programm für die Museumsbesucher.